Neuss: Sascha Karbowiak ist neuer SPD Stadtverbandvorsitzender

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Am gest­ri­gen Mittwochabend kamen zahl­rei­che Mitglieder der Neusser SPD zum „Politischen Aschermittwoch”, im Thomas-​Morus-​Haus zusam­men. In die­sem Jahr in Verbinden der Jahreshauptversammlung und Neuwahl des Vorstandes.

Der bis­he­rige Amtsinhaber, Benno Jakubassa, trat nach über 20 Jahren an der Spitze der Neusser Sozialdemokraten nicht erneut an. Zur Neuwahl stell­ten sich gleich drei Kandidaten, Michael Ziege, Heinrich Thiel und Sascha Karbowiak, vor. Diese hat­ten in den ver­gan­ge­nen Wochen zahl­rei­che Infoabende in den Ortsteilen absolviert.

Der schei­dende Vorsitzenden erhielt für seine Verdienste die Willy-​Brandt-​Medaille und wurde ein­stim­mig zum Ehrenvorsitzenden der Neusser SPD gewählt. Hierzu gab es eine kurz­fris­tige Ergänzung der Tagesordnung.

In kur­zen Reden zu Vorstellungen und Zielen konn­ten die Kandidaten am Abend noch die letz­ten Punkte sam­meln. Erwartungsgemäß erfolg­ten zwei Wahlgänge. Aus dem Ersten gin­gen Heinrich Thiel und Sascha Karbowiak als Sieger her­vor. Letztlich konnte Sascha Karbowiak, mit 92 zu 72 Stimmen, die Wahl für sich ent­schei­den und wird nun das Amt des Vorsitzenden im Stadtverband übernehmen.

Foto: Privat

Hier einige Aussagen vom neuen Vorsitzenden:

Liebe Leserinnen und Leser von Klartext​-NE​.de,

nach über 20 Jahren als Stadtverbandsvorsitzender hat Benno Jakubassa den Entschluss gefasst, am poli­ti­schen Aschermittwoch der Neusser SPD nicht mehr für das Amt des Stadtverbandsvorsitzenden zu kan­di­die­ren. Für die am 14. Februar statt­fin­dende Neuwahl des SPD-​Stadtverbands-​Vorsitzes habe ich nach reif­li­cher Überlegung und vie­len Gesprächen Ende Oktober 2017 meine Kandidatur erklärt. Um die Mitglieder der SPD Neuss über meine Ideen für die Zukunft der SPD Neuss zu infor­mie­ren, habe ich das Konzeptpapier „SPD Neuss 2020 – Platz 2 ist nicht genug!“ geschrie­ben. So kann sich jedes SPD-​Mitglied ein Bild über meine Ideen und Ziele machen. Zunächst ein­mal möchte ich mich aller­dings per­sön­lich vorstellen.

Über mich:

Als „wasch­ech­ter Neusser“ wurde ich am 25.11.1987 im Lukaskrankenhaus gebo­ren. Nach dem Besuch des Quirinus-​Gymnasiums habe ich eine Ausbildung bei der AOK Rheinland/​Hamburg abge­schlos­sen und stehe seit 2008 mit bei­den Beinen im Berufsleben – also seit zehn Jahren. Als Mitglied der Neusser Schützengilde nehme ich seit vie­len Jahren am Neusser Bürger-​Schützenfest teil – seit 2015 „hoch zu Roß“ als Adjutant. Neben mei­ner Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ver.di und bei den „Neusser Heimatfreunden“ bin ich Mitglied der Neusser AWO.

2008 trat ich nach meh­re­ren Gesprächen mit Benno Jakubassa und Udo Kissenkoetter der SPD bei. Seit 2013 bin ich Vorsitzender des SPD-​Ortsvereins Neuss-​Stadtmitte, seit 2014 als Stadtverordneter Mitglied des Rates der Stadt Neuss. 2015 wurde ich zum stell­ver­tre­ten­den Fraktionsvorsitzenden der SPD-​Ratsfraktion gewählt. Selbstverständlich bringe ich mich regel­mä­ßig mit Antragsideen in die Arbeit der SPD-​Ratsfraktion ein. Den Eintritt in die SPD habe ich bis heute nicht einen ein­zi­gen Tag lang bereut. Was gibt es Schöneres, als sich mit der rich­ti­gen Partei für die eigene Heimatstadt einzusetzen?

Was ich als Stadtverbandsvorsitzender in Angriff neh­men möchte:

Die gewon­ne­nen Wahlen 2012 (Landtagswahl) und 2015 (Bürgermeisterwahl) haben erneut bewie­sen: Die SPD in Neuss kann Wahlen gewin­nen. Dass uns dies im letz­ten Jahr bei der Landtags- und Bundestagswahl Dass uns dies im letz­ten Jahr bei der Landtags- und Bundestagswahl trotz des guten Vor-​Ort-​Wahlkampfes nicht gelang, war im Wesentlichen dem feh­len­den Rückwind aus Düsseldorf und Berlin zuzuschreiben.

