Neuss: FDP bestä­tigt Bekenntnis zu Sekundarschule – Klare Ablehnung der Comenius-Gesamtschulpläne

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Entscheidungen der Politik – ins­be­son­dere der Schulpolitik – müs­sen klar begrün­det wer­den und vor allem ver­läss­lich gül­tig sein. 

Nur so erhal­ten Eltern und Erziehungsberechtigte eine solide Grundlage für die Schullaufbahnplanung ihrer Kinder. Der Schulausschuss der Stadt Neuss hat im September 2016 – maß­geb­lich durch FDP und CDU bestimmt – die Sekundarschule Neuss (Gnadental) als Sekundarschule für die Zeit eines regu­lä­ren Durchlaufs bis ein­schließ­lich Klasse 10 bestä­tigt und damit Änderungsanträge zurückgewiesen.

Wenn nun seit Juli 2017 von der Comenius-​Sekundarschule ein ähn­li­cher Wunsch zur Umwandlung in eine Gesamtschule vor­liegt, dann muss eine ver­läss­li­che Politik genauso ent­schei­den wie im ers­ten Fall, denn die Comenius-​Schule ist erst bis zur Jahrgangs- stufe 8 aufgewachsen:

Auch diese Sekundarschule muss einen kom­plet­ten Durchlauf absolvieren.

Zudem steht die Politik im Wort, der Dreiköniginnen-​Schule mit einem Neubau die Rückkehr zur Weberstraße zu ermög­li­chen. Das ist unver­ein­bar mit einer Gesamtschule (also mit Oberstufe). Soll die Dreiköniginnen-​Schule also an einen ande­ren Ort?

Dem wider­spricht die FDP Neuss ener­gisch, sie legt wert dar­auf, dass Zusagen der Politik ein­ge­hal­ten wer­den. Sie schließt sich dem Statement der Verwaltung aus­drück­lich an: “Sollte die Comenius-​Schule in eine Gesamtschule umge­wan­delt wer­den, wür­den ab dem 01.08.2020 zusätz­li­che Räume für die Oberstufe benö­tigt, die in den Bestandsgebäuden nicht ver­füg­bar sind.“

Wie begrün­den die Gremien der Comenius-​Schule nun ihren Antrag inhalt­lich? Sie ver­wei­sen auf die hohe Zahl der zu inte­grie­ren­den Schulformwechsler und die momen­tan gerin­gen Anmeldezahlen.

Bis zum jet­zi­gen Zeitpunkt ist nicht klar, wie in Neuss die Veränderungen im G8/​G9-​Konzept in den Gymnasien rea­li­siert wer­den. Die Entscheidung dazu hat sofort Konsequenzen für die Zahl der Schulformwechsler. Bei G9 ist davon aus­zu­ge­hen, dass sie von 18 (2016/​2017) deut­lich sin­ken wird. Solche Überlegungen feh­len im Statement der Comenius-​Schule. Auch des­halb ver­bie­tet sich auch aus unse­rer Sicht eine vor­ei­lige Umwandlung in 2017.

Die gerin­gen Anmeldezahlen pro­du­zie­ren die Antragsteller sel­ber, indem sie ihre Schule immer wie­der schlecht dar­stel­len. In dem Zusammenhang ver­wei­sen sie auf Mobbing – was immer das dort genau hei­ßen mag – durch andere Schüler. Das heißt, die Comenius-​Schule soll auch des­halb umge­wan­delt wer­den, um das Mobbing zu beenden.

Anscheinend ist noch nie­mand auf die Idee gekom­men, das Mobbing sel­ber zu been­den. Anstatt Umwandlung sollte kom­pe­tente Hilfe ange­for­dert werden.

Zwei Drittel der Schülerschaft einer Gesamtschule wäh­len nicht den Weg zum Abitur. Nach dem Antrag der Comenius-​Schule ist sie „nahezu iden­tisch mit einer Gesamtschule“. Für viele Schüler würde sich außer der Bezeichnung der Schule bei Umwandlung nichts Wesentliches ändern.

Der Schulausschuss hat in den letz­ten Jahren weit­ge­hend ein­stim­mig die Schullandschaft in Neuss deut­lich ver­än­dert. 14 Schulen wur­den zusam­men­ge­legt, geschlos­sen oder neu gegründet.

Jetzt ist es Zeit für frucht­bare päd­ago­gi­sche Arbeit in den Schulen ohne erneute Schulformdiskussionen. Der Umwandlungsantrag ist aus Sicht der FDP Neuss nicht nur unan­ge­mes­sen begrün­det, son­dern auch nicht ziel­füh­rend für erfolg­rei­ches Lehren und Lernen.

Auf der ande­ren Seite ist die FDP Neuss gerne bereit, den Beschluss zu „Sekundarschulen stär­ken“ zu ergän­zen bzw. zu aktua­li­sie­ren, um die Arbeit an bei­den Sekundarschulen zu för­dern und zu opti­mie­ren, wie dies auch im Koalitionspapier der CDU-​FDP Landesregierung fest­ge­schrie­ben ist.

(172 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)