Rhein-Kreis Neuss: Jeder zehnte Berufs­tä­tige hat befris­te­ten Job


Rhein-Kreis Neuss – Jobs mit Ver­falls­da­tum: Die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) hat die hohe Zahl befris­te­ter Arbeits­ver­hält­nisse im Rhein-Kreis Neuss kri­ti­siert.

Wenn rund 20.000 Beschäf­tigte im Kreis – und damit 9,8 Pro­zent aller Arbeit­neh­mer – ohne Dau­er­per­spek­tive arbei­te­ten, zeige dies eine Schief­lage am Arbeits­markt, so die NGG Kre­feld-Neuss. Die Gewerk­schaft bezieht sich hier­bei auf Zah­len aus dem aktu­el­len Mikro­zen­sus NRW.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­dert die NGG von der Poli­tik, per Gesetz gegen „Jobs auf Zeit“ vor­zu­ge­hen. „Seit Jah­ren haben wir auch in der Nah­rungs- und Genuss­mit­tel­bran­che den Trend, dass Arbeits­ver­träge ohne beson­de­ren Grund zeit­lich begrenzt wer­den“, sagt Geschäfts­füh­re­rin Manja Wies­ner. Anders als etwa bei einer Schwan­ger­schafts­ver­tre­tung sei ein Groß­teil der Befris­tun­gen „kaum nach­voll­zieh­bar“.

Foto: NGG

Dies betreffe beson­ders Berufs­ein­stei­ger: „Jeder fünfte Beschäf­tigte zwi­schen 15 und 24 Jah­ren hat nur einen befris­te­ten Job. Das schafft nicht nur große Unsi­cher­heit, son­dern erschwert auch die Fami­li­en­pla­nung, die Woh­nungs­su­che oder die Kre­dit­auf­nahme“, betont die Gewerk­schaf­te­rin. Auch Frauen sind laut Mikro­zen­sus im Rhein-Kreis Neuss über­durch­schnitt­lich oft von Zeit­ver­trä­gen betrof­fen.

Die NGG for­dert die Abschaf­fung der soge­nann­ten „sach­grund­lo­sen Befris­tung“. Ange­sichts von deutsch­land­weit rund 2,8 Mil­lio­nen befris­te­ten Jobs gehöre die­ses Thema unbe­dingt auf die Agenda der nächs­ten Bun­des­re­gie­rung, so Wies­ner.

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