Allergisches Fußekzem: Oft sind die Schuhe schuld

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Klartext​.NRW – Wenn Kinder ein Fußekzem ent­wi­ckeln, soll­ten Eltern über neue Schuhe nach­den­ken. Ein spa­ni­sches Forscherteam konnte zei­gen, dass Kontaktallergien auf das Schuhwerk eine mög­li­che Ursache für Hautveränderungen an den Füßen ist. Jungen sind etwas häu­fi­ger betrof­fen – wahr­schein­lich auf­grund ihrer Vorliebe für Turnschuhe.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wer­te­ten die Ergebnisse der Epikutantests von Kindern im Alter von 0 bis 16 Jahren aus, die unter Hautausschlägen lit­ten. Von ins­ge­samt 389 Kindern wie­sen 52 aus­schließ­lich ein Fußekzem auf. Diese betrof­fe­nen Kinder wur­den für die Studie aus­ge­wählt. Bei 23 davon stell­ten die Ärzte als Ursache ein all­er­gi­sches Kontaktekzem fest.

Bei den ande­ren 19 Kindern waren nicht-​allergische Ursachen für das Fußekzem ver­ant­wort­lich. Dazu gehör­ten ver­schie­dene Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Plantardermatitis (Rötung und Schuppung an den Füßen, vor allem an den Zehen) und dys­hi­dro­ti­sches Ekzem (kleine Bläschen an Fußkanten und Zehen, die sich zu einem teils näs­sen­den Ekzem ent­wi­ckeln können),die irri­ta­tive Kontaktdermatitis (durch rei­zende Substanzen her­vor­ge­ru­fe­ner Hautausschlag) und in einem Fall Fußpilz.

Als häu­figste Kontaktallergene fan­den die Forscherinnen und Forscher:

  • Kalium-​Dichromat
  • Cobalt(II)-Chlorid
  • Mercapto Mix – ein Gemisch aus unter­schied­li­chen Allergenen
  • Kolophonium
  • Thimerosal

Metalle stell­ten dem­nach in der Studie die wich­tigs­ten all­er­gi­schen Ursachen eines Fußekzems dar. Dies deckt sich mit den Ergebnissen ande­rer euro­päi­scher Studien, die Chrom-​Salze wie Kalium-​Dichromat als Hauptallergen in Bezug auf das all­er­gi­sche Fußekzem iden­ti­fi­ziert haben.

(Leder)Schuhe für über zwei Drittel der Kontaktallergien verantwortlich

In der aktu­el­len spa­ni­schen Untersuchung stamm­ten die Allergene in 16 Fällen aus den Schuhen: Kalium-​Dichromat und Cobalt(II)-Chlorid fan­den sich in dem Leder der Schuhe, die Allergene des Mercapto Mix in den Gummisohlen.

Bei sechs all­er­gi­schen Fußekzemen waren Klebstoffe von Pflastern für die all­er­gi­schen Reaktionen ver­ant­wort­lich (Kontaktallergen: Kolophonium) und bei einem wei­te­ren ein Hautdesinfektionsmittel (Kontaktallergen: Thiomersal).

Jungen lit­ten etwas häu­fi­ger unter einem all­er­gi­schen Fußekzem. Andere Studien an Erwachsenen deu­ten dage­gen dar­auf hin, dass mehr Frauen betrof­fen sind. Die spa­ni­sche Wissenschaftlergruppe erklärt sich die­sen Unterschied damit, dass Jungen häu­fi­ger Turnschuhe tra­gen als Mädchen. Bei den Erwachsenen ver­mu­ten sie, dass Frauen öfter Schuhe ohne Socken tra­gen und daher enge­ren Kontakt zu mög­li­chen Allergenen haben als Männer.

Welche Hinweise auf ein all­er­gi­sches Fußekzem gibt es?

Auch wenn die spa­ni­sche Studie rela­tiv klein ist, zeigt sie die Bedeutung von Kontaktallergien als Ursache von Fußekzemen. Die Studienautorinnen und ‑autoren emp­feh­len daher, bei Kindern mit Hautekzemen an den Füßen einen Epikutantest, wenn Hinweise auf eine all­er­gi­sche Ursache vor­lie­gen. Anzeichen dafür sind zum Beispiel, wenn das Fußekzem

  • sym­me­trisch an bei­den Füßen auftritt,
  • sich auf die Bereiche kon­zen­triert, an denen der Fuß mit dem Schuh in Berührung kommt,
  • lang­an­hal­tend auf­tritt, mit aku­ten Schüben, die sich durch die Bildung von Bläschen äußern.

Besonders auf­wän­dige Tests sind nicht not­we­nig: Die Forscherinnen und Forscher geben an, dass alle Fälle einer Kontaktallergie durch Standard-​Testreihen des Epikutantests fest­ge­stellt wurden.

Quelle: Ortiz-​Salvador, J‑M. et al.: Dermatitis oft the Foot: Epidemiologic and Clinical Features in 389 Children. In: Pediatric Dermatology, 2017, doi: 10.1111/pde.13203

(101 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)