Rhein-​Kreis Neuss: Kreisarchive – „Umzug ist eine große logis­ti­sche Herausforderung“

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Rhein-​Kreis Neuss – Voraussichtlich noch in die­sem Jahr zie­hen das Archiv im Rhein-​Kreis Neuss und das Internationale Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ in den benach­bar­ten Erweiterungsbau um.

Der Umzug ist für uns alle trotz kur­zer Wege eine große logis­ti­sche Herausforderung“, betont Kreisdezernent Tillmann Lonnes. Detailliert beschreibt Dr. Stephen Schröder, Leiter des Archivs im Rhein-​Kreis Neuss, zu dem das Archiv des Kreises, der Stadt Dormagen und der Gemeinde Rommerskirchen gehö­ren, die Vorbereitungen: „Insgesamt wer­den wir mit rund zwei Kilometer Archivmaterial umzie­hen. Dafür sich­ten wir schon jetzt alle Materialien, sor­tie­ren alles neu und schaf­fen damit die Voraussetzungen für den Umzug.“

Freuen sich auf den Umzug der Kreisarchive (v.l.): Dr. Stephen Schröder (Leiter Kreisarchiv), Kreisdezernent Tillmann Lonnes, Achim Thyssen (Leiter Mundartarchiv) und Mitarbeiter Martin Lambertz. Foto: Rhein-​Kreis Neuss

Für Achim Thyssen, Leiter des Internationalen Mundartarchiv Ludwig Soumagne, bie­tet die neue Unterkunft im Erweiterungsbau die Chance, alle Materialien sei­nes Archivs von CDs über Bandaufnahmen bis hin zu Urkunden und Akten zen­tral unter­zu­brin­gen. „Bisher war unser 1986 ent­stan­de­nes Mundart-​Archiv über­all auf Burg Friedestrom ver­streut. Jetzt kön­nen wir alles an einem Ort lagern“, freut er sich. Thyssen und Schröder sind gespannt, ob bei der Materialsichtung viel­leicht sogar bis­her unbe­kannte Schätze zum Vorschein kom­men. „So etwas gibt es immer mal wie­der bei Archiv-​Umzügen“, so ihre Erfahrung.

Tipps hat sich das Team vom Kreiskulturzentrum Zons von Archiven im Kreis Kleve und in der Stadt Bergisch Gladbach geholt. Allein 1 000 Meter Archivkartons müs­sen bewegt wer­den. Hinzu kom­men groß­for­ma­tige Zeitungs- und Protokollbände, emp­find­li­che Glasplatten, mehr als 10 000 ana­loge Fotos und Dias sowie eine umfang­rei­che Urkundensammlung. Die wert­volls­ten Stücke – rund drei Prozent der Materialien – wer­den von den Archivmitarbeitern selbst trans­por­tiert. Den Großteil des Umzugs über­nimmt zwar ein Unternehmen, doch ein Belegungsplan – erstellt von den Archivleitern und Mitarbeiter Martin Lambertz – legt vor­her genau fest, wel­cher Karton wohin wan­dert. Ein Teil der Akten wie zum Beispiel Karten und Grafiken bleibt an sei­nem jet­zi­gen Platz im West- und Südtrakt der Burg Friedestrom.

Voraussichtlich bis zu sechs Wochen lang blei­ben die Archive wäh­rend der Umzugsphase geschlos­sen. Dezernent Tillmann Lonnes betont, dass die Kosten mit rund 6,4 Millionen Euro unter dem geplan­ten Limit von 6,5 Millionen Euro blei­ben. Der Erweiterungsbau mit sei­ner Grundfläche von 640 Quadratmetern bie­tet Platz für rund vier Kilometer Akten. Erst die Hälfte des Platzes ist ver­plant, so dass der Erweiterungsbau für die nächs­ten 30 Jahre rei­chen sollte.

Die Erweiterung ist für uns alle ein Meilenstein in der Entwicklung“, freut sich Archivleiter Schröder. Denn nach­dem das bis­he­rige Archiv aus allen Nähten platzt, bie­tet der Neubau auf dem Grundstück des ehe­ma­li­gen Zonser Bürgerhauses ideale Bedingungen. Luftbefeuchter und Heizungen sor­gen für kon­stante Bedingungen mit 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und 18 Grad Celsius. Darüber hin­aus sind neben den Büroräumen für die Mitarbeiter ein bar­rie­re­freier abge­schlos­se­ner Lesesaal sowie Räume für die archiv­päd­ago­gi­schen Angebote geplant.

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