VBE: IQB-​Bildungstrend 2016 – Keine Bildungsqualität ohne Lehrkräfte

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Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – (vbe​-nrw​.de) „Wer Ressourcenverweigerung zum bil­dungs­po­li­ti­schen Prinzip und finanz­po­li­ti­schen Kalkül macht, braucht sich wirk­lich nicht über die Ergebnisse wundern. 

Das größte Problem ist doch: Vom Messen allein wird sich nichts ver­än­dern. Das gilt auch für die Luftnummer der ange­kün­dig­ten ver­schärf­ten Erfassung des Unterrichtsausfalls in Nordrhein-​Westfalen. Ohne eine flä­chen­de­ckende Lehrerversorgung kommt es zwangs­läu­fig zum Unterrichtsausfall, der sich natür­lich nega­tiv auf die Qualität an unse­ren Schulen auswirkt.

Wer ein Haus baut, sollte nicht nur mes­sen, wie viele Türen feh­len, son­dern erst ein­mal Geld für die Anschaffung bereit­stel­len“, erklärt Udo Beckmann, Landes- und Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) anläss­lich des heute vor­ge­stell­ten IQB-​Bildungstrend 2016, wonach NRW-​Grundschüler in Lesen und Mathe unter­durch­schnitt­lich abschneiden.

Bei der finan­zi­el­len und per­so­nel­len Ausstattung der Schulen und Fortbildung der Lehrkräfte wird die zuneh­mende Heterogenität der Schülerschaft nicht aus­rei­chend mit­ge­dacht. Es erstaunt uns nicht, dass sich dies gerade im Grundschulbereich beson­ders aus­wirkt. Es ist doch bezeich­nend, wenn mit jeder neuen Studie so umge­gan­gen wird, als wüss­ten wir nicht längst, wo die Herausforderungen liegen.

Gerade Grundschulen suchen seit Jahren hän­de­rin­gend nach Lehrerinnen und Lehrer“, so Beckmann.

In Nordrhein-​Westfalen konnte zu Beginn des Schuljahres die Hälfte der aus­ge­schrie­be­nen Stellen nicht besetzt wer­den. An den Grundschulen steigt die Zahl der nicht ori­gi­när aus­ge­bil­de­ten Lehrkräfte. Im September wurde zudem bekannt, dass an mehr als jeder zehn­ten Schule eine Schulleitung fehlt.

Udo Beckmann: „Wir brau­chen drin­gend eine Stärkung des Lehrerberufs, eine Ausweitung der Studienkapazitäten und end­lich eine gerech­tere Besoldung. Wenn es uns nicht gelingt, schnellst­mög­lich wie­der auf ori­gi­när aus­ge­bil­dete Lehrkräfte in den Schulen zugrei­fen zu kön­nen, wird sich der fest­ge­stellte Negativtrend wei­ter verstärken.“

Die Studie „IQB-​Bildungstrend 2016“ wurde im Auftrag der Kultusminister der Länder vom Institut zur Bildungsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-​Universität zu Berlin erstellt und unter­sucht das Bildungsniveau der vier­ten Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch und Mathematik. Die Viertklässler in NRW sind laut der Studie beim Lesen und in Mathe unter dem bun­des­deut­schen Durchschnitt.

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