Ein guter Platz 2 reicht uns aber nicht. Die Kommunalwahl 2020 bie­tet uns die ein­ma­lige Chance, nicht nur die Wiederwahl von Reiner Breuer als SPD-​Bürgermeister zu sichern, son­dern end­lich auch andere Mehrheiten im Stadtrat zu errei­chen. Das wahl­kampf­freie Jahr 2018 müs­sen wir nut­zen, um die orga­ni­sa­to­ri­schen, inhalt­li­chen und per­so­nel­len Voraussetzungen für eine starke SPD in Neuss zu schaf­fen. Das Jahr 2019 und die Europawahl wer­den wir bereits nut­zen, um uns als moderne Großstadtpartei für Neuss zu prä­sen­tie­ren. 2020 kann dann zum erfolg­reichs­ten Jahr in der Geschichte der Neusser SPD werden!

Unser größ­ter Schatz sind unsere Mitglieder!

Wir müs­sen den Schatz unse­rer Partei, unsere Mitglieder, heben und sie teil­ha­ben las­sen an poli­ti­schen Prozessen. Die Chancen der Digitalisierung gilt es dabei sicher­lich zu nut­zen – aber das Gefühl, „Ich gehöre dazu“ und „ Ich mache mit“ erset­zen WhatsApp und Facebook nicht. 
Die SPD ist auch Currywurst und Bier an der Theke. Diese Lebendigkeit der Partei muss geför­dert wer­den. Ich möchte errei­chen, dass alle Neumitglieder gleich gut in die Partei auf­ge­nom­men wer­den. Darüber hin­aus ist es wich­tig, dass der Stadtverband min­des­tens halb­jähr­lich für alle Neumitglieder ein Neumitgliedertreffen orga­ni­siert und früh­zei­tig hierzu einlädt.

Die SPD ist auch da, wo es dre­ckig ist und stinkt!“

Dieses Zitat von Sigmar Gabriel ken­nen wahr­schein­lich viele Neusser. Es beschreibt gut, dass die Diskussion vor Ort an der Basis mit den eige­nen Mitgliedern wich­tig ist, wir aber auch die Impulse und die Kritik von außen benö­ti­gen. Die Neusser SPD muss wie­der ver­stärkt in den Dialog mit Vereinen, Verbänden und Interessengruppen tre­ten – auch wenn die Gespräche dort mal schwie­rig oder uner­freu­lich sind. Der SPD-​Stadtverband hat in den ver­gan­ge­nen Jahren keine Infoveranstaltungen orga­ni­siert. Wir müs­sen als SPD Neuss wie­der mehr den Dialog pfle­gen und das Bedürfnis der Neusserinnen und Neusser nach poli­ti­scher Diskussion erfül­len. Aus die­sem Grund möchte ich regel­mä­ßige Diskussionsveranstaltungen organisieren.

Die Fraktion ist die Exekutive, aber die Partei muss die lan­gen Linien bestimmen!

Ich möchte mich dafür ein­set­zen, dass der SPD-​Stadtverband zukünf­tig wie­der eigene Positionen und Visionen für grund­le­gende poli­ti­sche Fragen erar­bei­tet: Wie sieht die Schullandschaft in fünf Jahren aus? Was macht die „soziale Großstadt“ Neuss im Jahr 2030 aus? Was bedeu­tet urbane Mobilität für Neuss? Themen die­ser Art soll der Stadtverband ermit­teln, unter Beteiligung mög­lichst vie­ler Mitglieder dis­ku­tie­ren und die Ergebnisse nach drau­ßen ver­tre­ten. Hierfür müs­sen zeit­ge­mäße Beteiligungsformate ent­wi­ckelt wer­den. Wir müs­sen uns aber auch ver­mehrt für Nicht-​Mitglieder öff­nen und die Neusserinnen und Neusser sowie die Vereine und Verbände in unsere Arbeit ein­be­zie­hen. Die Bürgerinnen und Bürger müs­sen deut­lich stär­ker in die Entscheidungsfindung ein­be­zo­gen wer­den. Direkte Demokratie macht gerade die Kommunalpolitik leben­dig, wie das jüngste Beispiel des von der SPD unter­stütz­ten Bürgerbegehrens für mehr Gesamtschulplätze gezeigt hat.

Auf das „Team 2020“ kommt es an!

Die SPD-​Ratsfraktion ist auch nach objek­ti­ven Kriterien der Aktivposten im Stadtrat. Schwarz-​Grün hin­ge­gen ist bereits zufrie­den, wenn „die Koalition steht“ – gemein­same poli­ti­sche Inhalte sind hier mitt­ler­weile selbst mit der Lupe nicht mehr zu erken­nen. Wir wol­len Politik für die Menschen machen und Neuss wei­ter vor­an­brin­gen. Hierfür brau­chen wir ein schlag­kräf­ti­ges „Team 2020“ mit einer brei­ten Mischung aus Jung und Alt, Mann und Frau, neu und erfah­ren. Dieses Team gilt es früh­zei­tig auf­zu­stel­len, damit sich die Wahlkreisbewerber/​innen auch vor Ort bekannt­ma­chen kön­nen. Für die Förderung von ins­be­son­dere jun­gen Frauen wer­den wir zusätz­li­che Anstrengungen unter­neh­men, damit die Fraktion 2020 weib­li­cher wird.

