Neuss: Wenn aus Geflüchteten Fachkräfte werden

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Ein ganz beson­de­res Integrations-​Projekt ist im St. Augustinus Memory-​Zentrum, Steinhausstraße 40, im Oktober an den Start gegangen: 

Über den Zeitraum von drei Jahren wer­den dort ab sofort Geflüchtete zu Alltagsbegleitern von Menschen mit Demenz aus­ge­bil­det – eine beruf­li­che Chance und Perspektive für junge Menschen, aber auch für alle Mitarbeitenden des Zentrums.

Denn sie erhal­ten nicht nur tat­kräf­tige Unterstützung, son­dern kön­nen auch von den zukünf­ti­gen Kollegen ler­nen. In inter­kul­tu­rel­len Schulungen wer­den sie vorab zu den kul­tu­rel­len Unterschieden sen­si­bi­li­siert. Projektleiterin Dr. Andrea Kuckert-​Wöstheinrich unter­streicht den inter­kul­tu­rel­len Gedanken: „Wir wol­len uns noch stär­ker öff­nen. Unser Ziel ist es, dass Unbekanntes nicht irri­tiert, son­dern dass wir davon ler­nen. Menschen mit einer Flüchtlingsbiographie und Mitarbeitende sol­len ihre eigene kul­tu­relle Identität reflek­tie­ren und den ande­ren so bes­ser ver­ste­hen ler­nen. In der Schulung wer­den dann span­nende Fragen dis­ku­tiert wie zum Beispiel: Wie bin ich geprägt? Was ist meine Identität? Wie beein­flusst mich meine Kultur in mei­nem Denken und Handeln?“

Die erste von ins­ge­samt fünf geplan­ten Gruppen ist nun mit 12 Flüchtlingen gestar­tet. Im Rahmen der drei­mo­na­ti­gen, berufs­qua­li­fi­zie­ren­den Schulung ler­nen sie die pfle­ge­ri­schen Tätigkeiten ken­nen, erfah­ren alles zum spe­zi­el­len Umgang und der all­täg­li­chen Begleitung von Menschen mit Demenz, aber auch zu unse­rem Gesundheitssystem. Darüberhinaus ste­hen für sie ein inter­kul­tu­rel­les Training sowie ein Deutsch-​Sprachkurs auf dem Programm – denn gerade im Pflegealltag mit Kollegen wird häu­fig auch Fachvokabular ver­wen­det. Ausgebildete Mentoren beglei­ten die Geflüchteten dann bei ihrem Praktikum im Haus St. Georg, dem geron­to­psych­ia­tri­schen Pflegeheim im St. Augustinus Memory-Zentrum.

Das Projekt wird geför­dert durch den Bund (Bundesministerium für Gesundheit). Wissenschaftlich beglei­tet wird es durch die Hochschule für Gesundheit in Bochum, die bereits seit der Eröffnung eng mit dem St. Augustinus Memory-​Zentrum zusam­men­ar­bei­tet und dies jetzt kürz­lich auch in einer Kooperationsvereinbarung offi­zi­ell nie­der­ge­schrie­ben hat.

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