Dormagen: Trauer um Lisa Krumbein

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Zons – Sie war die „gute Fee“ der Zonser Märchenspiele: Schon seit der ers­ten Aufführung 1953 wirkte sie hier tat­kräf­tig vor und hin­ter den Kulissen mit. 

Im Stadtrat setzte sie sich für ihre Mitbürger ein und gehörte 30 Jahre auch dem Kreistag an. Ihr sozia­les Engagement zeigte sich dar­über hin­aus in mehr als 30 Jahren Vorstandsarbeit für die Arbeiterwohlfahrt. Jetzt hin­ter­lässt sie in ihrem Heimatort eine große Lücke.

Im Alter von 79 Jahren ist Lisa Krumbein am Montagabend ver­stor­ben. „Wir trau­ern um eine her­aus­ra­gende Persönlichkeit, die in ihrer ruhi­gen und beschei­de­nen Art immer für Andere dage­we­sen ist“, so reagierte Bürgermeister Erik Lierenfeld auf die Todesnachricht. Große Betroffenheit herrscht auch bei vie­len Mitbürgern in Zons und den Mitgliedern der Vereine, denen Lisa Krumbein angehörte.

Über ihre Anfänge auf der Freilichtbühne hat sie immer wie­der gern erzählt. Als die Märchenspiele 1953 mit dem Stück „Der gestie­felte Kater“ began­nen, hatte ihre Mutter Änne Seburschenich sie mit zu den Proben gebracht. Sofort durfte sie mit­spie­len und wurde im zar­ten Mädchenalter von dem Regisseur als Traumbesetzung für alle Prinzessinnenrollen ent­deckt. So stellte sie zwei Jahre spä­ter schon das Schneewittchen dar. Doch nicht nur auf, son­dern auch hin­ter der Bühne ent­wi­ckelte sich Lisa Krumbein rasch zu einer fes­ten Institution der Märchenspiele. Mehr als 40 Jahre lang küm­merte sie sich ehren­amt­lich um die Geschäftsführung. Von den Kartenbestellungen über die Kassenverwaltung bis zur Organisation der Aufführungen lie­fen alle Fäden bei ihr zusam­men. „Dass die Märchenspiele ein wich­ti­ger Touristenmagnet für Zons gewor­den sind, ist ganz wesent­lich auch ihr zu ver­dan­ken“, so der Bürgermeister.

In der Kommunalpolitik gehörte Lisa Krumbein als SPD-​Mitglied schon seit 1975 dem städ­ti­schen Schulausschuss an und war von 1989 bis 1999 Ratsfrau. Auch danach beglei­tete sie als sach­kun­dige Bürgerin noch die Arbeit des Kulturausschusses. Beruflich war sie viele Jahre wis­sen­schaft­li­che Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Anni Brandt-​Elsweier. Im Kreistag ver­trat sie von 1979 an die Interessen der Stadt Dormagen. Schwerpunkte ihres Engagements waren auch hier die Kultur- und Sozialpolitik. Von den Mitgliedern der Arbeiterwohlfahrt in Zons wurde die lang­jäh­rige Vorsitzende erst im Juni 2017 zum Ehrenmitglied ernannt. In der Awo-​Begegnungsstätte küm­merte sie sich lie­be­voll um Senioren und ver­wal­tete in ihrer Freizeit auch zwölf Altenwohnungen in Dormagen. 

Von der Stadt wurde Lisa Krumbein bereits 2003 zum Jubiläum der Märchenspiele mit der Goldenen Ehrennadel aus­ge­zeich­net. Darüber hin­aus erhielt sie den Landesverdienstorden und das Bundesverdienstkreuz. „Um ihr gelieb­tes Zons wie auch um die Stadt Dormagen ins­ge­samt und den Rhein-​Kreis Neuss hat sie sich in beson­de­rer Weise ver­dient gemacht“, stellt Bürgermeister Lierenfeld fest.

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