Rhein-​Kreis Neuss: Polizei nimmt Enkeltrickbetrüger im Ruhrgebiet fest

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss, Meerbusch, Krefeld, Essen/​Mülheim an der Ruhr (ots) – Ermittler der Neusser Polizei haben am Dienstagnachmittag (19.12.) mit Unterstützung von Essener Kollegen zwei tat­ver­däch­tige Enkeltrickbetrüger in Mülheim an der Ruhr festgenommen.

Dem Duo wird vor­ge­wor­fen, ban­den­mä­ßi­gen Betrug zum Nachteil von Senioren orga­ni­siert durch­ge­führt zu haben. Nach umfang­rei­chen Ermittlungen hat­ten Beamte des Kriminalkommissariats 12 umfang­rei­che belas­tende Beweise zusammengetragen.

Ein Richter erließ am Mittwoch (20.12.) Haftbefehl gegen die bei­den 30-​jährigen Tatverdächtigen aus Krefeld. Den Ermittlungen vor­aus­ge­gan­gen waren Enkeltrickbetrügereien in Neuss und Meerbusch.

Die Fälle im Einzelnen: Am Vormittag des 12.10.2017 mel­dete sich ein männ­li­cher Anrufer bei sei­nem über 80-​jährigen Opfer in Neuss. Dem Unbekannten gelang es, es davon zu über­zeu­gen, ein naher Verwandter zu sein. Er schil­derte der Dame, dass er ein ver­lo­cken­des Immobilienangebot hätte und kurz­fris­tig Bargeld für die Abwicklung des Kaufvertrages benötige.

Zwecks Regulierung der Angelegenheit halte er sich momen­tan in Düsseldorf bei einem Anwalt auf. Die Ausführungen klan­gen für die Angerufene glaub­haft, so dass sie, gegen 15:00 Uhr, zu einem Treffen mit einem „Azubi” eines betei­lig­ten Geldinstitutes im Bereich der Schabernackstraße im Neusser Norden auf­brach. Dort über­gab das Betrugsopfer dem Kurier das Bargeld in einem Umschlag. Anschließend ver­schwand der Unbekannte (siehe hierzu Pressemeldung der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss vom 13.10.2017)

In einem gleich­ge­la­ger­ten Fall in Meerbusch konnte ein Bankmitarbeiter am 24.11.2017 eine Seniorin davor bewah­ren, ein zwei­tes Mal Opfer von Telefonbetrügern zu wer­den. Die Dame beab­sich­tigte, ihre gesam­ten Ersparnisse abzu­he­ben, weil ein ver­meint­li­cher Polizist sie ange­ru­fen und vor Einbrechern gewarnt habe. Der Unbekannte bot der Seniorin an, ihre Wertsachen vor­sorg­lich in Verwahrung zu neh­men, um sie vor dem Zugriff der angeb­li­chen Diebesbande zu schützen.

Doch all dies war nur der per­fide Plan eines Betrügers. Als der Angestellte des Kreditinstitutes wegen der Höhe der gewünsch­ten Abhebung stut­zig wurde und der Meerbuscherin emp­fahl, die „echte” Polizei auf­zu­su­chen, stellte sich her­aus, dass die Dame bereits Anfang November Betrügern auf­ge­ses­sen war.

Seinerzeit hatte ein unbe­kann­ter Mann ange­ru­fen und behaup­tet, der Neffe eines Bekannten zu sein. Dieser Bekannte sei schwer erkrankt und es würde schnell Geld benö­tigt, damit die­ser in einem Pflegeheim unter­ge­bracht wer­den könne. Daraufhin depo­nierte die hilfs­be­reite Seniorin einen fünf­stel­li­gen Betrag an einem ver­ein­bar­ten Ort (siehe Pressemeldung der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss vom 27.11.2017).

Im Rahmen der inten­si­ven Ermittlungen stellte sich her­aus, dass die Täter in den ver­gan­ge­nen Wochen hun­derte von Anrufen die­ser betrü­ge­ri­schen Masche vor­ge­nom­men hat­ten. Damit waren sie auch nach­weis­lich Ende November ein drit­tes Mal erfolg­reich, dies­mal im Bereich Krefeld. (Pressemitteilung der Polizei Krefeld vom 26.11.2017)

Operative Ermittlungen führ­ten schließ­lich zu den bei­den 30-​Jährigen aus Krefeld, die drin­gend ver­däch­tigt sind, die geschil­der­ten Taten began­gen zu haben. Als es am Dienstag (19.12.) nach einem Enkeltrickanruf zu einer wei­te­ren Geldübergabe in Mülheim an der Ruhr kom­men sollte, schlu­gen die Fahnder zu. Mit Unterstützung des ver­meint­li­chen Opfers, das sich in Absprache mit den Ermittlern auf eine Geldübergabe ein­ließ, konn­ten Polizeibeamte aus Essen die bei­den 30-​jährigen Männer aus Krefeld vor­läu­fig festnehmen.

Bei der Durchsuchung ihres Autos stell­ten die Polizisten wei­tere Beweismittel sicher. Darunter befan­den sich ein Notebook, mehre Handys und SIM-​Karten, sowie eine Liste mit wei­te­ren Anschriften und Telefonnummern poten­zi­el­ler Opfer.

Die hin­rei­chend bekann­ten Beschuldigten, beide hat­ten jeweils eine Bewährungsstrafe von knapp zwei Jahren wegen meh­re­rer Betrugsfälle offen, wur­den auf Anordnung der Staatsanwaltschaft am Mittwoch (20.12.) einem Haftrichter vor­ge­führt, der beide in Untersuchungshaft schickte.

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