Neuss: Sascha Karbowiak ist neuer SPD Stadtverbandvorsitzender

Neuss – Am gestrigen Mittwochabend kamen zahlreiche Mitglieder der Neusser SPD zum "Politischen Aschermittwoch", im Thomas-Morus-Haus zusammen. In diesem Jahr in Verbinden der Jahreshauptversammlung und Neuwahl des Vorstandes.

Der bisherige Amtsinhaber, Benno Jakubassa, trat nach über 20 Jahren an der Spitze der Neusser Sozialdemokraten nicht erneut an. Zur Neuwahl stellten sich gleich drei Kandidaten, Michael Ziege, Heinrich Thiel und Sascha Karbowiak, vor. Diese hatten in den vergangenen Wochen zahlreiche Infoabende in den Ortsteilen absolviert.

Der scheidende Vorsitzenden erhielt für seine Verdienste die Willy-Brandt-Medaille und wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden der Neusser SPD gewählt. Hierzu gab es eine kurzfristige Ergänzung der Tagesordnung.

In kurzen Reden zu Vorstellungen und Zielen konnten die Kandidaten am Abend noch die letzten Punkte sammeln. Erwartungsgemäß erfolgten zwei Wahlgänge. Aus dem Ersten gingen Heinrich Thiel und Sascha Karbowiak als Sieger hervor. Letztlich konnte Sascha Karbowiak, mit 92 zu 72 Stimmen, die Wahl für sich entscheiden und wird nun das Amt des Vorsitzenden im Stadtverband übernehmen.

Foto: Privat

Hier einige Aussagen vom neuen Vorsitzenden:

Liebe Leserinnen und Leser von Klartext-NE.de,

nach über 20 Jahren als Stadtverbandsvorsitzender hat Benno Jakubassa den Entschluss gefasst, am politischen Aschermittwoch der Neusser SPD nicht mehr für das Amt des Stadtverbandsvorsitzenden zu kandidieren. Für die am 14. Februar stattfindende Neuwahl des SPD-Stadtverbands-Vorsitzes habe ich nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen Ende Oktober 2017 meine Kandidatur erklärt. Um die Mitglieder der SPD Neuss über meine Ideen für die Zukunft der SPD Neuss zu informieren, habe ich das Konzeptpapier „SPD Neuss 2020 – Platz 2 ist nicht genug!“ geschrieben. So kann sich jedes SPD-Mitglied ein Bild über meine Ideen und Ziele machen. Zunächst einmal möchte ich mich allerdings persönlich vorstellen.

Über mich:

Als „waschechter Neusser“ wurde ich am 25.11.1987 im Lukaskrankenhaus geboren. Nach dem Besuch des Quirinus-Gymnasiums habe ich eine Ausbildung bei der AOK Rheinland/Hamburg abgeschlossen und stehe seit 2008 mit beiden Beinen im Berufsleben – also seit zehn Jahren. Als Mitglied der Neusser Schützengilde nehme ich seit vielen Jahren am Neusser Bürger-Schützenfest teil – seit 2015 „hoch zu Roß“ als Adjutant. Neben meiner Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di und bei den „Neusser Heimatfreunden“ bin ich Mitglied der Neusser AWO.

2008 trat ich nach mehreren Gesprächen mit Benno Jakubassa und Udo Kissenkoetter der SPD bei. Seit 2013 bin ich Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neuss-Stadtmitte, seit 2014 als Stadtverordneter Mitglied des Rates der Stadt Neuss. 2015 wurde ich zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD-Ratsfraktion gewählt. Selbstverständlich bringe ich mich regelmäßig mit Antragsideen in die Arbeit der SPD-Ratsfraktion ein. Den Eintritt in die SPD habe ich bis heute nicht einen einzigen Tag lang bereut. Was gibt es Schöneres, als sich mit der richtigen Partei für die eigene Heimatstadt einzusetzen?

Was ich als Stadtverbandsvorsitzender in Angriff nehmen möchte:

Die gewonnenen Wahlen 2012 (Landtagswahl) und 2015 (Bürgermeisterwahl) haben erneut bewiesen: Die SPD in Neuss kann Wahlen gewinnen. Dass uns dies im letzten Jahr bei der Landtags- und Bundestagswahl Dass uns dies im letzten Jahr bei der Landtags- und Bundestagswahl trotz des guten Vor-Ort-Wahlkampfes nicht gelang, war im Wesentlichen dem fehlenden Rückwind aus Düsseldorf und Berlin zuzuschreiben.

