Pilotprojekt mit Gemeinde Jüchen – Anschriftenänderungen im Fahrzeugschein jetzt im Rathaus möglich

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Wer inner­halb des Rhein-​Kreises Neuss nach Jüchen oder inner­halb der Gemeinde umzieht, kann ab 1. November im Rathaus gleich­zei­tig die Ummeldung im Melderegister und seine Anschriftenänderung in der Kfz-​Zulassungsbescheinigung vor­neh­men lassen.

Damit ent­fällt in den meis­ten Fällen der zusätz­li­che Gang zum Straßenverkehrsamt. Im Rahmen eines Pilotprojektes haben der Rhein-​Kreis Neuss und die Gemeinde Jüchen eine ent­spre­chende Vereinbarung getrof­fen, um die­sen bür­ger­freund­li­chen Service anzubieten.

Bürgermeister Harald Zillikens hat die Anfrage des Kreises sofort auf­ge­grif­fen und die Voraussetzungen im Rathaus geschaf­fen: „Was vor­her zwei Behördengänge erfor­derte, erle­di­gen wir jetzt zusam­men in weni­gen Minuten im Jüchener Rathaus.“

Landrat Hans Jürgen Petrauschke (r.), Bürgermeister Harald Zillikens (2.v.l), Projektleiter Jürgen Brings und Horst von Werden vom Kreis sowie Andrea Peters, Marion Krahwinkel und Claudia Willkomm stel­len den neuen Bürgerservice im Jüchener Rathaus vor. Foto: A. Baum/​Rhein-​Kreis Neuss

Die Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes in Jüchen wur­den vom Straßenverkehrsamt geschult. Mit Kreissiegel beschei­ni­gen sie direkt in der Zulassungsbescheinigung (Teil I, frü­her Fahrzeugschein) die Anschriftenänderung und erhe­ben die anfal­len­den Gebühren in Höhe von 10,80 Euro. Für die­sen Service sind zusätz­lich nur die Zulassungsbescheinigung (Teil I) bzw. Fahrzeugschein und ein gül­ti­ger Personalausweis mitzubringen.

Über ein vom Kreis bereit­ge­stell­tes elek­tro­ni­sches Verfahren tei­len die Gemeindebediensteten die erfolgte Anschriftenänderung dem Straßenverkehrsamt mit. Dort wer­den die erho­be­nen Daten für die Änderung im Zentralen Fahrzeugregister genutzt. Die Gebühreneinnahmen teilt der Kreis zur Hälfte mit der Gemeinde.

Andere Kommunen sol­len folgen 
Für Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke ist dies nur ein ers­ter Schritt: „Wir müs­sen durch Kooperationen und Verschlanken der Prozesse Verwaltungshandeln noch effi­zi­en­ter und bür­ger­freund­li­cher gestal­ten. Die Digitalisierung hilft uns dabei. Nach Jüchen werde ich allen Bürgermeister im Kreis eine sol­che Vereinbarung anbieten.“

Einen wei­te­ren posi­ti­ven Effekt erhofft sich Petrauschke durch die Abnahme von Anhörungs- und Mahnverfahren. Denn die Fahrzeug-​Zulassungsverordnung ver­pflich­tet den Fahrzeughalter unver­züg­lich die Anschriftenänderung durch Vorlage der Zulassungsbescheinigung dem Straßenverkehrsamt mit­zu­tei­len. In der Vergangenheit stieß der zusätz­li­che Behördengang bei den Fahrzeughaltern im Umzugsstress häu­fig auf wenig Gegenliebe oder wurde schlicht­weg ver­ges­sen. Versäumnisse, die oft erst im Kraftfahrt-​Bundesamt auf­fal­len und ein Mahnverfahren zur Folge haben. Allein im Jahr 2016 muss­ten das Straßenverkehrsamt rund 2 500 sol­cher Verfahren ein­lei­ten. „Ein unnö­ti­ger Verwaltungsaufwand, der im Straßenverkehrsamt viel Personal bin­det, das ander­wei­tig bes­ser ein­ge­setzt wer­den könnte“, so Petrauschke.

Gesetzlich noch nicht mög­lich, ist der­zeit die Ummeldung im Einwohnermeldeamt der Gemeinde, wenn der Fahrzeughalter von außer­halb des Kreises nach Jüchen zieht. Hier muss die Ummeldung wei­ter­hin im Straßenverkehrsamt erfolgen.

Fragen zur Kfz-​Ummeldung beant­wor­ten das Bürgerbüro der Gemeinde Jüchen 
(Rufnummer 02165/915–0), das Bürger-​Servicecenter Rhein-​Kreis Neuss (Rufnummer 02181/601–0) sowie das Straßenverkehrsamt (02131/​928‑9090).

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