Neuss: Taubenhaus auf dem Dachboden des Rathauses – Population eindämmen

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Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Um einer Verschmutzung der Neusser Innenstadt durch Tauben ent­ge­gen zu wir­ken, hat der Rat der Stadt Neuss im letz­ten Jahr die Errichtung von drei Stadttaubenhäusern beschlossen. 

Schätzungen gehen von einer Population von 400 bis 600 Tauben in Neuss aus. Die Taubenhäuser sol­len von ehren­amt­li­chen Bürgerinnen und Bürgern sowie von einem städ­ti­scher Mitarbeiter mit 15 Wochenstunden betreut und unter­hal­ten wer­den, so der Ratsbeschluss.

Bei Stadttauben han­delt es sich um ent­flo­gene Haus- oder Rassetauben und aus­ge­blie­bene Brieftauben sowie deren Nachkommen. Charakteristisches Merkmal für den Eingriff des Menschen durch Zucht (Domestikation) ist dabei, dass die Stadttauben ganz­jäh­rig brü­ten und jähr­lich bis zu zwölf Nachkommen haben. Stadttauben sind somit keine Wildtauben im Sinne des Bundesjagdgesetzes und dür­fen daher nicht bejagt werden.

Umweltdezernent Dr. Matthias Welpmann (links) mit der Leiterin des Amtes für Umwelt und Stadtgrün Henrike Mölleken und ihrem Stellvertreter Georg Heumüller. Foto: Stadt

Eine Möglichkeit, den Bestand der Tauben mit­tel­fris­tig zu redu­zie­ren, besteht in der Errichtung von Taubenhäusern, in die die Tauben ange­lockt und zum Brüten gebracht wer­den. Durch den geziel­ten Austausch der Eier durch Kunststoffeier kann die Taubenpopulation auf ein stadt­ver­träg­li­ches Maß ver­rin­gert wer­den. Das als ers­tes von drei geplan­ten Taubenhäusern in der Fertigstellung befind­li­che Haus auf dem Dachboden des Rathauses soll zur Entlastung der Situation im Bereich des Marktes bei­tra­gen, wo in der Vergangenheit häu­fig von Bürgern Beschwerden über eine Verkotung bezie­hungs­weise auf Balkonen brü­tende Tauben vor­ge­bracht wurden.

Zwei wei­tere Häuser wer­den am Hafenbecken 1 unter­halb der dor­ti­gen Kranbahn sowie an der Eisenbahnunterführung Further Straße, ober­halb des dor­ti­gen Kiosks auf dem Gelände der DB AG errichtet.

Das Taubenhaus auf dem Dachboden des Rathauses muss ebenso wie das für den Standort am Hafenbecken 1 vor­ge­se­hene kon­struk­tiv an die ört­li­chen Gegebenheiten ange­passt wer­den. Die Anschaffung eines fer­ti­gen Taubenschlages aus dem Katalog war für diese bei­den Standorte nicht mög­lich. Beide Taubenhäuser wer­den daher in Eigenleistung vom Werkstattpersonal des Amtes für Umwelt und Stadtgrün gebaut.

Das Taubenhaus auf dem Rathausdachboden ist zum Innenraum hin als geschlos­se­nes System kon­zi­piert. Es besteht aus einem Vorraum, der als Schleuse fun­giert und dem eigent­li­chen Taubenhaus, in dem an den Wänden Brutzellen und Sitzplätze instal­liert wer­den. Das Taubenhaus ist an ein dau­er­haft geöff­ne­tes Dachgaubenfenster ange­bun­den, über das die Tauben in das Haus gelan­gen. An die­sem Fenster wird ein nach außen ragen­des Anflugbrett mon­tiert wird. Eine außen ange­brachte Blechabschirmung ver­hin­dert den Zutritt von Regenwasser in das Taubenhaus. Durch die Installation eines Vorraumes als Schleuse, in dem auch sämt­li­che Utensilien wie Futter, Reinigungsmaterial, Abfall, etc. gela­gert wer­den, wird gewähr­leis­tet, dass keine Tauben in den übri­gen Dachboden gelan­gen kön­nen und eine Verschleppung von Taubenkot ins Rathaus unter­bun­den wird.

Die Errichtung der Taubenhäuser wird über das Innenstadtstärkungsprogramm mit einem Betrag von 17.600,- € unterstützt.

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