Rhein-​Kreis Neuss: Kreisleitstelle ab Oktober bereit für eCall-Notrufsystem

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Rhein-​Kreis Neuss – Das Notrufsystem eCall (emer­gency call) wird ab April 2018 für alle neuen Fahrzeugmodelle in der Europäischen Union Pflicht. 

Denn nach schwe­ren Unfällen sind Fahrer oder Insassen oft nicht mehr in der Lage, selbst zum Handy zu grei­fen. Die eCall-​Technik soll hier Abhilfe schaf­fen, indem sie auto­ma­tisch wich­tige Daten an die euro­pa­weit ein­heit­li­che Notrufnummer 112 schickt.

Bereits zum 1. Oktober soll die dafür erfor­der­li­che Infrastruktur in den Rettungsleitstellen in Deutschland ste­hen“, sagt Thomas Dilbens, Leiter der Leitstelle des Rhein-​Kreises Neuss, wo aktu­ell die letz­ten Vorbereitungen lau­fen. Koordinator für das Projekt „eCall“ ist dort Marco Schmidt. Wie der Kreisbrandoberinspektor erläu­tert, ist die zen­trale Voraussetzung für den eCall-​Betrieb die Installation eines spe­zi­el­len Decoders, der Anrufe als eCall erkennt und die dar­über mit­tels eines so genann­ten Minimaldatensatzes ein­ge­hen­den Informationen auto­ma­tisch in das Einsatzleitsystem einspeist.

Leitstellenleiter Thomas Dilbens (r.) mit „eCall“-Koordinator Marco Schmidt an einem der Leitstellen-​Arbeitsplätze. Foto: Rhein-​Kreis Neuss

Die mobil­funk­ge­stützte auto­ma­ti­sche Alarmierung basiert, so Schmidt wei­ter, auf Crash-​Sensoren im Fahrzeug, die einen schwe­ren Unfall erken­nen – zum Beispiel wenn die Airbags aus­lö­sen. Es setzt dann selbst­tä­tig einen Notruf ab. Dabei wer­den exakte Standortdaten, Unfallzeitpunkt, Anzahl der ange­leg­ten Sicherheitsgurte und auch die Fahrtrichtung über­mit­telt. Letzteres ist zum Beispiel wich­tig, wenn es um die Rettung von Verletzen auf der Autobahn geht.

Aufgrund der eCall-​Informationen kann die Unfallsituation prä­zise beur­teilt und die rich­tige Hilfe schnell an den rich­ti­gen Ort geschickt wer­den“, ist Leitstellenleiter Dilbens über­zeugt. Zudem erlaube eCall dem jewei­li­gen Leitstellen-​Disponenten eine Sprachverbindung auf­zu­bauen, um so – wenn mög­lich – zusätz­li­che Informationen zu erhalten.

Mittels eines ein­ge­bau­ten Notfallknopfs kann der Fahrer aber auch manu­ell einen eCall aus­lö­sen – etwa beim Auftreten einer plötz­li­chen Krankheit. Wie Thomas Dilbens und Marco Schmidt beto­nen, sollte diese Möglichkeit jedoch aus­schließ­lich in Notfällen genutzt wer­den, nicht etwa um eine Pannenhilfe anzu­for­dern. Dafür sei die per­ma­nente Erreichbarkeit der Leitstelle zu lebenswichtig.

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