Rhein-​Kreis Neuss: Digitalisierung der Personenstandsbücher

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Rund 9000 Geburts‑, Heirats- und Sterberegister sind in den Kommunalarchiven im Rhein-​Kreis Neuss mikro­ver­filmt und digi­ta­li­siert worden. 

Dabei wur­den über 516.000 Mikrofilmaufnahmen bezie­hungs­weise Digitalisate ange­fer­tigt. Vom Ergebnis des groß­an­ge­leg­ten Projektes pro­fi­tie­ren die Archive und ihre Kunden kurz- und langfristig.

Zum einen ist das Archivgut durch die Maßnahme sicher­ge­stellt, zum ande­ren sind die Quellen nun vor Ort für Personen ver­füg­bar“, so Dr. Jens Metzdorf, Leiter des Stadtarchivs Neuss. Seit 2009 wer­den die in den deut­schen Standesämtern erstell­ten Personenstandsbücher nach Ablauf bestimm­ter Fristen an die jeweils zustän­di­gen kom­mu­na­len Archive abge­ge­ben. Diese seit 1798 voll­stän­dig erhal­te­nen Amtsbücher bil­den in ihrer Gesamtheit und Verzahnung das umfang­rei­che personen- und familien-​geschichtliche Informationsgedächtnis der Bürgerschaft.

Der Neusser Projektkoordinator Bernd Rossmüller mit
der Leiterin und den Leitern der Stadt- und Gemeindearchive im Rhein-​Kreis Neuss (v.l.): Michaele Messmann (Korschenbroich), Dr. Jens Metzdorf (Neuss), Dr. Stephen Schröder (Rhein-​Kreis Neuss), Sven Woelke (Kaarst) und Thomas Wolff (Grevenbroich).

Es wird von Menschen weit über die Region hin­aus für Recherchen genutzt. Mit der Übernahme in die Kommunalarchive sind die Unterlagen der Standesämter dau­er­haft zu sichern, zu erhal­ten und für die Benutzung durch die inter­es­sierte Öffentlichkeit zugäng­lich zu machen. Personenstandsbücher wer­den zudem durch Familienforscher, Rechtsanwälte, Notare, Erbenermittler, Amtsgerichte und andere stark nach­ge­fragt. Die inten­sive Benutzung unter­streicht die Bedeutung der Archive als kom­mu­nale Gedächtnisorte, führt aller­dings auch zu einer Gefährdung der Originale.

Um das his­to­risch bedeu­tende Kulturgut dau­er­haft für künf­tige Generationen erhal­ten zu kön­nen, wur­den die Bücher sowohl mikro­ver­filmt als auch digi­ta­li­siert. Das zwei­glei­sige Vorgehen der Mikroverfilmung mit 500-​jähriger Haltbarkeit und der kom­for­ta­ble Zugang durch die Digitalisierung ist wirt­schaft­lich und ent­spricht dabei dem Anliegen von Archiven und der Öffentlichkeit, bür­ger­schaft­li­che Quellen mög­lichst für alle Interessenten am Ort ihrer Entstehung zugäng­lich zu machen.

Es han­delt sich hier­bei um recht­lich freie Daten, die nach Archivgesetz frei zugäng­lich sind“, betont Metzdorf. Datenschutz sei ein Kerngeschäft der Archive. Die Kosten des Projektes belau­fen sich auf rund 68.000 Euro. Die 2015 begon­nene Maßnahme wurde vom Landschaftsverband Rheinland und der Sparkassenstiftung gefördert.

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