15 Pro­zent der Arbeits­plätze im Rhein-Kreis Neuss durch Com­pu­ter ersetz­bar


Rhein-Kreis Neuss – Die Digi­ta­li­sie­rung könnte im Rhein-Kreis Neuss viele Jobs kos­ten – wenn Unter­neh­men nicht in Wei­ter­bil­dung inves­tie­ren.

Davor warnt die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) und beruft sich auf eine Regio­nal­stu­die des Insti­tuts für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung (IAB). Dem­nach sind im Rhein-Kreis Neuss 15,1 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Stel­len beson­ders leicht durch com­pu­ter­ge­steu­erte Maschi­nen ersetz­bar. Hier kön­nen Hand­griffe künf­tig zu 70 Pro­zent vom „Kol­le­gen Com­pu­ter“ erle­digt wer­den, berich­ten die For­scher.

Manja Wies­ner, Geschäfts­füh­re­rin der NGG Kre­feld-Neuss, spricht von einem „Weck­ruf“. Die hei­mi­sche Wirt­schaft müsse drin­gend auf Qua­li­fi­ka­tion set­zen, um die digi­tale Zukunft nicht zu ver­schla­fen. „Je mehr wir für die Aus- und Wei­ter­bil­dung tun, desto gerin­ger ist die Gefahr eines star­ken Arbeits­platz­ab­baus im Rhein-Kreis Neuss“, sagt Wies­ner. Gewerk­schaf­ten und Betriebs­räte soll­ten hier­bei ein „ent­schei­den­des Wort“ mit­re­den.

Nach Anga­ben des IAB sinkt die Gefahr eines Job­ver­lus­tes mit stei­gen­der Qua­li­fi­ka­tion: Bei unge­lern­ten Kräf­ten liegt die Quote einer Arbeits­über­nahme mit 22 Pro­zent beson­ders hoch. Fach­kräfte kom­men auf 17,5 Pro­zent, Spe­zia­lis­ten wie Meis­ter und Tech­ni­ker ledig­lich auf 13,4 Pro­zent.

Beson­ders anfäl­lig sind Berufe in der Indus­trie­pro­duk­tion. In der Lebens­mit­tel­bran­che etwa orga­ni­sie­ren Com­pu­ter schon heute selbst­stän­dig die Waren­lie­fe­rung“, erklärt Wies­ner. Die Maschine melde, wenn eine Zutat zur Neige gehe und bestelle sie dann selbst. Der Lager­lo­gis­ti­ker von heute werde damit immer mehr zum IT-Fach­mann – „vor­aus­ge­setzt, er bekommt die nötige Wei­ter­bil­dung“.

Lebens­mit­tel- und Gast­ge­wer­be­be­rufe sind laut IAB-Stu­die eben­falls betrof­fen. Die „PC-Über­nah­me­quote“ liegt hier bei 32 Pro­zent. Beson­ders hei­kel sieht es jedoch bei „fer­ti­gungs­tech­ni­schen Beru­fen“ aus. 65 Pro­zent der Arbei­ten dort könn­ten ersetzt wer­den. Gewerk­schaf­te­rin Wies­ner: „Die nächste Bun­des­re­gie­rung hat den kla­ren Hand­lungs­auf­trag, sich nicht nur um den Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur zu küm­mern. Sie muss kon­kret sagen, wie sie die Beschäf­tig­ten für eine neue Arbeits­welt fit machen will.“

Die NGG sieht die Ent­wick­lung dabei nicht nur skep­tisch: „Durch den tech­ni­schen Wan­del ent­ste­hen auch neue Arbeits­plätze. Die Com­pu­ter müs­sen ent­wi­ckelt und gebaut wer­den. Und es braucht Fach­kräfte, um die Maschi­nen zu steu­ern, zu kon­trol­lie­ren und zu war­ten.

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