Bedarfsanalyse im Kreisausschuss: Bis 2030 wer­den im Rhein-​Kreis Neuss über 20 000 neue Wohnungen benötigt

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Im Rhein-​Kreis Neuss besteht in den kom­men­den Jahren ein erheb­li­cher Bedarf an neuen Wohnungen. Bis zum Jahr 2030 wer­den ins­ge­samt 20.152 neuen Wohneinheiten benötigt.

Gründe hier­für sind u.a. eine starke Bevölkerungsentwicklung und posi­tive Entwicklungsperspektiven im Kreis. Dies ist im Kern das Ergebnis einer ges­tern im Kreisausschuss vor­ge­stell­ten Wohnungsbedarfsanalyse, mit der der Rhein-​Kreis Neuss die InWIS Forschung und Beratung GmbH (Bochum) beauf­tragt hat und die gemein­sam mit den kreis­an­ge­hö­ri­gen Städten und Gemeinden erar­bei­tet wurde.

Nach der Vorstellung im Kreisausschuss wer­den sich die Kreistagsfraktionen mit der Analyse aus­ein­an­der­set­zen. Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke kün­digte an, die wei­te­ren Schritte auch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu bespre­chen. „Die Analyse zeigt auch, dass wir nicht aus­rei­chend Wohnbauflächen haben, um den Bedarf zu decken. Dabei brau­chen wir in den nächs­ten Jahren vor allem auch bezahl­ba­ren Wohnraum“, so Petrauschke. Er hat das Thema bereits auf die nächste Bürgermeisterkonferenz gesetzt.

Bis 2030 weist die Analyse einen Bedarf von 4.795 öffent­lich geför­der­ten Wohneinheiten auf. Selbst unter Fortschreibung der Bewilligungen aus 2016, die so hoch waren wie seit 2010 nicht mehr, wür­den so nur zwei Drittel des not­wen­di­gen Bedarfes gedeckt, so Caroline Krüger und Malin Leidecker von InWIS. Zudem wer­den bis 2030 ein Drittel der sozial geför­der­ten Bestandswohnungen aus der Mietpreisbindung fal­len. Den stärks­ten Rückgang gibt es dabei in Neuss, Meerbusch, Jüchen, Korschenbroich und Grevenbroich. Auf Grund der demo­gra­fi­schen Entwicklung sehen die Expertinnen auch einen wach­sen­den Bedarf an alten­ge­rech­ten, bar­rie­re­freien Wohnformen im Kreisgebiet.

Dass das aktu­elle Wohnungsangebot in Teilen des Kreisgebietes schon jetzt weder qua­li­ta­tiv noch quan­ti­ta­tiv aus­rei­chend ist, wurde bei der Erstellung der Analyse auch von den befrag­ten Marktexperten bestä­tigt. „Wir haben viel Transparenz gewon­nen, auf dem wir auf­bauen kön­nen“, lobte CDU-​Fraktionschef Dieter Welsink die Analyse. Carsten Thiel, Vorsitzender der Fraktion UWG/​Die Aktive, for­derte in der Sitzung erneut eine eigene Kreiswohnungsbaugesellschaft, um den pro­gnos­ti­zier­ten Bedarf öffent­lich geför­der­ter Wohnungen zu decken. Für den SPD-​Vorsitzenden Rainer Thiel indes zu früh: „Es lohnt sich das inten­siv anzu­schauen. Schlussfolgerungen zu zie­hen, wäre jetzt aller­dings zu früh.“

Bis Mitte September sol­len zu der Wohnungsbedarfsanalyse noch kom­pakte Expertisen für jede ein­zelne Kommune erstellt und Bedarfsprognosen für ins­ge­samt 71 Quartiere ergänzt. Das sind struk­tu­rell defi­nierte Wohnareale, in die das Kreisgebiet ein­ge­teilt wor­den ist. Die Analyse soll den Städten und Gemeinden bei der künf­ti­gen Ausrichtung ihrer stra­te­gi­schen Wohnbedarfsplanungen helfen.

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