Kreisveterinäramt rät: Augen auf beim Kauf von Hundewelpen – Tollwut droht!

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Illegaler Handel mit Hundewelpen – sol­che Fälle erlebt das Veterinäramt des Rhein-​Kreises Neuss in letz­ter Zeit immer wieder.

Häufig stam­men die Welpen aus dem ost­eu­ro­päi­schen Ausland. Dort wur­den sie unter tier­schutz­wid­ri­gen Bedingungen gezüch­tet, ohne Schutzmaßnahmen gegen Tierseuchen nach Deutschland gebracht und hier wer­den sie über das Internet zum Kauf angeboten.

Dr. Frank Schäfer, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, und seine Mitarbeiter wur­den im letz­ten Monat auf einen Fall in Grevenbroich auf­merk­sam. Ein Hundehalter hatte einen Cane Corso-​Welpen aus Rumänien unter Missachtung der tier­seu­chen­recht­li­chen Anforderungen nach eige­nen Angaben geschenkt bekommen.

Bei der Überprüfung waren die Papiere nicht vor­han­den; außer­dem war der Tollwut-​Impfstatus unklar. „Deshalb muss der Welpe nun in Quarantäne blei­ben, bis fest­steht, dass er nicht mit dem Tollwutvirus infi­ziert ist“, sagt Amtsleiter Schäfer. „Dies ist zwar für die wei­tere Entwicklung des Welpen ungüns­tig, soll aber ver­hin­dern, dass Menschen oder andere Tiere mit dem Tollwut-​Virus ange­steckt werden.“

Zum Hintergrund: Mit dem Tollwutvirus kön­nen sich prak­tisch alle Säugetierspezies und damit auch Menschen infi­zie­ren. Der Virus wird über den Speichel aus­ge­schie­den und daher unter ande­rem bei Bissen über­tra­gen, aber auch eine Übertragung über Wundverschmutzungen, die Bindehäute oder kleinste Verletzungen der Schleimhäute ist mög­lich. Die Krankheit endet, auch für den Menschen, immer tödlich.

Deutschland gilt im Gegensatz zu eini­gen ost­eu­ro­päi­schen Ländern laut der Weltorganisation für Tiergesundheit seit 2008 als toll­wut­frei. Erst im Dezember letz­ten Jahres ver­en­de­ten zwei Haustiere – Ziegen – an Tollwut in Ungarn und im Januar wur­den zwei wei­tere infi­zierte Tiere in Polen gemeldet.

Anfang Oktober ver­starb in Frankreich ein zehn­jäh­ri­ger Junge, der sich im Sommerurlaub durch einen Hundebiss mit dem Tollwutvirus infi­ziert hatte. Weltweit ster­ben jähr­lich ca. 60 000 Menschen an Tollwut. Um zu ver­hin­dern, dass die Tollwut in Deutschland wie­der aus­bricht, dür­fen Hundewelpen aus dem euro­päi­schen Ausland nur mit aus­rei­chen­dem Tollwutimpfschutz nach Deutschland gebracht wer­den. Die Impfung und die Identität des Tieres über einen Mikrochip müs­sen in einem EU-​Heimtierausweis doku­men­tiert werden.

Welpen kön­nen frü­hes­tens mit drei Monaten gegen Tollwut geimpft wer­den. Erst nach wei­te­ren drei Wochen ist der Impfschutz erreicht, so dass Welpen frü­hes­tens mit einem Alter von unge­fähr vier Monaten nach Deutschland impor­tiert wer­den kön­nen. Sollte ein Hund mit unkla­rem Tollwutstatus oder nicht gül­ti­gen oder gefälsch­ten Papieren ein­ge­führt wer­den, so muss die­ser bis zu sechs Monate auf Kosten des Tierhalters in einer Tierheim- Quarantäne gehal­ten werden.

Dr. Annette Kern, Tierärztin in der Kreisverwaltung, berich­tet, dass die Hunde meis­tens aus Massenzuchten ohne Rücksicht auf Gendefekte oder Überzüchtungen stam­men. „Die Erbkrankheiten sind für den Käufer beim Welpen oder Junghund oft nicht zu erken­nen. Einige Wochen spä­ter sind oft teure tier­ärzt­li­che Behandlungskosten die Folge; die Verkäufer sind nicht mehr greif­bar“, so die Expertin. Wer nicht geimpfte Welpen nach Deutschland impor­tiert, muss mit einer Geldbuße rechnen.

Bürger, die beim Hundekauf unsi­cher sind, ob das Tier mit gül­ti­gen Papieren und einer gül­ti­gen Impfung ver­kauft wird, soll­ten bei einem Tierarzt oder dem Kreisveterinäramt nach­fra­gen. Empfehlenswert ist auch, auf einem Kaufvertrag zu bestehen, sich den Personalausweis zei­gen zu las­sen oder – am bes­ten – Welpen nur von bekann­ten, hie­si­gen Züchtern erwerben.

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