Neuss: Menschen mit Sucht- und Drogenproblemen – Drogenberatung stär­ken – 19. Oktober 2017

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Die Neusser SPD will die Arbeit der Drogenberatung stär­ken. „Auch in Neuss gibt es lei­der eine rele­vante Anzahl von Menschen mit Sucht- und Drogenproblemen“, sagt der sozi­al­po­li­ti­sche Sprecher Hakan Temel. 

Das zeige ein Bericht der Stadtverwaltung für Jugendhilfeausschuss und Sozialausschuss. Beide Ausschüsse tagen am kom­men­den Donnerstag (19. Oktober 2017) gemein­sam und beschäf­ti­gen sich aus­schließ­lich mit dem Thema Drogenkonsum.

Die SPD-​Fraktion hat dazu bereits heute einen Antrag vor­ge­legt. Darin for­dert sie die Einrichtung von auf­su­chen­der Drogenberatung und eine Ausweitung des Sauberkeitspaten-​Projektes, sowie eine per­so­nelle und sach­li­che Verstärkung der Neusser Drogenberatungsstelle. „Eine rein auf Repression und Verdrängung aus­ge­legte Drogenpolitik, wie sie bei­spiels­weise CDU und Grüne bean­tragt haben, ist nicht ziel­füh­rend“, sagt die jugend­po­li­ti­sche Sprecherin Claudia Föhr. „Eine reine Verbots- und Verdrängungspolitik hält die Abhängigen ganz offen­kun­dig nicht vom Konsum ab, son­dern erschwert ledig­lich eine effek­tive wie flä­chen­de­ckende Prävention und Hilfe.“

Eine auf­su­chende Drogenberatung etwa, soll Drogenkonsumenten dort abho­len, wo sie sich auf­hal­ten. Laut Verwaltung ist hier­für eine Hintergrundeinrichtung unver­zicht­bar, damit Beratung an einem nicht-​öffentlichen Raum statt­fin­den kann.

Das Projekt der Sauberkeitspaten ist bis­lang auf das Gelände hin­ter der Drogenberatungsstelle beschränkt. Dabei säu­bern Drogenkonsumenten gegen eine Aufwandsentschädigung regel­mä­ßig ver­ein­barte Orte von kon­sum­be­zo­ge­nem Abfall – zum Beispiel Spritzen, Flaschen und Dosen. Die SPD will die­ses Projekt auch auf andere Gebiet aus­wei­ten. Ähnliche Projekte lau­fen etwa sehr erfolg­reich in Mönchengladbach und Köln. „Wir sind gespannt, wel­che Anregungen uns Achim Brasseler von der Drogenberatungsstelle Mönchengladbach in der Sitzung noch gibt“, sagt Claudia Föhr.

Laut aktu­el­ler Zahlen der Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht haben in Deutschland rund 3,6 Millionen Menschen in den ver­gan­ge­nen zwölf Monaten ille­gale Drogen kon­su­miert. Der weit­aus größte Teil der Konsumierenden (3,1 Millionen Menschen) gibt an, Cannabis kon­su­miert zu haben, gefolgt von Amphetaminen, den soge­nann­ten. „Neuen Psychoaktiven Substanzen“, Kokain, Ecstasy, sowie Chrystal Meth und Heroin.

Bricht man diese Zahlen her­un­ter auf die Stadt Neuss, ergibt sich eine Zahl von 6.982 erwach­se­nen Menschen, die in den letz­ten 12 Monaten ille­gale Drogen kon­su­miert haben. Davon knapp 6.000 Canabis-Konsumenten.

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