VBE: Dringend mehr Anreize für Grundschullehrkräfte schaffen

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – „Der Lehrkräftemangel an den Grundschulen ist nach wie vor dra­ma­tisch. Zwar konn­ten in eini­gen Regionen alle Stellen besetzt wer­den, aller­dings gab es dort einen gerin­ge­ren Bedarf. 

Um in ganz NRW den Lehrermangel zu behe­ben, brau­chen wir die längst über­fäl­lige gerech­tere Besoldung und bes­sere Arbeitsbedingungen. Wenn die Landesregierung eine Abwanderung der Lehrkräfte in andere Bundesländer ver­hin­dern möchte, müs­sen die Ankündigungen nach einer gerech­te­ren Besoldung jetzt umge­setzt wer­den“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender der Lehrergewerkschaft Bildung und Erziehung (VBE) NRW, anläss­lich der WDR-​Recherche, nach der 64,2 Prozent der aus­ge­schrie­be­nen Stellen an den Grundschulen nicht besetzt wer­den konnten.

Die Zahlen des WDR zei­gen, dass große regio­nale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage bestehen. Stefan Behlau: „Städte wie Duisburg schnei­den im Landesvergleich schlecht ab. Das liegt natür­lich auch am Bedarf. Es müs­sen end­lich die von uns gefor­derte gerechte Besoldung und bes­sere Rahmenbedingungen umge­setzt wer­den, um mehr ori­gi­när aus­ge­bil­dete Lehrerinnen und Lehrer zu gewin­nen. Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass Schülerinnen und Schüler an den Grundschulen in viel zu gro­ßen Klassengrößen unter­rich­tet wer­den, wäh­rend in der Oberstufe fast Erwachsene in klei­nen Lerngruppen arbei­ten. Integration und Inklusion sind täg­li­che Herausforderungen, auf die Politik unge­nü­gend reagiert. Es feh­len mul­ti­pro­fes­sio­nelle Teams. Schulsozialarbeiterinnen- und arbei­ter etwa müs­sen allen Schulen, auch den klei­nen Systemen, zur Verfügung stehen.“ 

Anfang des Schuljahres reagierte die neue Landesregierung auf den Lehrermangel und ermög­lichte mehr Seiteneinsteiger. „Das schafft oft zunächst noch mehr Arbeit, da es keine päd­ago­gi­sche und didak­ti­sche Vorqualifizierung für die Seiteneinsteiger gibt. Nicht nur für die erfah­re­nen Kolleginnen und Kollegen ist das frus­trie­rend, son­dern auch für die Seiteneinsteiger, die sehr gerne mit den Kindern arbei­ten möch­ten und ein­fach ins kalte Wasser gewor­fen wer­den. Wir brau­chen nicht nur Köpfe, son­dern ori­gi­när aus­ge­bil­dete Lehrkräfte“, erklärt Stefan Behlau.

Der VBE hat eine Onlinepetition für bes­sere Rahmenbedingungen und mehr Wertschätzung von Grundschullehrkräften gestar­tet, um sei­nen Forderungen Nachdruck zu ver­lei­hen. Nach den schlech­ten Ergebnissen der IQB-​Studie hatte Schulministerin Gebauer den Eindruck ver­mit­telt, die Methoden an den Grundschulen seien falsch, bzw. Lehrkräfte wür­den diese nicht rich­tig ein­set­zen. „Die aktu­el­len Zahlen zei­gen erneut, dass der Schuh an ande­rer Stelle drückt. Ohne eine gerechte Besoldung und bes­sere Bedingungen gibt es auch im nächs­ten Jahr nicht genü­gend Lehrkräfte. Die Unterrichtsversorgung bleibt dadurch eine Mammutaufgabe“, erklärt Behlau abschließend.

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