ÖDP: Tihange und Doel sofort still­le­gen – Unterlagen aus der Bauphase verschwunden

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Robert Schilken, Herausgeber



(Düsseldorf/​Münster) – Die AKWs Tihange und Doel in Belgien müs­sen sofort still­ge­legt wer­den.“ So der Landesvorsitzende der Ökologisch-​Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-​Westfalen, Benjamin Jäger. 

In der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage hat die Bundesregierung ein­ge­räumt, dass Unterlagen über den Ursprungszustand der im Reaktordruckbehälter ver­bau­ten Stähle ver­schwun­den sind.

In den AKWs Tihange und Doel wur­den tau­sende von Rissen im Reaktordruckbehälter fest­ge­stellt. Zur Herkunft die­ser Risse gibt es unter­schied­li­che Erklärungsansätze. Es besteht der Verdacht, dass diese bereits im Stahl des Reaktordruckbehälters vor­han­den waren, bevor die­ser ver­baut wurde. Damit hät­ten beide AKWs erst gar nicht in Betrieb genom­men wer­den dürfen.
Derartige Unterlagen sind Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Liegen diese nicht mehr vor, wäre auch die Betriebsgenehmigung der bei­den AKWs hinfällig.

AKW-Tihange-Huy-koeltorens-von-Michielverbeek-CC-BY-SA‑3.0‑über-Wikimedia-Commons

Für die ÖDP NRW ist das Verschwinden die­ser Unterlagen mehr als merk­wür­dig. Genehmigungsunterlagen wer­den nicht nur an einem Ort auf­be­wahrt. Es wäre schon ein völ­lig unwahr­schein­li­cher Zufall, wenn die glei­chen Unterlagen an meh­re­ren Stellen ver­lo­ren gegan­gen wäre. Die ÖDP ver­langt hier umge­hende Aufklärung über die­ses Verschwinden.

Die ÖDP for­dert die Bundesregierung auf, die Exportgenehmigungen für Atombrennstoffe an diese bel­gi­schen AKWs sofort zurück­zu­neh­men. AKWs, bei denen Planungs- und Bauunterlagen auf solch merk­wür­dige Art und Weise ver­schwin­den, stel­len nach Meinung der ÖDP eine erheb­li­che Gefährdung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland dar. Daher dür­fen der­ar­tige Atom-​Exporte nach Atomgesetz nicht erfol­gen. Bereits gelie­ferte Brennstäbe sind zurückzurufen.

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