Drei Policen am Anfang: Versicherungen für junge Leute

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Verbraucherzentrale NRW – Schule ist aus. Schulabgänger pla­nen und pro­bie­ren ihre ers­ten Schritte in ein selbst­stän­di­ges Leben: 

Rund um Reisen, sozia­les Jahr, Job, Ausbildung oder Studium steht auch die Absicherung von Alltagsrisiken mit auf der To-​do-​Liste. Versicherungsgesellschaften locken die künf­tige, aber noch uner­fah­rene Kundschaft mit schein­bar maß­ge­schnei­der­ten Paketen.

Doch viele Versicherungen sind oft zu teuer, bie­ten unsin­ni­gen Schutz und decken wirk­lich ris­kante Lücken nicht aus­rei­chend ab“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. „Am Anfang sind es Haftpflicht‑, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung die Berufs- und Ausbildungsstarter als Basis-​Trio wirk­lich brau­chen, um Leib und Teilhabe am Leben sinn­voll abzu­si­chern“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Bei einem über­leg­ten Abschluss hel­fen fol­gende Tipps:

• Krankenversicherung: Dieser Gesundheitsschutz ist ver­pflich­tend für jeden! Während Berufsanfänger meist auto­ma­tisch in einer gesetz­li­chen Krankenversicherung pflicht­ver­si­chert sind, genie­ßen viele Studienanfänger noch bis zum Alter von 25 Jahren den Schutz der bei­trags­freien Familienversicherung. Wer beim Studentenjob jedoch mehr als 450 Euro im Monat ver­dient, muss selbst in die Krankenversicherung ein­zah­len. Für den Job in den Semesterferien gel­ten aber Ausnahmen, da darf auch mal mehr ver­dient wer­den. Angehende Erstsemester, die über ihre Eltern pri­vat kran­ken­ver­si­chert sind, ste­hen vor der Qual der Wahl, ob sie wäh­rend des Studiums wei­ter umfas­send pri­vat ver­si­chert blei­ben wol­len oder nicht. Globetrotter, die den Ausbildungsstart noch hin­aus­zö­gern, oder Studenten, die ein paar Semester im Ausland stu­die­ren, soll­ten zusätz­lich eine Auslandskrankenversicherung abschlie­ßen. Denn die gesetz­li­che Krankenkasse zahlt nur für erfor­der­li­che Behandlungen in euro­päi­schen und eini­gen fer­nen Ländern. Die pri­vate Zusatzversicherung hin­ge­gen über­nimmt die Kosten welt­weit – also etwa in den USA, Asien und Australien – und dann auch für den Rücktransport.

• Berufsunfähigkeitsversicherung: Die früh­zei­tige Absicherung des Verlustes der eige­nen Arbeitskraft über eine pri­vate Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist für Azubis und Studenten glei­cher­ma­ßen wich­tig. Denn Betroffene, die auf­grund eines Unfalls oder einer schwe­ren Erkrankung kei­nen Beruf mehr aus­üben kön­nen, bekom­men nur eine gesetz­li­che Rente, wenn hier­für min­des­tens fünf Jahre lang Beiträge ent­rich­tet wur­den. Wer noch nichts oder nur kurze Zeit in die Rentenkasse ein­ge­zahlt hat, erhält keine Rente bei einer Erkrankung oder einem pri­va­ten Unfall. Die pri­vate BU-​Rente kann hin­ge­gen den eige­nen Lebensunterhalt zu einem erheb­li­chen Teil sichern. Hierzu darf der BU-​Schutz jedoch nicht zu knapp bemes­sen sein. Ihn mit einer teu­ren Kapitallebensversicherung zu kop­peln, ist finan­zi­ell auch nicht sinn­voll. Achtung: Junge Versicherungsnehmer soll­ten beim Vertragsabschluss auf eine Nachversicherungsgarantie ach­ten, um spä­ter ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungsleistung ihrem Bedarf ent­spre­chend erhö­hen zu können.

• Private Haftpflichtversicherung: Diese Police ist ein abso­lu­tes Muss! Sie deckt Schäden ab, die man bei ande­ren ver­ur­sacht – zum Beispiel wenn die Gesundheit eines ande­ren durch die eigene Unachtsamkeit dau­er­haft stark beein­träch­tigt wird. Bis sie ihre Ausbildung abge­schlos­sen haben, sind Azubis und Studenten in der Regel bei ihren Eltern mit­ver­si­chert und müs­sen keine eige­nen Beiträge für die pri­vate Haftpflichtpolice zah­len. Das gilt übri­gens auch für die Zeit des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Den Haftpflichtschutz über den Vertrag der Eltern sollte sich der flügge wer­dende Nachwuchs jedoch von der zustän­di­gen Versicherungsgesellschaft bestä­ti­gen lassen.

• Hausratversicherung meist erst spä­ter ein Muss: Hausratversicherungen decken Einbruchdiebstahl, Brand, Blitzschlag oder Schäden durch Leitungswasser und Sturm ab. Die Höhe der Police ori­en­tiert sich am Wert des eige­nen Mobiliars und Hausrats. Für die erste eigene Bude ist diese Versicherung meist noch nicht so wich­tig. Auswärts woh­nende Studenten kön­nen jedoch prü­fen, ob sie über die Hausratversicherung der Eltern ver­si­chert sind, wenn sie bei ihnen noch gemel­det sind. Im Schadensfall wer­den dann aber oft nur bis zu zehn Prozent der Versicherungssumme bezie­hungs­weise maxi­mal 10.000 Euro gezahlt.

Kostenloses Info-​Material oder eine kos­ten­pflich­tige Versicherungsberatung erhal­ten junge Ratsuchende in den ört­li­chen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW. Kontaktadressen, Kosten und Termin unter www​.vz​-nrw​.de/​b​e​r​a​t​u​n​g​-​v​o​r​-​ort.

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