VBE: IQB-​Bildungstrend 2016 – Keine Bildungsqualität ohne Lehrkräfte

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Klartext.NRW – (vbe-nrw.de) „Wer Ressourcenverweigerung zum bildungspolitischen Prinzip und finanzpolitischen Kalkül macht, braucht sich wirklich nicht über die Ergebnisse wundern.

Das größte Problem ist doch: Vom Messen allein wird sich nichts verändern. Das gilt auch für die Luftnummer der angekündigten verschärften Erfassung des Unterrichtsausfalls in Nordrhein-Westfalen. Ohne eine flächendeckende Lehrerversorgung kommt es zwangsläufig zum Unterrichtsausfall, der sich natürlich negativ auf die Qualität an unseren Schulen auswirkt.

Wer ein Haus baut, sollte nicht nur messen, wie viele Türen fehlen, sondern erst einmal Geld für die Anschaffung bereitstellen“, erklärt Udo Beckmann, Landes- und Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) anlässlich des heute vorgestellten IQB-Bildungstrend 2016, wonach NRW-Grundschüler in Lesen und Mathe unterdurchschnittlich abschneiden.

„Bei der finanziellen und personellen Ausstattung der Schulen und Fortbildung der Lehrkräfte wird die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft nicht ausreichend mitgedacht. Es erstaunt uns nicht, dass sich dies gerade im Grundschulbereich besonders auswirkt. Es ist doch bezeichnend, wenn mit jeder neuen Studie so umgegangen wird, als wüssten wir nicht längst, wo die Herausforderungen liegen.

Gerade Grundschulen suchen seit Jahren händeringend nach Lehrerinnen und Lehrer“, so Beckmann.

In Nordrhein-Westfalen konnte zu Beginn des Schuljahres die Hälfte der ausgeschriebenen Stellen nicht besetzt werden. An den Grundschulen steigt die Zahl der nicht originär ausgebildeten Lehrkräfte. Im September wurde zudem bekannt, dass an mehr als jeder zehnten Schule eine Schulleitung fehlt.

Udo Beckmann: „Wir brauchen dringend eine Stärkung des Lehrerberufs, eine Ausweitung der Studienkapazitäten und endlich eine gerechtere Besoldung. Wenn es uns nicht gelingt, schnellstmöglich wieder auf originär ausgebildete Lehrkräfte in den Schulen zugreifen zu können, wird sich der festgestellte Negativtrend weiter verstärken.“

Die Studie „IQB-Bildungstrend 2016“ wurde im Auftrag der Kultusminister der Länder vom Institut zur Bildungsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-Universität zu Berlin erstellt und untersucht das Bildungsniveau der vierten Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch und Mathematik. Die Viertklässler in NRW sind laut der Studie beim Lesen und in Mathe unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

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