15 Prozent der Arbeitsplätze im Rhein-​Kreis Neuss durch Computer ersetzbar

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Die Digitalisierung könnte im Rhein-​Kreis Neuss viele Jobs kos­ten – wenn Unternehmen nicht in Weiterbildung investieren. 

Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-​Genuss-​Gaststätten (NGG) und beruft sich auf eine Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach sind im Rhein-​Kreis Neuss 15,1 Prozent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Stellen beson­ders leicht durch com­pu­ter­ge­steu­erte Maschinen ersetz­bar. Hier kön­nen Handgriffe künf­tig zu 70 Prozent vom „Kollegen Computer“ erle­digt wer­den, berich­ten die Forscher.

Manja Wiesner, Geschäftsführerin der NGG Krefeld-​Neuss, spricht von einem „Weckruf“. Die hei­mi­sche Wirtschaft müsse drin­gend auf Qualifikation set­zen, um die digi­tale Zukunft nicht zu ver­schla­fen. „Je mehr wir für die Aus- und Weiterbildung tun, desto gerin­ger ist die Gefahr eines star­ken Arbeitsplatzabbaus im Rhein-​Kreis Neuss“, sagt Wiesner. Gewerkschaften und Betriebsräte soll­ten hier­bei ein „ent­schei­den­des Wort“ mitreden.

Nach Angaben des IAB sinkt die Gefahr eines Jobverlustes mit stei­gen­der Qualifikation: Bei unge­lern­ten Kräften liegt die Quote einer Arbeitsübernahme mit 22 Prozent beson­ders hoch. Fachkräfte kom­men auf 17,5 Prozent, Spezialisten wie Meister und Techniker ledig­lich auf 13,4 Prozent.

Besonders anfäl­lig sind Berufe in der Industrieproduktion. In der Lebensmittelbranche etwa orga­ni­sie­ren Computer schon heute selbst­stän­dig die Warenlieferung“, erklärt Wiesner. Die Maschine melde, wenn eine Zutat zur Neige gehe und bestelle sie dann selbst. Der Lagerlogistiker von heute werde damit immer mehr zum IT-​Fachmann – „vor­aus­ge­setzt, er bekommt die nötige Weiterbildung“.

Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe sind laut IAB-​Studie eben­falls betrof­fen. Die „PC-​Übernahmequote“ liegt hier bei 32 Prozent. Besonders hei­kel sieht es jedoch bei „fer­ti­gungs­tech­ni­schen Berufen“ aus. 65 Prozent der Arbeiten dort könn­ten ersetzt wer­den. Gewerkschafterin Wiesner: „Die nächste Bundesregierung hat den kla­ren Handlungsauftrag, sich nicht nur um den Ausbau der digi­ta­len Infrastruktur zu küm­mern. Sie muss kon­kret sagen, wie sie die Beschäftigten für eine neue Arbeitswelt fit machen will.“

Die NGG sieht die Entwicklung dabei nicht nur skep­tisch: „Durch den tech­ni­schen Wandel ent­ste­hen auch neue Arbeitsplätze. Die Computer müs­sen ent­wi­ckelt und gebaut wer­den. Und es braucht Fachkräfte, um die Maschinen zu steu­ern, zu kon­trol­lie­ren und zu warten.

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