Neuss: Neusser Sekundarschule for­dert die Umwandlung vom Rat der Stadt Neuss

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Neuss – Ein Schulstandort in Neuss steht kurz vor dem Aus, weil die Schulform „Sekundarschule“ von den Eltern nicht ange­nom­men wird. Die Anmeldezahlen sind seit Jahren im freien Fall. 

Die Schule wen­det sich nun mit einem ver­zwei­fel­ten Appell an die Politik, damit diese die Umwandlung der Schule in eine Gesamtschule im Rat der Stadt Neuss beschließt. 

Dazu Arno Jansen, Mitglied des Neusser Stadtrates (SPD)

Das Schreiben der Comenius-​Schule in Neuss hat mich mit der Ratspost der Stadt erreicht und damit auch alle ande­ren Stadtverordneten in Neuss. Ich denke, die Argumente der Schule auf Umwandlung sind sehr stich­hal­tig und wir soll­ten die­sen „Hilferuf“ der Schule end­lich ernst nehmen. 

Die Umwandlung der Neusser Comenius-​Sekundarschule in eine Gesamtschule ent­spricht dem ein­stim­mi­gen(!) Willen der Eltern, Schüler und Lehrer. Die Gegner der Umwandlung, ins­be­son­dere in Reihen von CDU, FDP und Grüne, dür­fen die­sen ein­deu­ti­gen Willen nun nicht wei­ter ignorieren.

Die für die Umwandlung ent­schei­dende Sitzung des Stadtrates fin­det am 10. November 2017 um 16.00 Uhr statt. Dann steht die Zukunft der Schule auf der Tagesordnung.

Hier der Inhalt des Schreibens:

Sehr geehr­ter Herr Jansen,

in der kom­men­den Ratssitzung am 10. November 2017 geht es um die Zukunft der Comenius-​Schule an der Weberstraße in Neuss.

Die Eltern, die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer haben ein­stim­mig den Beschluss for­mu­liert, dass eine Umwandlung der Comenius-​Schule in eine Gesamtschule der ein­zig rich­tige Weg in eine gesi­cherte Zukunft ist.

Alle am Entscheidungsprozess betei­lig­ten Gremien der Schule haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Wir sind sicher, auch Ihnen liegt die Zufriedenheit der Neusser Kinder und Eltern mit ihrer Schulwahl am Herzen.

Deshalb möch­ten wir Ihnen die Gründe für eine Umwandlung in eine Gesamtschule gerne noch ein­mal darlegen.

  • Die Zahl der Mindestanmeldungen wurde nur ein­mal im Gründungsjahr 2014 im ers­ten Anmeldeverfahren erreicht.
  • Seit dem Schuljahr 2015/​16 san­ken die Anmeldezahlen im ers­ten Anmeldezeitraum kon­ti­nu­ier­lich ab. Sie erreich­ten zuletzt den dra­ma­ti­schen Tiefstand von 22 Schülerinnen und Schülern.
  • Aufwändige Informationsveranstaltungen, Projekttage, Tage der offe­nen Tür und Pressearbeit konn­ten die­sen „Sinkflug” nicht stop­pen. Eltern leh­nen die Schulform Sekundärschule ab und igno­rie­ren sie. Eltern wäh­len direkt die Gesamtschule.
  • Inzwischen sind zwei Drittel der Comenius-​Schüler von den Neusser Gesamtschulen abge­lehnte und damit zuge­wie­sene Schüler. Das schafft Unmut.
  • Der struk­tu­relle Vorteil einer bes­se­ren Schüler-​Lehrer-​Relation erfüllt sich nicht.
  • Es herrscht gra­vie­ren­der Lehrermangel an der Sekundärschule. Bewerber ent­schei­den sich auf Grund attrak­ti­ve­rer Aufstiegschancen für die Gesamtschule.
  • Die Neufassung des Lehrerausbildungsgesetzes führt zu einem Mangel an SI-Lehrern.Da der Anteil an SU-​Stellen an der Gesamtschule wesent­lich höher ist als an der Sekundärschule, kann die Lehrerversorgung an. einer Gesamtschule leich­ter umge­setzt werden.
  • Die Comenius-​Schule ist bereits heute mit 6 Stellen unter­be­setzt. Dies geht in ver­ant­wor­tungs­lo­ser Weise zu Lasten der Unterrichtsqualität für unsere Kinder.
  • Der struk­tu­relle Aufbau der Sekundarstufe I der Sekundärschule ent­spricht in allen Bereichen dem der Gesamtschule. Kein Kind muss sich in sei­nem schu­li­schen Werdegang umstel­len oder etwas verändern.
  • Die Umwandlung kann also pro­blem­los erfolgen!
  • Die Comenius-​Schule ist in Jahrgangsstufe 8 mit 140 Schülern bereits 5‑zügig. Das Schülerpotenzial macht es ohne Schwierigkeiten mög­lich, eine gym­na­siale Oberstufe aus eige­ner Kraft zu generieren.
  • Unsere Kooperation mit dem Alexander-​von-​Humboldt-​Gymnasium oder auch per­spek­ti­visch mit einer ande­ren Neusser Gesamtschule erhöht die Anzahl von mög­li­chen Kursen in der Oberstufe.

Und noch ein Wort zum her­aus­ra­gen­den Standort Weberstraße.

Durch eine Comenius-​Gesamtschuie steht einer Rückkehr der Dreikönigen-​Grundschule mit einem neu errich­te­ten Schulgebäude nichts ent­ge­gen. So kön­nen viele Kinder von Klasse 1–13 am glei­chen Standort in einer ihnen ver­trau­ten Umgebung unter­rich­tet werden.

Das Gelände weist genü­gend Platz für einen Oberstufen-​Neubau aus.

Abschließend möch­ten wir noch ein­mal beto­nen, dass die Umwandlung der Comenius-​Schule in eine Gesamtschule nach dem Schulgesetz NRW letzt­ma­lig zum Schuljahr 2018/​19 mög­lich ist. Einen „Durchlauf” bis Klasse 10 auf Biegen und Brechen zu pro­ben, um dann doch zu schei­tern, kann und darf nicht im Sinne unse­rer Kinder sein.

Wir appel­lie­ren an Sie, sich unse­rer Auffassung zu einer Umwandlung der Comenius-​Schule in eine Gesamtschule anzu­schlie­ßen und dem Elternwillen zu entsprechen.

Wir set­zen dabei auf Ihren Weitblick für das Wohl und die Zukunft unse­rer Kinder in Neuss. Es sollte Ihnen das Wichtigste sein!

Mit freund­li­chen Grüßen

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