Lob und Tadel im Netz nicht blind ver­trauen – Umgang mit Pflegebewertungsportalen

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Ein schlim­mer Unfall, eine schwere Erkrankung oder immer stär­ker schwin­dende Kräfte – die Suche nach einem Pflegeheim, das Wohnen mit den pas­sen­den Betreuungs- oder Pflegedienstleistungen ver­knüpft, ist oft­mals schwierig. 

Zur ers­ten Orientierung bie­ten zuneh­mend ein­schlä­gige Portale im Internet ihre Hilfe an, die auf die Bewertung von Pflegeheimen aus­ge­rich­tet sind. Online wer­den auf einem Portal ver­schie­dene Pflegeeinrichtungen meist mit Informationen zu ihren Häusern und zu ihrem Angebot, mit Kurz-​Einschätzungen, knap­pen Erfahrungsberichten, Bewertungs-​Noten sowie mit Bildern und einem Link auf die jewei­lige Web-​Seite eines Pflegeheims abgebildet.

Pflegeheimsuchende soll­ten den dar­ge­bo­te­nen Eindrücken und Bewertungen jedoch nicht blind ver­trauen, son­dern sich breit und umfas­send über infrage kom­mende Einrichtungen infor­mie­ren“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Bei der Prüfung von Einrichtungen hel­fen fol­gende Punkte:

Persönliche Checkliste: Wer eine pas­sende Einrichtung für sich oder einen Angehörigen sucht, sollte zunächst zusam­men­stel­len, was indi­vi­du­ell bei der Versorgung und Unterbringung im Pflegeheim beson­ders wich­tig ist. Hierzu zäh­len etwa Fragen, ob die künf­ti­gen Bewohner eigene Möbel mit­brin­gen und ihren Tagesablauf mit gestal­ten kön­nen, wel­che Angebote – zum Beispiel Krankengymnastik und Logopädie – es in der Einrichtung gibt. Hierbei gilt auch zu ermit­teln, wel­cher Eigenanteil für die Unterbringung im Pflegeheim monat­lich gezahlt wer­den kann.

Begrenzte Orientierungshilfe im Internet: Bewertungsportale kön­nen höchs­tens nütz­li­che Zusatzhinweise lie­fern, aber nie­mals aus­schlag­ge­bend für die Entscheidung eines Heimplatzes sein. Bewertungen von ande­ren Nutzern sind immer sub­jek­tiv und kön­nen fal­sche Eindrücke erzeu­gen. Außerdem bie­ten einige Betreiber von Portalen Pflegeheimen an, sich selbst gegen Bezahlung umfas­sen­der dar­zu­stel­len, um ihre Klickzahlen zu stei­gern. Sinnvoll ist daher, Bewertungen auf meh­re­ren Portalen anzu­schauen. Der Klick aufs Impressum, auf die Angaben zum Datenschutz und zur Finanzierung ver­mit­telt einen Eindruck vom Betreiber des jewei­li­gen Bewertungsportals.

Das Einkreisen von Pflegeheimen in der Nähe wird erleich­tert, wenn die Trefferlisten nach den Kriterien „Entfernung“ und „Bewertung“ sor­tier­bar sind. Bewertungen soll­ten auch Hinweise zum Personal, Pflege- und Speisenangebot ent­hal­ten. Wer eine Einschätzungen und Auskünfte nur gegen die Preisgabe des eige­nen Namens, der Adresse, Rufnummer und per­sön­li­chen Lebenssituation erhält, sollte beden­ken, dass diese Daten mög­li­cher­weise gespei­chert oder sogar an Pflegeheime wei­ter­ge­ge­ben werden.

Angebote prü­fen und ver­glei­chen: Vor der Entscheidung für ein Heim, soll­ten Angebote und Preise von meh­re­ren Einrichtungen ver­gli­chen wer­den. In den Unterlagen und Beschreibungen muss alles Wesentliche zur Unterkunft, zu den Dienstleistungen, zu Kosten und Kündigungsfristen ver­ständ­lich auf­ge­führt und erklärt wer­den. Bevor die Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt wird, ist es rat­sam, meh­rere Einrichtungen per­sön­lich in Augenschein zu neh­men, um sich einen Eindruck zu verschaffen:

Interessenten soll­ten sich die Wohn- und Aufenthaltsbereiche anse­hen, im Heim am Mittagessen teil­neh­men und sich erkun­di­gen, wel­che Angebote über die Pflegeleistungen hin­aus wie viele Pflegekräfte pro Schicht zur Verfügung ste­hen. Unter Umständen ergibt sich auch ein Kontakt mit Personen, die eine Einrichtung ken­nen oder dort leben.

Nichts über­stür­zen: Wichtig ist, im Vorfeld auch zu ermit­teln, wel­che Pflege- oder Betreuungsleistungen im jewei­li­gen Angebot auf kei­nen Fall ent­hal­ten sind. Erst wenn alle Punkte sorg­fäl­tig geprüft und sämt­li­che offe­nen Fragen geklärt sind, sollte ein Heimvertrag unter­schrie­ben werden.

Weitere Infos zur Suche nach dem pas­sen­den Pflegeheim bie­tet die Verbraucherzentrale NRW im Internet unter www​.ver​brau​cher​zen​trale​.nrw/​n​o​d​e​/​1​2​023.

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