Dormagen: Klaus Bunes arbei­tet seit 50 Jahren für die Stadt

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Als er 1967 seine Ausbildung bei der Stadtverwaltung in Zons begann, bestand seine erste Aufgabe jeden Morgen darin, den Kamin im Büro des Stadtdirektors anzufeuern.

Das war noch eine völ­lig andere Zeit, als Lehrling musste man damals all­ge­mein in Betrieben zum Beispiel auch Brötchen holen oder die Post durchs Haus tra­gen“, erzählt Klaus Bunes. Das Rathaus befand sich noch im ehe­ma­li­gen Kloster, das kurze Zeit spä­ter abge­ris­sen wurde. Gut erin­nert sich Bunes an den dicken Balken, der im Büro des Stadtdirektors die durch­hän­gende Decke abstützte.

Jetzt konnte der Stürzelberger sein 50-​jähriges Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung fei­ern. „Das ist schon ein sel­te­nes Ereignis und ein Grund, sich herz­lich zu bedan­ken“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. In sei­ner ruhi­gen, sym­pa­thi­schen Art hat Bunes viele Stationen inner­halb der Verwaltung durch­lau­fen. Lange Zeit arbei­tete er im Einwohnermeldeamt. Noch zu Zeiten der selbst­stän­di­gen Stadt Zons durfte er hier mehr­fach die Umzugskartons packen. Vom alten Kloster ging es zunächst in die Grundschule an der Kurfürstenstraße und dann in die Stürzelberger Schule. Nach der Kommunalen Neugliederung 1975, als sich die Städte Dormagen, Zons und das Amt Nievenheim zusam­men­schlos­sen, saß Bunes wie­der in der Zonser Altstadt im Bürgerhaus.

Klaus Bunes mit Medaillen der gro­ßen Volkswandertage, die er frü­her im Sportamt orga­ni­sierte. Foto: Stadt

Das Näherrücken mit neuen Kolleginnen und Kollegen brachte ihm pri­vat viel Glück. Denn bei der Verwaltung lernte er seine Ehefrau Irene ken­nen, die im Dormagener Meldeamt arbei­tete. Auch er selbst wech­selte dann in die Stadtmitte zum Sozialamt, das sich in der heu­ti­gen Caféserie Lemke an der Kölner Straße befand. „Wenn dort die Lastwagen vor­bei don­ner­ten, musste man sei­nen Schreibtisch fest­hal­ten“, erin­nert er sich an die Zustände vor der Einrichtung der Fußgängerzone.

Besonders gern denkt Bunes an seine Jahre in der Sportverwaltung zurück. Hier orga­ni­sierte er unter ande­rem die gro­ßen Volkswandertage, die frü­her jedes Jahr in einem ande­ren Stadtteil star­te­ten. 1992 gehörte er auch mit zum Organisationsteam des legen­dä­ren „Challenge Day“. In einem Städtewettbewerb konnte sich Dormagen damals gegen Potsdam, Paderborn und das aus­tra­li­sche Pallarat durch­set­zen – in allen Ortsteilen wurde dazu flei­ßig Sport getrie­ben. „Das war für mich der Höhepunkt, da habe ich zwei Tage lang fast am Stück durch­ge­ar­bei­tet“, so Bundes. Als pas­sio­nier­ter Leistungssportler und Marathonläufer nahm er zunächst an einem 48-​Kilometer-​Lauf durch alle Stadtteile teil und trat dann sei­nen Dienst im Organisationsteam an. Der Sieg wurde am Ende gemein­sam auf dem Ratshausplatz gefei­ert, wo auch die „Höhner“ spiel­ten. „So bre­chend voll habe ich den Platz noch nie gese­hen wie bei die­sem Fest“, sagt Bunes.

Vom Sportbereich führte ihn sein Weg wei­ter ins Ordnungsamt und schließ­lich in den Bereich „Soziales Wohnen“. Dort half der Verwaltungsfachwirt in den ver­gan­ge­nen Jahren mit, die viel­fäl­ti­gen Herausforderungen bei der Flüchtlingsunterbringung zu bewäl­ti­gen. Für ihn wird dies die letzte beruf­li­che Station sein, denn im Juni 2018 geht er in den Ruhestand. Seine Kollegen wer­den ihn sicher ver­mis­sen, denn er gehört zu den Urgesteinen im Rathaus. So ist er wahr­schein­lich auch der ein­zige Mitarbeiter, der seit 50 Jahren regel­mä­ßig mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt – und das bei jedem Wetter. „Das werde ich noch bis zum Schluss durch­hal­ten“, ver­spricht er. Ein biss­chen stolz ist er genauso dar­auf, dass er der letzte aktive Kollege im Rathaus ist, der noch bei der alten Stadt Zons gear­bei­tet hat.

(63 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)