Kaarst: Hohe Belastung – Geldstrafen für Füttern im Stadtpark

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Robert Schilken, Herausgeber



Kaarst – Der Stadtpark lei­det unter der hohen Gänse- und Entenpopulation. Sowohl im Wasser, aber auch auf den Wiesen sor­gen vor allem die Hinterlassenschaften der Tiere für eine hohe Belastung. 

Durch die Gänse fal­len bis zu sechs Kilogramm Kot pro Tag an. Der zustän­dige Bau und Umweltausschuss hat des­halb in sei­ner gest­ri­gen Sitzung geeig­nete Maßnahmen dis­ku­tiert, um das Problem zu lösen. In einer Beschlussvorlage hatte die Stadtverwaltung mög­li­che Wege auf­ge­zeigt und unter ande­rem eine stär­kere Kontrolle des ver­bo­te­nen Fütterns am See vorgeschlagen.

Diplom-​Biologe Oliver Tillmanns machte bei einem Ortstermin im Stadtpark den Ausschussmitgliedern deut­lich, warum die­ser Ansatz von zen­tra­ler Bedeutung ist: „Das Füttern hat nichts mit Tierliebe zu tun, son­dern scha­det der Natur. Enten und Gänse wer­den im hohen Maße durch das leichte Futter ange­lockt, der Fischbesatz im See nimmt immer mehr zu. Gleichzeitig wer­den durch das Brot über­flüs­sige Nährstoffe in das Wasser gebracht, die der Qualität des See zusätz­lich schaden.“

Der BUNA folgte die­sem Vorschlag ein­stim­mig – die Verwaltung erhielt den Auftrag, eine ent­spre­chende Änderung im ord­nungs­recht­li­chen Bereich her­bei­zu­füh­ren. Sigrid Burkhart, Technische Beigeordnete der Stadt Kaarst, setzt auf den erzie­he­ri­schen Effekt der Strafen: „Über Geldstrafen erreicht man die Menschen viel­leicht bes­ser, als über die seit Jahren exis­tie­ren­den Hinweisschilder. Es geht uns nicht darum, der Oma mit dem Enkel die Freude am Sonntagsspaziergang zu ver­der­ben. Und geht es darum, den See und den Stadtpark zu ret­ten. Seit Jahren machen wir auf die ver­hee­rende Wirkung des Fütterns auf­merk­sam, bis­her ohne Erfolg. Über Strafen lässt sich lei­der häu­fig mehr erreichen.

Weniger Futter ist jedoch nur ein Ziel, ein ande­res ist die Umgestaltung des Uferbereichs. Biologe Tillmanns erklärt, worum es dabei geht: „Gänse flüch­ten ins Wasser. Deshalb suchen sie Wasserflächen, die leicht zugäng­lich sind. Durch einen Besatz des Ufers mit Pflanzen und Totholz wird der Zugang zum Wasser erschwert.“ Auch diese Maßnahme fand eine Mehrheit, die Verwaltung wird nun eine kon­krete Umsetzung erar­bei­ten und der Politik zum Beschluss geben.

Diplom-​Biologen Oliver Tillmanns neben der Technischen
Beigeordneten Sigrid Burkhart sowie Vertreter der Stadt und des Ausschusses beim Ortstermin.

Zudem wird die Verwaltung im Auftrag des BUNA prü­fen, inwie­fern eine Entnahme der Eier aus den Brutflächen geeig­net und durch­führ­bar ist. Den Fischbesatz im See hat der Ausschuss eben­falls im Blick. Auf Vorschlag der Verwaltung soll das Verhältnis von Fried- zu Raubfischen ver­bes­sert werden.

Ende Juni soll die Verwaltung im nächs­ten BUNA zu den aus­ge­ar­bei­te­ten Maßnahmen, den damit ver­bun­de­nen Kosten und deren Umsetzung berichten.

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