Klartext​.NRW: Für den Einsatz bei Extremwetterlagen Johanniter NRW – neuen Spezial‐​Einsatzeinheit

Klartext.NRW – Mit einer spektakulären Großübung trainierten 200 Katastrophenschützer der Johanniter am vergangenen Wochenende bei Köln mit ihren Spezialfahrzeugen wie Quads, Unimogs und Geländewagen sowie Drohnen und Hubschrauber die Rettung von vermissten Menschen in einer Extremwetterlage.

Mit dabei auch sechzehn Sanitäter aus dem Rhein-Kreis Neuss, die sowohl Teil als der eigentlichen Übung als auch der Logistik rund um den Termin zum Einsatz kamen. Bei der Vorstellung der neuen geländegängigen Einsatzeinheit „UNIKENRW“ (Universelle Katastrophenschutz-Einheit) für NRW auf dem Truppenübungsgelände Wahner Heide wurde ein realistisches Szenario geübt.

„Eine 20-köpfige Gruppe von Outdoor-Sportlern wird von einem schweren Unwetter mit Starkregen überrascht und muss nach dem Notruf gefunden, medizinisch versorgt, evakuiert und in Krankenhäuser transportiert werden“, so Richard Krings, verantwortlicher NRW-Fachbereichsleiter Einsatzdienste der Johanniter. „Unsere Einsatzkräfte konnten heute in dem unwegsamen Gelände mit Wällen und Geländefurchen zeigen, welche Vorteile geländegängige Unimog-Kranken- und Rettungswagen, Technikfahrzeuge sowie Quads und Motorräder in einer solchen Situation haben.

Von der drohnenunterstützten Suche über das Auffinden, Versorgen und Transportieren - auch mit dem Rettungshubschrauber - lief es richtig rund“, so Krings, der ursprünglich aus dem Regionalverband Niederrhein kommt und seine bisherigen Johanniter Arbeitsorte in Neuss und Krefeld hatte weiter.

Die Neusser Johanniter waren im Übungsgeschehen im Bereich des Behandlungsplatzes 50 eingesetzt, der nahe am simulierten Notfallort gelegen war und dort mit dem mitgeführten GWSan, dem Gerätewagen Sanitätsdienst erreicht werden konnte. Im eigentlichen Gelände kam die Technik der neuen Einheit zum Einsatz. Hierzu steuern die Johanniter aus dem Regionalverband derzeit ein geländegängiges Motorrad bei, das auf dem sandigen Untergrund gute Dienste leistete.

Regionalvorstand Joachim Kürsten befürwortet das neue Konzept und ergänzt: „Vielleicht können wir den hiesigen Fuhrpark in den kommenden Jahren auch mit weiteren geländegängigen Fahrzeugen erweitern“.

Begeistert zeigte sich Landesvorstand Magnus Memmeler, aus dessen Haus die Idee zur Spezialeinheit kam: „Wir haben erkannt, dass wir Johanniter mit UNIKE bei Extremwetterlagen einen Mehrwert für die betroffenen Kommunen und Städte bieten können, den es so noch nicht gab. Die UNIKE agiert autark und kann von Behörden mit Sicherheitsaufgaben rund um die Uhr bei unserer Melde- und Informationszentrale in Köln angefordert werden.“

Großübung mit Bundeswehr

Die Übung der Johanniter-Unfall-Hilfe unter Beteiligung der Bundeswehr beobachteten mehrere Vertreter von Ministerien, Bezirksregierungen und Medien. Zugleich wurde auch die zivilmilitärische Zusammenarbeit mit dem Landeskommando Nordrhein-Westfalen geprobt. Insgesamt waren 50 Fahrzeuge und ein Rettungshubschrauber der Johanniter-Luftrettung bei der Großübung im Einsatz.

Mit im Geschehen auch die Kollegen der Quirinusstadt, die die Aufgabe hatten, die aus dem Gelände Geretteten am Behandlungsplatz von den UNIKE-Teams zu übernehmen, medizinisch weiter zu versorgen und den Weitertransport in geeignete Kliniken vorzubereiten. Im Bereich der Übungsorganisation kamen die Johanniter aus dem Rhein-Kreis zudem als Leitung des Rettungsmittelhalteplatzes und in der Technik zum Einsatz. Zum Team der Übungsleitung gehörte zudem Marcel Kübel, der im Rhein-Kreis mit zur Führung der 3. Einsatzeinheit gehört und im Landesverband im Bereich Einsatzdienste tätig ist.

Erstmals kam für alle an der Übung beteiligten Helferinnen und Helfern die neue bundeseinheitliche Einsatzkleidung der Johanniter zum Tragen, die aufgrund neuer Sicherheitsvorschriften das bisherige rot-gelb ablöst und in sich im Design Teilen des achtspitzigen Kreuzes bedient, das die Johanniter nach außen kenntlich macht.

Fotos(5): Marco Schauff, Landesverband NRW der Johanniter

Die UNIverselle KatastrophenschutzEinheit (UNIKE-NRW) Die Johanniter sind seit Jahren eine tragende Säule im Katastrophenschutz in Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Sie erleben wie die Bevölkerung die Zunahme an Einsatzlagen, die extremwetterbedingt sind oder unter erschwerten Witterungsbedingungen ablaufen.

Um sich frühzeitig für die neuen Herausforderungen bspw. von Überschwemmungen und Schneechaos zu wappnen, investierten die Johanniter in den vergangenen Jahren systematisch in die Ausbildung und Ausrüstung zusätzlicher Katastrophenschützer. Dabei setzen sie auf Fahrzeuge, Personal und Material, das nicht den Landeskomponenten der Großschadenabwehr gebunden ist.

In NRW werden diese Kräfte nun erstmalig zu einer eigenen, autarken Einsatzeinheit gebündelt. Die UNIKE-NRW untersteht keiner Bezirksregierung oder örtlichen Gefahrenabwehrbehörde, deshalb kann jede Behörde und Organisation mit Sicherheitsaufgaben 24/7 diese Einheit anfordern.

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