Rhein-​Kreis Neuss: Jugendschutz auch im Karneval beachten

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Begriffe wie „Koma-​Saufen“ und „Binge-​Drinking“ beschrei­ben auf dras­ti­sche Weise ein gefähr­li­ches Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen. 

Bereits seit meh­re­ren Jahren beob­ach­tet das Kreisjugendamt, dass Minderjährige beson­ders wäh­rend der Karnevalstage ver­mehrt zur Flasche grei­fen. Dabei bleibt es für viele Jugendliche nicht beim „Probieren“, son­dern der Umgang mit Alkohol ver­ur­sacht oft ernste gesund­heit­li­che Schäden und macht medi­zi­ni­sche Hilfe erforderlich.

Bevor die Karnevalssession zu Altweiber am 8. Februar in die heiße Phase geht, wei­sen Polizei, Ordnungsämter und das Kreisjugendamt auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hin und appel­lie­ren an die Verantwortlichkeit der Erwachsenen. Während der när­ri­schen Tage legen die Behörden ein beson­de­res Augenmerk auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen.

In Verantwortung ste­hen die Veranstalter von Umzügen oder ande­rer „Events“ und die Gewerbetreibenden im Bereich Getränke und Genussmittel. Aber auch Eltern sowie alle Erwachsenen soll­ten in die­ser Zeit dazu bei­tra­gen, dass Kinder und Jugendliche – ent­ge­gen gesetz­li­cher Bestimmungen – nicht zum Konsum alko­ho­li­scher Getränke ver­lei­tet wer­den. Dies gilt ins­be­son­dere für pri­vate Karnevalspartys, bei denen Kinder und Jugendliche oft allzu leicht mit Alkohol in Kontakt kommen.

Dazu sagt Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein: „Erwachsene, ins­be­son­dere die Eltern, spie­len mit Ihrem Vorbild eine ganz wesent­li­che Rolle für Verhaltensmuster von Kindern und Jugendlichen. Sie soll­ten vor­le­ben, dass Freude am Feiern und an der Ausgelassenheit auch ohne Alkohol mög­lich ist.“

Das Jugendamt des Rhein-​Kreis Neuss sowie seine Kooperationspartner – die Caritas Neuss und die Kreispolizeibehörde mit ihrer Sucht- und Drogenprävention – leis­ten seit vie­len Jahren Präventionsarbeit. Projekte wie „ProJugend statt ProMille“, Suchtpräventionsprojekte an Schulen, schu­li­sche Angebote für Lehrer, Schüler und Eltern, Präventionsmaßnahmen auf Veranstaltungen wie Schützenfesten und Karneval mit dem PrEvent-​Mobil der Caritas sol­len auf die Gefahren auf­merk­sam machen.

Das Jugendamt und seine Kooperationspartner sind in die­sem Jahr unter ande­rem bei der Karnevalsveranstaltung am Donnerstag, 8. Februar, im RedHot in Jüchen vor Ort.

Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes zur Alkoholabgabe

Sogenannte „harte Alkoholika“ wie Schnäpse, Liköre, Rum oder Whisky dür­fen gene­rell nicht an Minderjährige unter 18 Jahren abge­ge­ben wer­den. Dies gilt auch für die brand­wein­hal­ti­gen Mixgetränke, die soge­nann­ten Alcopops. Bier oder Wein dür­fen bereits an 16-​Jährige abge­ge­ben wer­den und – wenn die Eltern dabei sind – sogar schon an 14-​Jährige. Rauchen in der Öffentlichkeit und Abgabe von Tabakwaren an Minderjährige unter 18 Jahren ist nicht mehr erlaubt. Dies gilt auch für niko­tin­freie Erzeugnisse wie elek­tro­ni­sche Zigaretten oder elek­tro­ni­sche Shishas.

An Tanzveranstaltungen – wie z. B. der Karnevalsdisko eines gewerb­li­chen Veranstalters – dür­fen Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung der Eltern teil­neh­men. 16- bis 17-​Jährige dür­fen nur bis 24 Uhr mitfeiern.

Wer sich als Veranstalter oder Gewerbetreibender in beson­de­rer Weise für den Kinder- und Jugendschutz enga­gie­ren möchte und dies auch sicht­bar nach außen doku­men­tie­ren will, erhält kos­ten­los vom Kreisjugendamt einen spe­zi­ell für Karneval ent­wi­ckel­ten Aushang mit den wich­tigs­ten Bestimmungen. Weitere Informationen gibt es bei Michael Hackling unter Telefon 02161 6104–5133.

(27 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)