Neuss: Neujahrsempfang des Katholikenrates – Kirche muss den Menschen zuge­wandt sein

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Neuss – Den Auftakt in das weltliche neue Jahr feierte der Katholikenrat Rhein-Kreis Neuss jetzt mit einem Empfang im Kloster Immaculata.

Nachdem es im vergangenen Jahr anlässlich des Reformationsjubiläums einen gemeinsamen Empfang mit der evangelischen Kirche gegeben hatte, kehrten die Laienvertretung für das Kreisdekanat nun wieder an den angestammten Ort zurück.

Nach der Feier der Heiligen Messe in der Klosterkapelle durch den Kreisdechanten Msgr. Guido Assmann konnte der Vorsitzende Walter Pesch eine stattliche Anzahl von Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft begrüßen, darunter auch zahlreiche Mitglieder der erst im November neu gewählten Pfarrgemeinderäte. Mit Blick auf aktuelle Debatten über politische Predigten und Äußerungen von Kirchenvertretern stellte Pesch die Frage „Was würde Jesus dazu sagen?“

v.l. Cornel Hüsch, Bruno Robeck, Walter Pesch, Guido Assmann

In jedem Falle sei Jesus in seinen Aussagen politisch gewesen, ein gewaltfreier Revolutionär, ein friedlicher Reformer und jemand, der dem Menschen zugewandt war.

„Und alleine deshalb kann es nach meinem Dafürhalten keine unpolitische Kirche und unpolitische Predigten geben.“ Die Kirche müsse mit klarer Sprache Positionen vertreten – mal konservativ, mal progressiv, aber immer den Anliegen der Menschen zugewandt.

Die Zuwendung an die Menschen stand auch im Mittelpunkt des Festvortrags, den Pater Bruno Robeck OCist, Prior des Zisterzienserklosters Langwaden, hielt. Unter dem Titel „Die Sorge um die "Kleinen" – eine alte Tradition mit neuen Herausforderungen“ führte er aus, dass Spiritualität und Dienst am nächsten untrennbar zusammengehören und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

Die Kirche sei in der Gesellschaft als „Kümmerer“ akzeptiert, dürfe aber nicht auf diese Dimension des Glaubens reduziert werden, sonst würde die Gesellschaft geistlich verarmen. Als positives Beispiel für das Zusammenspiel von Fürsorge und Seelsorge nannte Robeck das „Netzwerk Mensch“ seines Klosters, das rund 40 Männern ein Obdach und ein Zuhause gebe.

Im Zuge des Empfangs kündigte Walter Pesch an, bei der Vorstandswahl im Februar nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren. Als seine Nachfolgerin schlägt der Vorstand die Grevenbroicherin Jutta Köchner vor, das engere Vorstandsteam sollen Adolf Thöne (Dormagen) und Thomas Kaumanns (Neuss) als stellvertretende Vorsitzende ergänzen. Dank an Pesch und Grüße an alle Gäste überbrachte der stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln, Cornel Hüsch.

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