Ein guter Platz 2 reicht uns aber nicht. Die Kommunalwahl 2020 bietet uns die einmalige Chance, nicht nur die Wiederwahl von Reiner Breuer als SPD-Bürgermeister zu sichern, sondern endlich auch andere Mehrheiten im Stadtrat zu erreichen. Das wahlkampffreie Jahr 2018 müssen wir nutzen, um die organisatorischen, inhaltlichen und personellen Voraussetzungen für eine starke SPD in Neuss zu schaffen. Das Jahr 2019 und die Europawahl werden wir bereits nutzen, um uns als moderne Großstadtpartei für Neuss zu präsentieren. 2020 kann dann zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Neusser SPD werden!

Unser größter Schatz sind unsere Mitglieder!

Wir müssen den Schatz unserer Partei, unsere Mitglieder, heben und sie teilhaben lassen an politischen Prozessen. Die Chancen der Digitalisierung gilt es dabei sicherlich zu nutzen – aber das Gefühl, „Ich gehöre dazu“ und „ Ich mache mit“ ersetzen WhatsApp und Facebook nicht.
Die SPD ist auch Currywurst und Bier an der Theke. Diese Lebendigkeit der Partei muss gefördert werden. Ich möchte erreichen, dass alle Neumitglieder gleich gut in die Partei aufgenommen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Stadtverband mindestens halbjährlich für alle Neumitglieder ein Neumitgliedertreffen organisiert und frühzeitig hierzu einlädt.

„Die SPD ist auch da, wo es dreckig ist und stinkt!“

Dieses Zitat von Sigmar Gabriel kennen wahrscheinlich viele Neusser. Es beschreibt gut, dass die Diskussion vor Ort an der Basis mit den eigenen Mitgliedern wichtig ist, wir aber auch die Impulse und die Kritik von außen benötigen. Die Neusser SPD muss wieder verstärkt in den Dialog mit Vereinen, Verbänden und Interessengruppen treten – auch wenn die Gespräche dort mal schwierig oder unerfreulich sind. Der SPD-Stadtverband hat in den vergangenen Jahren keine Infoveranstaltungen organisiert. Wir müssen als SPD Neuss wieder mehr den Dialog pflegen und das Bedürfnis der Neusserinnen und Neusser nach politischer Diskussion erfüllen. Aus diesem Grund möchte ich regelmäßige Diskussionsveranstaltungen organisieren.

Die Fraktion ist die Exekutive, aber die Partei muss die langen Linien bestimmen!

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der SPD-Stadtverband zukünftig wieder eigene Positionen und Visionen für grundlegende politische Fragen erarbeitet: Wie sieht die Schullandschaft in fünf Jahren aus? Was macht die „soziale Großstadt“ Neuss im Jahr 2030 aus? Was bedeutet urbane Mobilität für Neuss? Themen dieser Art soll der Stadtverband ermitteln, unter Beteiligung möglichst vieler Mitglieder diskutieren und die Ergebnisse nach draußen vertreten. Hierfür müssen zeitgemäße Beteiligungsformate entwickelt werden. Wir müssen uns aber auch vermehrt für Nicht-Mitglieder öffnen und die Neusserinnen und Neusser sowie die Vereine und Verbände in unsere Arbeit einbeziehen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen deutlich stärker in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Direkte Demokratie macht gerade die Kommunalpolitik lebendig, wie das jüngste Beispiel des von der SPD unterstützten Bürgerbegehrens für mehr Gesamtschulplätze gezeigt hat.

Auf das „Team 2020“ kommt es an!

Die SPD-Ratsfraktion ist auch nach objektiven Kriterien der Aktivposten im Stadtrat.  Schwarz-Grün hingegen ist bereits zufrieden, wenn „die Koalition steht“ – gemeinsame politische Inhalte sind hier mittlerweile selbst mit der Lupe nicht mehr zu erkennen. Wir wollen Politik für die Menschen machen und Neuss weiter voranbringen. Hierfür brauchen wir ein schlagkräftiges „Team 2020“ mit einer breiten Mischung aus Jung und Alt, Mann und Frau, neu und erfahren. Dieses Team gilt es frühzeitig aufzustellen, damit sich die Wahlkreisbewerber/innen auch vor Ort bekanntmachen können. Für die Förderung von insbesondere jungen Frauen werden wir zusätzliche Anstrengungen unternehmen, damit die Fraktion 2020 weiblicher wird.

