Enkeltrickbetrüger in Neuss erfolg­reich – Täter schei­tern in Dormagen

Neuss-Röckrath, Dormagen (ots) - Trickbetrüger brachten am Dienstag (27.2.2018) eine Seniorin in Neuss um ihr Erspartes und ihren Schmuck.

Die Polizei erfuhr erst von der perfiden Tat, als die Täter bereits mit ihrer Beute über alle Berge waren. Die betrogene Seniorin schilderte den Beamten, dass ihr Telefon gegen 10:30 Uhr geklingelt habe. In der Leitung habe eine junge Männerstimme in akzentfreiem Deutsch gefragt: "Oma, erkennst Du mich denn nicht?".

Darauf erkundigte sie sich, ob es ihr Enkel Stefan (Name geändert) sei. Der Mann bejahte. Er berichtete ihr von einer Notsituation, wegen der er dringend 33.000 Euro benötige. Der vermeintliche Enkel habe sie nach Bargeld und Schmuck im Haus gefragt.

Während des andauernden Telefonats suchte die hilfsbereite Seniorin ein paar hundert Euro sowie wertvollen Schmuck zusammen und ließ sich darauf ein, die Wertsachen einem angeblichen Freund ihres Enkels zu übergeben, der quasi schon abholbereit vor dem Haus in Röckrath stand.

  • Der "Abholer" war ein gepflegter, schlanker Mann von etwa 25 Jahren, mit schwarzen, lockigen Haaren, etwa 175 bis 180 Zentimeter groß.
  • Er trug schwarze Schuhe, sowie eine schwarze Hose und eine schwarze Jacke.

Er ging mit den Wertsachen in Richtung Grefrath davon, während der vermeintliche Enkel immer noch am Telefon war und sich mit dem Versprechen verabschiedete, nachmittags persönlich zu erscheinen. Erst als der angekündigte Besuch ausblieb, flog der Schwindel bei einem Telefonat mit dem echten Enkel auf.

Nun ist der Sachverhalt ein Fall für die Kriminalpolizei. Anwohner oder Passanten, die möglicherweise Zeugen der Übergabe wurden oder sich an verdächtige Personen beziehungsweise Fahrzeuge in Tatortnähe erinnern, werden um einen Anruf unter 02131 300-0 gebeten.

Die Polizei bleibt hartnäckig, wenn es darum geht, vor den Machenschaften von Telefonbetrügern zu warnen. Um zukünftigen Taten vorzubeugen gilt es, potentielle Opfer über das Vorgehen der Kriminellen aufzuklären. Sprechen Sie in Ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis über den Umgang mit solchen Anrufen und transportieren Sie folgende Verhaltenstipps:

Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich am Telefon tatsächlich um den angeblichen Verwandten oder Bekannten handelt, legen Sie auf und rufen Sie über eine altbekannte Rufnummer zurück. Werden Sie in jedem Fall skeptisch, wenn überraschend Geldforderungen gestellt werden. Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder Wertgegenstände in Ihrer Wohnung. Verständigen Sie die Polizei (110), wenn Sie offenbar Betrüger am Draht hatten.

Wer diese Tipps beherzigt und die Masche der Täter kennt, bewahrt sich wohlmöglich vor großem finanziellem Schaden, wie ein aktuelles Beispiel aus Dormagen zeigt.

Im Stadtteil Rheinfeld gingen gleich mehrere Anrufe bei einer betagten Dame ein. Über Stunden baute eine angebliche Nichte Druck auf die Seniorin auf, um an das Geld der Dormagenerin zu kommen.

Wieder wurde eine angebliche Notlage als Begründung angeführt. Letztlich scheiterte der Versuch, weil die Seniorin Zweifel an der Geschichte bekam und eine Verwandte kontaktierte. So flog der Betrugsversuch auf. Die Rheinfelderin erstattete Anzeige.

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