Die Masche mit der Notrufnummer – Betrüger rufen mit 110 an

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss (Neuss, Grevenbroich, Meerbusch) (ots) – Bei eini­gen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Rhein-​Kreis Neuss gin­gen in den letz­ten drei Tagen (05.–07.09.) per­fide Anrufe ein.

Im Telefondisplay war die Ortsvorwahl 02131 samt der Notrufnummer 110 abzu­le­sen, die den Anschein erweckte, ein Anschluss der Polizei zu sein. Entsprechend gab sich der unbe­kannte Gesprächspartner, in ver­mut­lich betrü­ge­ri­scher Absicht, als Polizist aus und erfragte Details zu Wohn- und Vermögensverhältnissen.

In den genann­ten Fällen schöpf­ten die Angerufenen Verdacht, gaben keine per­sön­li­chen Daten preis und infor­mier­ten statt­des­sen rich­ti­ger­weise die „echte Polizei”. Ermittlungen wegen ver­such­ter Betrugsstraftaten sind die Folge.

Die Masche ist inzwi­schen auch nicht mehr neu, aber immer noch sehr ver­brei­tet: Das Telefon klin­gelt und im Display steht „110” (häu­fig auch mit orts­üb­li­cher Vorwahl, wie im geschil­der­ten Fall geschehen).

Wie gehen die Betrüger vor? Sie erzäh­len zum Beispiel, dass Einbrecher fest­ge­nom­men wur­den, die einen Zettel mit der Anschrift des Opfers dabei gehabt hät­ten. Um einem mög­li­chen Diebstahl vor­zu­beu­gen, bestünde die Möglichkeit, Wertsachen und Bargeld in amt­li­che Verwahrung zu geben. Aber Achtung! Wer eine Übergabe ver­ein­bart, geht Betrügern auf den Leim und sieht sein Hab und Gut meist nie wieder.

Eine andere Masche ist es, das Opfer zu einer Geldanweisung zu ver­an­las­sen, oder die Kontodaten zu erfra­gen, um ein angeb­li­ches Strafverfahren abzuwenden.

Der Einfallsreichtum der Betrüger ist schier uner­schöpf­lich. Aus die­sem Grund gilt immer:
Die Polizei ruft nicht mit der Anruferkennung „110” an und stellt auch keine Geldforderungen oder erfragt Bankdaten am Telefon!

Die Täter nut­zen eine Computersoftware, die im Display der Angerufenen die 110 erschei­nen lässt. Mit dem soge­nann­ten Call ID-​Spoofing kann jede belie­bige Nummer am Telefon des Opfers ange­zeigt wer­den und so eine fal­sche Identität vortäuschen.

Was tun im kon­kre­ten Fall?
Keine per­sön­li­chen Daten gegen­über dem Anrufer preis­ge­ben. Das Telefonat been­den. Selber den Notruf 110 wäh­len (so kön­nen Sie sicher sein, die „echte” Polizei am Draht zu haben) und den Sachverhalt schildern.

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