Meerbusch: Jahresbilanz der Feuerwehreinsätze 2017

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Robert Schilken, Herausgeber



Meerbusch – Einen deut­li­chen Anstieg der Einsatzzahlen ver­zeich­net die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch rück­bli­ckend auf das Jahr 2017. 

Während ein nor­ma­les Jahr, in dem keine unwet­ter­be­ding­ten Einsatzhäufungen die Statistik nach oben aus­schla­gen las­sen, die Meerbuscher Wehr knapp 500 Mal for­dert, muss­ten im ver­gan­ge­nen Jahr 539 Einsätze absol­viert wer­den. In den Vorjahren waren es jeweils 493 Einsätze in 2016 (+9%) und 464 Einsätze in 2015 (+16%). Dieser Trend zeich­nete sich bereits Mitte des Jahres ab, als die Einsatzzahlen bei 270, also ziem­lich genau bei der Hälfte lagen.

Ein wei­te­rer Blick in die Statistik zeigt, dass nach wie vor die Hälfte aller Feuerwehreinsätze in Meerbusch in den Bereich der Technischen Hilfeleistung fal­len. Hierzu zäh­len Einsätze nach Verkehrsunfällen mit oder ohne ver­letzte Personen, Sturm- oder Wassereinsätze bei denen z.B. Keller voll­ge­lau­fen sind, Einsätze mit Tieren oder Ölspuren um öffent­li­chen Verkehrsraum die schnell besei­tig wer­den müs­sen. Aber auch wenn Personen in ihren Wohnungen ein­ge­schlos­sen sind, drin­gende medi­zi­ni­sche Hilfe benö­ti­gen und nicht mehr eigen­stän­dig die Türe öff­nen kön­nen rückt die Feuerwehr aus und ermög­licht mit Spezialwerkzeug den raschen Zugang für den Rettungsdienst. Weiterhin fal­len jeg­li­che Einsätze mit gefähr­li­chen Stoffen und Gütern im bio­lo­gi­schen oder che­mi­schen Umfeld in die­sen Bereich.

Zwei sehr ähn­li­che Verkehrsunfälle ereig­ne­ten sich an fast glei­cher Stelle im Jahr 2017 kurz vor der Ortseinfahrt in Bösinghoven. Jeweils im August und Dezember prallte ein Kleinwagen gegen einen Baum. In bei­den Fällen wur­den der Fahrer bzw. die Fahrerin in Folge des Unfalls schwer ver­letzt und muss­ten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug mit hydrau­li­schem Rettungsgerät geret­tet werden.

Am 5. Dezember 2017 ereig­nete sich abends ein beson­de­rer Einsatz im Bereich der tech­ni­schen Hilfe als auf der Bahnstrecke zw. Neuss und Meerbusch-​Osterath als ein Personenzug auf einen Güterzug auf­fuhr. Dieser Einsatz ent­wi­ckelt sich schnell zu einem der größ­ten Einsätze, den die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch je zu bewäl­ti­gen hatte. Nie zu vor galt es inner­halb kur­zer Zeit 173 betrof­fene und ver­letzte Personen aus einem rea­len Einsatzereignis her­aus zu betreuen, zu ver­sor­gen und zu behan­deln, nie­mals zuvor wur­den rund 400 Einsatzkräfte aus ganz unter­schied­li­chen Hilfsorganisationen und Städten auf Meerbusch Stadtgebiet tätig und nie­mals zuvor war das regio­nale, über­re­gio­nale, natio­nale und inter­na­tio­nale Medieninteresse so groß wie bei die­sem Einsatz.

Die klas­si­schen Brandeinsätze lie­gen bei 20% aller Einsätze und sind, im Vergleich zu den Vorjahren, etwas rück­läu­fig. Überwiegend han­delt es sich dabei aber um Brände, bei denen die Feuerwehr mit rela­tiv wenig Wasser, in der Regel einem Feuerlöscher oder einem Strahlrohr, den Brand unter Kontrolle bekommt. Immer häu­fi­ger kön­nen die Wehrleute auch beob­ach­ten, dass Heimrauchmelder bereits in der Entstehungsphase eines Brandes kor­rekt aus­lö­sen, die Bewohner recht­zei­tig gewarnt wer­den und dann sel­ber erfolg­reich erste Löschversuch ein­lei­ten. Die rich­ti­ger­weise alar­mierte Feuerwehr kon­trol­liert den betrof­fe­nen Bereich dann noch mal, muss aber meis­tens keine wei­tere Brandbekämpfung durch­füh­ren. Zu den grö­ße­ren Brandeinsätzen zähl­ten im Januar ein Zimmerbrand auf der Bösinghovener Straße und ein Kellerbrand auf der Düsseldorfer Straße in Büderich bei dem vier Personen über die Drehleiter von den Balkonen geret­tet wer­den musste, weil der Fluchtweg durch das Treppenhaus durch den dich­ten Qualm ver­sperrt war. Ende Mai brannte eine Wohnung auf der Krefelder Straße in Osterath kom­plette aus. Personen kamen hier­bei glück­li­cher­weise nicht zu Schaden und die Feuerwehr ver­hin­derte mit einem Großaufgebot die Brandausbreitung auf umlie­gende Gebäude. Im Juni beschä­digte ein Brand im Dachgeschoss ein Einfamilienhaus in Ilverich. Ein Feuerwehrmann ver­letzte sich bei den Löscharbeiten an der Hand. In Lank brannte Ende August auf der Uerdinger Straße ein Anbau an einem Wohnhaus im Vollbrand, bei dem eine Person ver­letzt wurde. Die Feuerwehr musste mit­tels einer Rettungssäge eine Öffnung in ein Garagentor schnei­den bevor sie Zugang zum Brandherd erhielt.

Bei 29% aller Einsätze im ver­gan­ge­nen Jahr han­delte es sich um Fehlalarme. Vielfach stellte sich die Situation bei Eintreffen der Feuerwehr nicht als so kri­tisch her­aus wie sie beim Absetzen des Notrufs 112 erschien.

Ein wei­te­rer Blick auf die sta­tis­ti­schen Zahlen zeigt, dass die ins­ge­samt 17 haupt­amt­li­chen Kräfte der Feuerwehr Meerbusch, an den meis­ten Einsätzen betei­ligt sind (325 Alarmierungen). Dies liegt zum einen daran, dass sie werk­tags viele klei­nere Einätze ohne die Hilfe der Freiwilligen abar­bei­ten kön­nen und zum ande­ren, weil sie mit der Drehleiter ein Fahrzeug beset­zen, dass zu vie­len Einsätzen auto­ma­tisch mit aus­rückt. 136 Einsätze musste der Löschzug Büderich im Jahr 2017 abar­bei­ten. Der Löschzug Lank wurde 130 Mal alar­miert und der Löschzug Osterath rückte zu ins­ge­samt 126 Einsätzen aus. 58 Einsätze wurde der Löschzug Strümp geru­fen. Die Löschgruppe Langst-​Kierst war 29-​mal im Einsatz, die Kollegen aus Nierst 25 und aus Bösinghoven 21-​mal. Mit 84 Einsätzen sind die Dienstage und Mittwoche die ein­satz­reichs­ten Wochentage. Verteilt auf die Uhrzeit wurde die Feuerwehr zwi­schen 15.00 und 18.00 Uhr am häu­figs­ten in Anspruch genommen.

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