Neuss: Weckhoven ist 1.400 Jahre alt – archäo­lo­gi­sche Funde

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die Geschichte Weckhovens reicht über 1400 Jahre zurück. Dies bewei­sen archäo­lo­gi­sche Funde, die das Clemens-​Sels-​Museum Neuss vor kur­zem von dem Weckhovener Heimatforscher Martin Kluth als Schenkung erhal­ten hat.

Die Funde stam­men aus einem frän­ki­schen Grab, das 1966/​67 beim Bau der Kirche St. Paulus in Weckhoven ent­deckt wurde. In dem Grab lagen ein Schwert, eine Lanze und ein Tongefäß als Beigaben. Von dem prunk­vol­len Gürtel des Toten haben sich eine bron­zene Schnalle und ein Beschlag erhalten.

Foto: Stadt

Durch das Flechtbandmotiv auf dem Gürtelbeschlag lässt sich das Grab in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts datie­ren. Die Funde bele­gen, dass Weckhoven bereits um 600 nach Christus bestand und somit min­des­tens 200 Jahre älter als die erste urkund­li­che Erwähnung aus dem Jahr 793 ist, die sich aller­dings auf den heute unter­ge­gan­ge­nen Weckhovener Ortsteil Rüblinghoven bezieht.

Der Name Weckhoven erscheint erst­mals 1183 in den Schriftquellen, auch wenn er auf­grund sei­ner Form bereits in der Zeit vor 900 ent­stan­den sein muss. Er lei­tet sich näm­lich von einem frän­ki­schen Personennamen und dem Zusatz „-hoven“ her und bedeu­tet in etwa „Hof des Waddo“.

Das Grab war Teil eines grö­ße­ren Friedhofs, der zu der nur wenige 100 Meter ent­fernt im heu­ti­gen Ortskern gele­ge­nen Siedlung gehört haben dürfte. Die frän­ki­schen Friedhöfe lagen näm­lich außer­halb der Siedlungsbereiche. Erst um 700 ver­legte man sie neben die in die­ser Zeit häu­fig ent­ste­hen­den Pfarrkirchen. Gleichzeitig endete auch die die Sitte, Beigaben mit in die Gräber zu geben.

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