Klartext​.NRW: Ministerin Scharrenbach ver­leiht die Rettungsmedaille an 17 Bürgerinnen und Bürger

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Klartext​.NRW – Die Staatskanzlei teilt mit: Ministerin Ina Scharrenbach hat in Vertretung des Ministerpräsidenten in Mönchengladbach, am Freitag den 23.02.2018, die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-​Westfalen an 17 Retterinnen und Retter über­reicht. Drei wei­tere Personen erhiel­ten für ihre Rettungstaten eine Öffentliche Belobigung.
 
Bei einer Feierstunde im „Haus Erholung“ in Mönchengladbach dankte die Ministerin den Retterinnen und Rettern für ihren selbst­lo­sen Einsatz: „Die Retterinnen und Retter haben mit her­aus­ra­gen­dem Mut und gro­ßer Zivilcourage gehandelt.

Sie sind in Situationen gera­ten, in denen sie sich selbst und ihr Leben in höchste Gefahr gebracht haben, um ande­ren Menschen das Leben zu ret­ten. Sie haben Maßstäbe gesetzt in einer Zeit, in der die Klagen über eine Verrohung unse­rer Gesellschaft zunehmen.

Ich möchte Ihnen von Herzen dan­ken für Ihren muti­gen Einsatz für andere Menschen. Es wäre schlecht um unsere Gesellschaft bestellt, wenn es Menschen wie Sie nicht gäbe.“

Die Rettungsmedaille erhalten:

  • Friedhelm Schäfer aus Haltern am See, Polizeioberkommissar Klaus Sikorski aus Gescher und Polizeihauptkommissar Reinhard Dittrich aus Haltern am See
  • Martin Bachmann, Roland Schüler und Marliese Berthmann aus Köln sowie Florian Kröger aus Pulheim und Matthias Krings aus Wesseling
  • David Lavergne aus Marseille
  • Gerd Schneider und Marco Wedde aus Köln
  • Thomas Flender aus Dülmen
  • Polizeikommissar Julius Eckert aus Essen
    (Polizeioberkommissar Thorsten Pohl aus Voerde und Jetmir Ameti aus Grevenbroich erhal­ten eine Öffentliche Belobigung)
  • Nicolas Nowak aus Kaarst
  • Polizeioberkommissar Frank Pawlack aus Arnsberg
  • Timotheus Hesse und Niklas Glahn aus Mülheim an der Ruhr
    (Peter Stermann aus Mülheim an der Ruhr erhält eine Öffentliche Belobigung)

Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staat­li­che Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-​Westfalen ver­lie­hen. Mit ihr wer­den Persönlichkeiten aus­ge­zeich­net, die unter Einsatz ihres eige­nen Lebens andere Menschen aus einer lebens­be­droh­li­chen Notlage geret­tet haben. Insgesamt wurde die Medaille aus mas­si­vem Silber bis­her 1.247 Mal verliehen.
 
Darüber hin­aus sieht das Gesetz auch die Möglichkeit einer soge­nann­ten Öffentlichen Belobigung für die­je­ni­gen Helferinnen und Helfer vor, die ohne Einsatz ihres eige­nen Lebens die Rettung unter­stützt haben.

Rettungsmedaille für Polizeikommissar Julius Eckert aus Essen, Öffentliche Belobigung für Polizeioberkommissar Thorsten Pohl aus Voerde und Jetmir Ameti aus Grevenbroich

Am Morgen des 7. Juli 2016 arbei­tet Jetmir Ameti im Dammbereich zwi­schen der Emscher und dem Rhein-​Herne-​Kanal. Plötzlich sieht er, dass in Höhe der Zweigertbrücke eine Person im Wasser treibt. Sofort wählt er den Notruf. Als Polizeikommissar Julius Eckert und sein Kollege Polizeioberkommissar Thorsten Pohl am Einsatzort ankom­men, zeigt ihnen Jetmir Ameti die im Rhein-​Herne-​Kanal in Rückenlage trei­bende Person.

Die drei lau­fen auf der Uferseite Altenessen die Treppen hin­un­ter, um einen Blick auf den Kanal unter­halb der Brücke zu erlan­gen. Dort sehen sie den schein­bar leb­lo­sen Mann, der auf dem Rücken im Wasser treibt. Doch plötz­lich sind leise Hilferufe zu hören. Sofort ren­nen die drei Männer den Fußweg am Kanal ent­lang. Julius Eckert ent­le­digt sich sei­ner Uniform und Ausrüstung und springt ins Wasser.
Er schwimmt zu dem wenige Meter ent­fernt trei­ben­den Mann und ver­sucht ihn anzu­spre­chen und zu beru­hi­gen. Dann packt er ihn und schwimmt mit ihm in Richtung Spundwand des Kanals.

