Kindernotfall-App ergänzt Erste Hilfe Ausbildung und gibt Tipps

Neuss – Seit über 30 Jahren bieten die Johanniter im Rhein-Kreis Neuss Erste-Hilfe Kurse speziell für die Behandlung von Kindernotfällen an.

1986 übernahmen die Neusser Ausbilder Klaus Eismann und Dieter Guderley ein Konzept aus Bayern und brachten es mit dem damaligen Leiter der Neusser Kinderklinik Dr. Lothar Biskup mit einigen kleinen Änderungen an den Start im Rheinland. Die Johanniter waren seinerzeit die ersten, die begannen den bekannten Erste Hilfe Kursus zu spezialisieren und waren mit „Erste Hilfe am Kind“ ebenso Vorreiter wie mit dem späteren Programm „Ersthelfer von Morgen“, in dem Kinder lernen Erste Hilfe zu leisten.

In diesen Tagen hat die bewährte Ausbildung für Eltern und Erzieher, die verletzten oder erkrankten Kindern helfen wollen, ein upgrade erfahren. Neben dem eigentlichen Kursus, der die wichtigsten Handgriffe praktisch erläutert und der Broschüre, die die BARMER zur Verfügung stellt, ist neuerdings eine Kindernotfall-App verfügbar, die die Kursinhalte mit weiteren sinnvollen Funktionen rund um Kinder und Kindernotfälle ergänzt..

Anlässlich des Internationalen Tags der Ersten Hilfe am 9. September 2017 geht diese technische Hilfe an den Start. Sie soll dazu beitragen, dass Mütter, Väter, aber auch Erzieher und Lehrer die richtigen Maßnahmen ergreifen, wenn ein Kind dringend Hilfe benötigt. Die wichtigsten Funktionalitäten der App:

Notruf und Suchfunktion

Über die neue Kindernotfall-App lässt sich im Notfall direkt ein Notruf absetzen. Eine Suchfunktion ermöglicht es, schnell die nächsten Krankenhäuser, Ärzte oder Apotheken zu finden.

Erste-Hilfe-ABC

Eine weitere Funktion ist ein Erste-Hilfe-ABC mit einer Übersicht und einfachen Beschreibung der wichtigsten Maßnahmen im Notfall. Diese orientieren sich an dem Symptom, das dem Ersthelfer bei einem Notfall am stärksten ins Auge fällt (z.B. eine Verletzung, Bewusstlosigkeit, Ausfall der Atmung).

Tipps zur Vermeidung von Unfällen

Damit es erst gar nicht zu einem Unfall kommt, enthält die Kindernotfall-App außerdem Tipps, wie sich Kindernotfälle im Haushalt und unterwegs vermeiden lassen. Checklisten zur Prävention helfen, typische Unfallquellen zu identifizieren und zu vermeiden.

„In einem Notfall, wenn das eigene Kind betroffen ist, einen kühlen Kopf zu bewahren, bringt viele Eltern an ihre Grenzen.“, wissen die Rettungsdienstmitarbeiter der Johanniter zu berichten und eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter hat bestätigt, dass eine Vielzahl der Eltern sich unsicher fühlt, das Richtige zu tun.. „Ein Grund für uns, das Thema in einen besonderen Fokus zu rücken“, sagen Fachausbilder Dieter Guderley und die Ausbildungsleiterin Barbara Schnittker, die beide selber auch die entsprechenden Kurse durchführen, „Unsere Kindernotfall-App soll dazu einen Beitrag leisten. Sie kann wertvolle Tipps zur Prävention und Unterstützung in einem Notfall geben. Allerdings ersetzt Sie jedoch keinen Erste-Hilfe-Kurs. Dort werden die richtigen Maßnahmen ausführlich erläutert und geübt, damit sie im Ernstfall auch schnell abzurufen sind.“ 

Die Kindernotfall-App der Barmer und der Johanniter funktioniert auf Android und iOS und ist  kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich.

Auf der Internetseite www.johanniter.de/kindernotfall finden Interessierte noch mehr Informationen zum Thema und können direkt das Kursangebot „Erste Hilfe am Kind“ in ihrer Region wählen oder einen direkten Ansprechpartner finden. Eine Broschüre, die alle relevanten Inhalte noch einmal kompakt zusammenfasst, kann dort ebenfalls heruntergeladen werden. Zusätzlich stehen Checklisten bereit, die präventive Schutzmaßnahmen für die Schule, die Kita und Zuhause übersichtlich darstellen.

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