Rhein-​Kreis Neuss: Kreismuseum Zons – Wertvolle Schenkung ergänzt jetzt die Jugendstil-Sammlung

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Nicht mehr nur Zinn, son­dern auch Objekte aus Keramik, Glas und Holz wer­den künf­tig zur Jugendstil-​Sammlung des Kreismuseums Zons gehören. 

Dr. Beatrix Vater-​Dobberstein, die Witwe des Krefelder Künstlers Axel Vater, unter­zeich­nete jetzt mit Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke und Kulturdezernent Tillmann Lonnes einen Schenkungsvertrag und über­gab ihre Sammlung damit der Einrichtung des Rhein-​Kreises Neuss unter Leitung von Anna Karina Hahn. Die Exponate, die Vater-​Dobberstein und ihr Ehemann zusam­men­führ­ten, umfas­sen Fliesen, Vasen und Möbelstücke.

Axel Vater, gebo­ren in Görlitz, kam 1959 ins Rheinland und absol­vierte ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde als bil­den­der Künstler vor allem für seine Beschäftigung mit wech­seln­den Techniken und Materialien bekannt. Collagen, Zeichnungen und Objektkästen präg­ten sein Schaffen. Mit sei­ner Frau ent­deckte er in den 1960er Jahren die Leidenschaft für das Sammeln und den Jugendstil. Nach dem Tod ihres Gatten grün­dete seine Witwe die Axel-​Vater-​Stiftung in Krefeld, um das künst­le­ri­sche Vermächtnis zu bewahren.

Schenkungsvertrag unter­zeich­net (von links): Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke, Stifterin Dr. Beatrix Vater-​Dobberstein und Kulturdezernent Tillmann Lonnes. Foto: A. Tinter/​Rhein-​Kreis Neuss

Nachdem bereits ein Teil der rund 900 Fliesen im Frühjahr unter dem Titel „Mit Ecken und Kanten. Jugendstilfliesen aus der Sammlung Beatrix und Axel Vater“ im Rahmen einer Sonderausstellung den Besuchern des Kreismuseums in Zons gezeigt wer­den konnte, freut sich die Museumsleitung, diese Stücke nun in ihre Sammlung auf­neh­men und den Schwerpunkt „Jugendstil“ aus­bauen zu kön­nen. Die Schenkung beinhal­tet Möbel des Art Déco und Jugendstils, dar­un­ter eine ein­drucks­voll gestal­tete Sitzgruppe einer fran­zö­si­schen Manufaktur sowie ein Stuhl aus Holz, der nach dem Design von William Morris ange­fer­tigt wurde. Eine gelun­gene Verbindung bei­der Sammlungsteile – Fliesen und Möbel – bil­det ein Schränkchen aus Nürnberg nach einem Entwurf von Carl Sigmund Luber, das stil­voll zeigt, wie Fliesen in Möbelstücke ein­ge­ar­bei­tet wer­den konnten.

Insgesamt 19 Vasen und ein Lampenschirm gestat­ten außer­dem Einblicke in die Fertigkeiten der Glaskünstler des Jugendstils und kom­plet­tie­ren die Sammlung Vater-​Dobberstein. Die Designs vari­ie­ren zwi­schen fran­zö­si­schen, bel­gi­schen und tsche­chi­schen Mustern. Sie zei­gen ver­schie­dene Formen und Techniken der Glaskunst bekann­ter Entwerfer wie Marie Kirschner und Jean Beck.

Das Kreismuseum Zons möchte die neu gewon­ne­nen Objekte in den nächs­ten Jahren für die Besucher auf­ar­bei­ten und prä­sen­tie­ren. Ein klei­ner Einblick wird bereits in einer Vitrine im Eingangsbereich gewährt, in der einige der Glasobjekte gezeigt werden.

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