Meerbusch: Saubermobil muss Gewerbemüll ent­sor­gen – Allgemeinheit zahlt die Zeche

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Meerbusch – Abfallentsorgung ist in Meerbusch nor­ma­ler­weise ein Luxusproblem: Restmüll, Sperrgut, Papier, Grün- und Kunststoffabfälle wer­den abge­holt, der Wertstoffhof an der Berta-​Benz-​Straße in Strümp nimmt ver­schie­denste Abfälle von Baumschnitt bis Elektroschrott an – je nach Art und Menge kos­ten­los oder zu einem über­schau­ba­ren Preis.

Regelmäßig fährt das Schadstoffmobil des Rhein-​Kreises Neuss vor, um Lackreste, Farben, Öle oder Leuchtstoffröhren ein­zu­sam­meln. Die Kosten für das gesamte Servicepaket wer­den aus den Abfallgebühren gedeckt.

Die Unart, Abfälle in der freien Landschaft zu ent­sor­gen, ist aber trotz­dem nicht aus­ge­stor­ben”, erklärt Dana Frey, Abteilungsleiterin für Umweltvorsorge und Abfallberatung im Rathaus. Ihr Eindruck: Fälle, in denen Gewerbebetriebe Müll in der Natur hin­ter­las­sen, haben zugenommen.

Fotos(2): Stadt Meerbusch

Jüngster Fall: An drei Stellen im Stadtgebiet wur­den große Mengen aus­ran­gier­ter Autoreifen, teils mit Felgen, abge­kippt – am Wanderparkplatz Meererbusch nahe Büderich, am Hingstenweg nahe der A44 in Osterath und auf dem Parkplatz an der Tennisanlage Bovert. „Verursacher kön­nen nur Reifenhändler oder Autowerkstätten sein”, so Dana Frey.

Der Fund passt zur Jahreszeit, Oktober und November sind „Reifenwechselmonate”. Kurios: Am Wanderparkplatz war der Reifenberg oben­drein mit einem Haufen aus­ran­gier­ter Glasbausteine „gar­niert”.

Mehrfach war in der Vergangenheit auch der Kollenburger Weg, ein Wirtschaftsweg zur Osterather Westumgehung, Schauplatz wil­der Müllentsorgung. Nach einem extre­men Fall wil­der Müllkipperei – damals wur­den Bauschutt, Euro-​Paletten, Autoräder, Baumschnitt, Terrassendachplatten und Dachrinnen ein­fach auf und neben den Weg gekippt – lobte die Stadt im März die­ses Jahres erst­mals eine Belohnung für sach­dien­li­che Hinweise auf den Verursacher aus. Ansonsten muss das Saubermobil der Stadt am Kollenburger Weg immer wie­der Grünabfälle aller Art beseitigen.

Ein Spaziergänger berich­tete dem Umweltamt jetzt von einem Kleinlaster mit Gartenabfällen, den er auf dem Kollenburger Weg beob­ach­tet hatte. Er habe den Fahrer ange­spro­chen, ihn weg­ge­schickt und das Autokennzeichen notiert. „Leider ist der Mann unver­rich­te­ter Dinge weg­ge­fah­ren, so konn­ten wir ihm nichts vor­wer­fen”, erklärt Dana Frey. Laut Kennzeichen gehört der Wagen einem Gartenbauunternehmer aus Kaarst.

Zuvor hat­ten Passanten in einem Waldstück Trümmer eines kom­plet­ten Vogelschießstandes samt Gastronomiemobiliar ent­deckt. Kurios: Auch ein gro­ßes Holzschild mit dem Namen des Schützenvereins lag dabei. Der Rhein-​Kreis als über­ge­ord­nete Umweltbehörde ermit­telte den Vereinswirt schnell. Der aber gab vor, einem gewerb­li­chen Entrümpler den Auftrag erteilt und auch bezahlt zu haben. Beide wei­sen die Schuld von sich. Der Unrat wurde inzwi­schen auf dem Stadtbauhof zwi­schen­ge­la­gert, auf den Wirt war­tet ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

Um Fälle wie die­sen auf­klä­ren und die Verursacher belan­gen zu kön­nen, setzt die Stadtverwaltung auf die Wachsamkeit der Bürgerinnen und Bürger. „Wir brau­chen kon­krete Zeugenhinweise, am bes­ten Autokennzeichen, Fotos und eine gute Personenbeschreibung”, so Dana Frey. Das Problem der wil­den Müllkipperei treffe im Grunde jeden. Wer aus­ge­diente Autoreifen oder Gerümpel durch Gewerbliche ent­sor­gen lässt und bezahlt, darf dafür eine legale Leistung erwarten.

Landet der Müll dann aber in der Landschaft und muss auf Stadtkosten ent­sorgt wer­den, zahlt die Allgemeinheit noch­mal. Vom Schaden für Natur und Landschaft ganz zu schwei­gen. Das kann nicht sein”, so Dana Frey. 

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