Dort ste­hen bereits Thorsten Pohl und Jetmir Ameti bereit, um den Mann aus dem Wasser zu zie­hen. Dies gelingt nur mit Mühe, da der Mann kei­ner­lei Körperspannung hat und nicht mit­hel­fen kann.
Anschließend zieht Thorsten Pohl sei­nen Kollegen Julius Eckert aus dem Wasser.

Gemeinsam ver­su­chen die drei Männer den Geretteten zu beru­hi­gen und durch Fragen bei Bewusstsein zu hal­ten. Kurz dar­auf tref­fen Feuerwehr und Rettungsdienst ein und ver­sor­gen den geret­te­ten Mann.
Sowohl für den Geretteten als auch für Julius Eckert bestand ohne Zweifel Lebensgefahr. Ohne das Eingreifen von Herrn Eckert hätte der völ­lig ent­kräf­tete Mann nicht alleine ans Ufer schwim­men kön­nen. Ohne die Hilfe von Thorsten Pohl und Jetmir Ameti hät­ten sowohl der Gerettete als auch Julius Eckert nicht an der 1,20 Meter hohen Spundwand aus dem Kanal klet­tern können.

Mit sei­nem muti­gen Einsatz, bei dem er sein Leben ris­kiert hat, ist Julius Eckert erheb­lich über seine dienst­li­chen Pflichten hin­aus­ge­gan­gen. Dafür erhält er die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für ihre tat­kräf­tige Unterstützung bei der Rettung, bei der sie selbst nicht in Lebensgefahr waren, erhal­ten Thorsten Pohl und Jetmir Ameti eine Öffentliche Belobigung.

v.l.: Polizeioberkommissar Thorsten Pohl, Ministerin Ina Scharrenbach, Polizeikommissar Julius Eckert, Jetmir Ameti aus Grevenbroich. Fotos(2): Land NRW

Rettungsmedaille für Nicolas Nowak aus Kaarst
Am Freitagmittag, dem 11. November 2016, kommt der damals 16-​jährige Nicolas Nowak eine Stunde frü­her als üblich von der Schule nach Hause. Als er sei­nen Roller neben dem Haus parkt, sieht er über einer Hecke zum Nachbargrundstück Rauch auf­stei­gen. Sofort ahnt er „Da stimmt etwas nicht.“ Er läuft zu dem Einfamilienhaus, in dem ein älte­res Ehepaar wohnt.

Vor dem Haus sieht Nicolas Nowak etwas Brennendes lie­gen. Der Hauseigentümer läuft auf­ge­regt hin und her. Nicolas Nowak bie­tet ihm seine Hilfe an und die bei­den gehen schnell ins Haus, denn die Ehefrau hält sich noch im Innern auf.

Die Küche ist bereits kom­plett schwarz ver­qualmt und man kommt nur schwer voran. Im Wohnzimmer fin­den die bei­den die ältere Frau auf dem Sofa sit­zend. Da sie geh­be­hin­dert ist und sicht­lich unter Schock steht, hat sie das Haus noch nicht verlassen.

Nicolas Nowak holt den Rollator und beglei­tet die Dame – gefolgt vom Hausbesitzer – ins Freie.
Doch plötz­lich macht der Mann noch ein­mal kehrt und läuft zurück ins Haus, ver­mut­lich um einige Habseligkeiten vor den Flammen zu ret­ten. Geistesgegenwärtig rennt Nicolas Nowak hin­ter­her und führt den älte­ren Herrn wie­der sicher nach draußen.

Kaum sind sie aus dem Haus, ist von drin­nen ein lau­tes Zischen und Knallen zu hören. Es kommt zu einer soge­nann­ten Durchzündung und rie­sige Flammen schla­gen nun aus dem Haus. Aus siche­rer Entfernung ruft Nicolas Nowak nun die Feuerwehr an. Beim Eintreffen der Feuerwehr steht das kom­plette Haus bis zum Dach lich­ter­loh in Flammen.

Mit sei­nem muti­gen Einsatz ret­tete Nicolas Nowak das Leben der bei­den Senioren. Zumindest die geh­be­hin­derte Frau wäre alleine nicht mehr ins Freie gekom­men und mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer der Flammen geworden.

Auch Nicolas Nowak selbst brachte sich durch sein beherz­tes Eingreifen in akute Lebensgefahr. Durch das Einatmen der Rauchgase hätte er ersti­cken kön­nen. Und wenn die Durchzündung nur wenige Augenblicke vor­her ein­ge­tre­ten wäre, hätte er das ver­mut­lich nicht überlebt.

Für sein muti­ges Eingreifen erhält Nicolas Nowak heute die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ministerin Ina Scharrenbach, Nicolas Nowak aus Kaarst.

Berichte zum Hausbrand hier

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