Die Wahlkreise müs­sen „beackert“ werden!

Um bei der Kommunalwahl ein deut­lich bes­se­res Ergebnis mit einer neuen SPD-​geführten Mehrheit zu errei­chen, müs­sen wir unser Engagement in den Wahlkreisen aus­wei­ten und mehr Präsenz zei­gen. Wir müs­sen als SPD wie­der als die „Kümmerer-​Partei“ die­ser Stadt wahr­ge­nom­men werden. 
Aus die­sem Grund möchte ich mich dafür ein­set­zen, dass in jedem Wahlkreis min­des­tens zwei Mal pro Jahr eine Wahlkreiszeitung ver­teilt wird. Ich weiß, dass die Verteilung einer Wahlkreiszeitung für die Wahlkreisbetreuer einen hohen Aufwand bedeu­tet. Dieser zahlt sich aber aus und zwar in jedem Wahlkreis! 
Ich betreue mit dem Stadionviertel einen rela­tiv kon­ser­va­ti­ven Wahlkreis, der bis zur letz­ten Kommunalwahl als klas­si­sche CDU-​Hochburg betrach­tet wer­den kann. Seit 2010 habe ich 3–4 Bürgerbriefe pro Jahr in mei­nem Wahlkreis ver­teilt, bei der Kommunalwahl 2014 konn­ten wir als SPD durch mein Engagement um 9 % im kon­ser­va­ti­ven Stadionviertel zule­gen. Es zeigt sich: Dauerhaftes Engagement zahlt sich in jedem Wahlkreis aus. Das ist meine feste Überzeugung.

Keine Kampagne ohne Programm!

Wir müs­sen als Partei gemein­sam mit der Fraktion für die Wahlperiode 2020–2025 ein Wahlprogramm ent­wi­ckeln, das attrak­tiv für die Neusserinnen und Neusser ist und die Zukunftschancen unse­rer Stadt im Fokus hat. Eine noch so bunte und pro­fes­sio­nelle Kampagne taugt nichts, wenn dahin­ter keine Inhalte ste­hen, die die Menschen über­zeu­gen. Mir ist wich­tig, dass unser Wahlprogramm nicht „im stil­len Kämmerlein“ ent­wi­ckelt wird – son­dern unter Beteiligung mög­lichst vie­ler SPD-​Mitglieder. Unsere Mitglieder müs­sen in Infoveranstaltungen und Mitgliederbefragungen früh­zei­tig in die Programmentwicklung ein­ge­bun­den wer­den und sol­len nicht bei einem Parteitag ein bereits abge­schlos­se­nes Programm „abni­cken“. Darüber hin­aus möchte ich die Neusser Bevölkerung in die Programmerarbeitung ein­bin­den. Wir müs­sen den Input der Neusser Bürgerinnen und Bürger noch inten­si­ver abfra­gen als bis­her. Ein Instrument dabei sind die Bürgerdialoge. Aus die­sem Grund sol­len meh­rere Bürgerdialog-​Veranstaltung durch­ge­führt werden.

Der Weg zum Wahlsieg!

Wer in der heu­ti­gen Zeit Wahlen gewin­nen möchte, der benö­tigt ins­be­son­dere einen cha­ris­ma­ti­schen Spitzenkandidaten und eine schlag­fer­tige Kampagne. Über einen cha­ris­ma­ti­schen Spitzenkandidaten ver­fü­gen wir mit Reiner Breuer bereits. Seit sei­ner Wahl ist unser Bürgermeister nah bei den Menschen und deut­lich belieb­ter als sein Amtsvorgänger. Auch ohne eigene Mehrheit im Stadtrat kann sich seine Bilanz sehen las­sen, gemein­sam mit der SPD-​Ratsfraktion wird die „soziale Großstadt Neuss“ kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt. Aus die­sem Grund muss eine schlag­kräf­tige Kampagne auch im engen Schulterschluss mit dem Spitzenkandidaten und der SPD-​Ratsfraktion ent­wi­ckelt wer­den. Als stell­ver­tre­ten­der Fraktionsvorsitzender arbeite ich bereits heute eng und ver­trau­ens­voll mit Reiner Breuer und dem SPD-​Fraktionsvorsitzenden Arno Jansen zusam­men. Ich war zudem eng in die Bürgermeisterwahlkampagne 2015 sowie als Wahlkampfleiter von Arno Jansen in die Landtagswahl 2017 ein­ge­bun­den. Ich kenne Wahlkämpfe des­halb nicht nur aus der eige­nen Ratskandidatur, son­dern auch als Organisator, Entscheider und Mit-​Anpacker. Daher weiß ich, wel­che Aufgaben und Anstrengungen ins­be­son­dere in der Vorbereitung eines Wahlkampfes „hin­ter den Kulissen“ erfor­der­lich sind und wie man eine Kampagne steuert.

Gemeinsam mit den SPD-​Mitgliedern wer­den wir eine moderne, auf Neuss maß­ge­schnei­derte und letzt­lich erfolg­rei­che Kampagne erarbeiten!

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