Meerbusch: Klimaschutz aus der Luft – Wärmebild von ganz Meerbusch in Vorbereitung

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Die Wetterbedingungen mit fros­ti­gen Temperaturen und kla­rer Luft sind der­zeit günstig. 

Deshalb könnte schon an die­sem Wochenende die erste so genannte „Thermografie-​Befliegung” des Meerbuscher Stadtgebiets statt­fin­den. Dabei wird ein Spezialflugzeug der Firma Eurosense aus Rheinbach in den Nachtstunden das kom­plette Meerbuscher Stadtgebiet in rund 40 Schleifen eng­ma­schig überfliegen.

Es muss also nie­mand beun­ru­higt sein, wenn es in der Nacht mehr­fach Motorengeräusche einer tief flie­gen­den Propellermaschine gibt”, so Stadtsprecher Michael Gorgs.

Aus rund 900 Metern Höhe wer­den mit Hilfe einer hoch auf­lö­sen­den Infrarotkamera Wärmebildaufnahmen aller Dachflächen geschos­sen. Den Auftrag hat die Stadt im Rahmen des Meerbuscher Klimaschutzkonzeptes ver­ge­ben. Sollte sich das Wetter wider Erwarten ändern – etwa mit zu star­kem Wind oder Dunst – sind die bei­den nächs­ten Wochen für die Befliegung angepeilt.

Die Fotos geben exakte Hinweise dar­auf, wie gut die Wärmedämmung eines Daches im beheiz­ten Zustand ist und wie­viel Wärme das Gebäude über das Dach abstrahlt. Alle Aufnahmen wer­den im Anschluss aus­ge­wer­tet und den Hauseigentümern auf Wunsch kos­ten­los zur Verfügung gestellt. 40.000 Euro inves­tiert die Stadt in das Projekt.

Auf die­sem Wege wol­len wir den Hausbesitzern gezielte Hinweise geben, wie sie Energiekosten spa­ren und zugleich das lokale Klima scho­nen kön­nen”, so die Klimaschutzmanagerin der Stadt Meerbusch, Johanna Neumann. Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall. „Untersuchungen im Rahmen unse­res Klimaschutzkonzeptes haben erge­ben, dass die pri­va­ten Haushalte gemein­sam mit dem Autoverkehr haupt­ver­ant­wort­lich für die CO2-​Belastung der Meerbuscher Luft sind.”

Sind die Wärmebilder des gesam­ten Stadtgebietes aus­ge­wer­tet, kön­nen Hauseigentümer eine detail­lierte Darstellung der Wärmestrahlung ihrer Dachfläche bestel­len. Dazu gibt es auf Wunsch eine pro­fes­sio­nelle Energie- und Sanierungsberatung.

So sehen die Wärmebilder der Dächer, auf­ge­nom­men aus einer Höhe von rund 900 Metern, aus. Foto: Eurosense

Damit der Thermografie-​Flug über­haupt mög­lich ist, müs­sen meh­rere Faktoren stim­men, das macht den genauen Zeitpunkt der Befliegung unge­wiss: Die Aufnahmen dür­fen frü­hes­tens zwei Stunden nach Sonnenuntergang gemacht wer­den, die Temperatur darf nicht mehr als 5 Grad Celsius betra­gen, die Windgeschwindigkeit darf zwei Meter pro Sekunde nicht über­stei­gen, der Himmel muss wol­ken­frei sein.

Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, wird das Stadtgebiet über­flo­gen. „Das ent­schei­den wir im Regelfall erst wenige Stunden vor dem Start”, so Rolf Wilting von Eurosense. Dann werde auch die ört­li­che Polizeiwache ver­läss­lich informiert.

(69 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)