Die Wahlkreise müssen „beackert“ werden!

Um bei der Kommunalwahl ein deutlich besseres Ergebnis mit einer neuen SPD-geführten Mehrheit zu erreichen, müssen wir unser Engagement in den Wahlkreisen ausweiten und mehr Präsenz zeigen. Wir müssen als SPD wieder als die „Kümmerer-Partei“ dieser Stadt wahrgenommen werden.
Aus diesem Grund möchte ich mich dafür einsetzen, dass in jedem Wahlkreis mindestens zwei Mal pro Jahr eine Wahlkreiszeitung verteilt wird. Ich weiß, dass die Verteilung einer Wahlkreiszeitung für die Wahlkreisbetreuer einen hohen Aufwand bedeutet. Dieser zahlt sich aber aus und zwar in jedem Wahlkreis!
Ich betreue mit dem Stadionviertel einen relativ konservativen Wahlkreis, der bis zur letzten Kommunalwahl als klassische CDU-Hochburg betrachtet werden kann. Seit 2010 habe ich 3-4 Bürgerbriefe pro Jahr in meinem Wahlkreis verteilt, bei der Kommunalwahl 2014 konnten wir als SPD durch mein Engagement um 9 % im konservativen Stadionviertel zulegen. Es zeigt sich: Dauerhaftes Engagement zahlt sich in jedem Wahlkreis aus. Das ist meine feste Überzeugung.

Keine Kampagne ohne Programm!

Wir müssen als Partei gemeinsam mit der Fraktion für die Wahlperiode 2020-2025 ein Wahlprogramm entwickeln, das attraktiv für die Neusserinnen und Neusser ist und die Zukunftschancen unserer Stadt im Fokus hat. Eine noch so bunte und professionelle Kampagne taugt nichts, wenn dahinter keine Inhalte stehen, die die Menschen überzeugen. Mir ist wichtig, dass unser Wahlprogramm nicht „im stillen Kämmerlein“ entwickelt wird – sondern unter Beteiligung möglichst vieler SPD-Mitglieder. Unsere Mitglieder müssen in Infoveranstaltungen und Mitgliederbefragungen frühzeitig in die Programmentwicklung eingebunden werden und sollen nicht bei einem Parteitag ein bereits abgeschlossenes Programm „abnicken“. Darüber hinaus möchte ich die Neusser Bevölkerung in die Programmerarbeitung einbinden. Wir müssen den Input der Neusser Bürgerinnen und Bürger noch intensiver abfragen als bisher. Ein Instrument dabei sind die Bürgerdialoge. Aus diesem Grund sollen mehrere Bürgerdialog-Veranstaltung durchgeführt werden.

Der Weg zum Wahlsieg!

Wer in der heutigen Zeit Wahlen gewinnen möchte, der benötigt insbesondere einen charismatischen Spitzenkandidaten und eine schlagfertige Kampagne. Über einen charismatischen Spitzenkandidaten verfügen wir mit Reiner Breuer bereits. Seit seiner Wahl ist unser Bürgermeister nah bei den Menschen und deutlich beliebter als sein Amtsvorgänger. Auch ohne eigene Mehrheit im Stadtrat kann sich seine Bilanz sehen lassen, gemeinsam mit der SPD-Ratsfraktion wird die „soziale Großstadt Neuss“ kontinuierlich weiterentwickelt. Aus diesem Grund muss eine schlagkräftige Kampagne auch im engen Schulterschluss mit dem Spitzenkandidaten und der SPD-Ratsfraktion entwickelt werden. Als stellvertretender Fraktionsvorsitzender arbeite ich bereits heute eng und vertrauensvoll mit Reiner Breuer und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Arno Jansen zusammen. Ich war zudem eng in die Bürgermeisterwahlkampagne 2015 sowie als Wahlkampfleiter von Arno Jansen in die Landtagswahl 2017 eingebunden. Ich kenne Wahlkämpfe deshalb nicht nur aus der eigenen Ratskandidatur, sondern auch als Organisator, Entscheider und Mit-Anpacker. Daher weiß ich, welche Aufgaben und Anstrengungen insbesondere in der Vorbereitung eines Wahlkampfes „hinter den Kulissen“ erforderlich sind und wie man eine Kampagne steuert.

Gemeinsam mit den SPD-Mitgliedern werden wir eine moderne, auf Neuss maßgeschneiderte und letztlich erfolgreiche Kampagne erarbeiten!

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