SPD: Regionalrat ver­zich­tet auf Gestaltungsmöglichkeit beim Konverterstandort

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – „Ein Konverter auf der ‚Dreiecksfläche‘ in Kaarst ist nicht mehr mög­lich“, fasst Rainer Thiel, Mitglied der SPD-​Fraktion, das Ergebnis der letz­ten Sitzung des Düsseldorfer Regionalrates zusammen. 

Zu die­sem Thema eine Stellungnahme der SPD Kreistagsfraktion: „Die Mehrheit von CDU und FDP wollte sich weder dazu beken­nen, dass die soge­nannte ‚Dreiecksfläche‘ in Kaarst für einen Konverterstandort am bes­ten geeig­net ist, noch dem Antrag der Firma Amprion fol­gen, diese Fläche vom Kiesabbau zu befreien und die dor­tige Errichtung eines Konverters ermöglichen.“

Dreiecksfläche“ in Kaarst hat den größ­ten Abstand zur Wohnbebauung

Folgende fünf Flächen sind laut dem aktua­li­sier­ten Standortgutachten der Firma Amprion für die Errichtung eines Konverters am bes­ten geeignet:

Gemeinde Meerbusch, Umspannwerk Osterath:
ca. 200m zur nächst­ge­le­ge­nen geschlos­se­nen Wohnbebauung

Gemeinde Kaarst und Neuss, west­lich Bauerbahn:
ca. 200 bis 500m zur nächst­ge­le­ge­nen geschlos­se­nen Wohnbebauung

Gemeinde Kaarst, „Dreiecksfläche“:
ca. 900m bis 1,8km zur nächst­ge­le­ge­nen geschlos­se­nen Wohnbebauung

Gemeinde Kaarst, Nördlich von Kaarst (nörd­lich der A52, west­lich der L154):
ca. 400m zur nächst­ge­le­ge­nen geschlos­se­nen Wohnbebauung

Gemeindegrenze zwi­schen Meerbusch, Kaarst und Willich:
ca. 860m zur nächst­ge­le­ge­nen geschlos­se­nen Wohnbebauung

Dabei habe sich laut Amprion die Kaarster „Dreiecksfläche“ wei­ter­hin als der „Standort mit der bes­ten Eignung“ her­aus­ge­stellt. Eine Position, die die SPD-​Fraktion im Regionalrat teilt und des­halb ent­spre­chend der Forderung Amprions die Umwidmung der Fläche in Kaarst „als Vorrangfläche für eine Konverteranlage“ bean­tragt hat. Doch sowohl die Verwaltung als auch die schwarz-​gelbe Mehrheit im Regionalrat hielt an der Kiesausweisung für diese Fläche fest.

Übrige Standorte lie­gen näher an der Wohnbebauung

Der poli­ti­sche Wille des Rhein-​Kreises Neuss nach einem Standort mit dem größt­mög­li­chen Abstand zu den Bewohnern wurde damit auf der Ebene des Regionalrates von der Mehrheit nicht über­nom­men“, kom­men­tiert Rainer Thiel, zudem Vorsitzender der SPD-​Kreistagsfraktion im Rhein-​Kreis Neuss, die Ablehnung des SPD/​Amprion-​Antrages durch CDU und FDP. „Das ist ins­be­son­dere für die Bevölkerung in Meerbusch-​Osterath eine herbe Enttäuschung, denn die Folge die­ses Beschlusses ist, dass nun­mehr auf der Grundlage des neuen Gutachtens der Firma Amprion wie­der Osterath der favo­ri­sierte Standort ist.“

Jahrelange poli­ti­sche Diskussionen „ad absur­dum“ geführt

Damit sind wir wie­der am Anfangspunkt ange­langt. Jahrelange poli­ti­sche Diskussionen im Kreisumweltausschuss, im Kreistag, bei den Bürgerinitiativen und in der Bürgermeisterrunde, wur­den so ‚ad absur­dum‘ geführt. Die Leute müs­sen sich schlicht nicht ernst genom­men füh­len. Politik trägt so nicht zur Akzeptanz von schwie­ri­gen Projekten und Infrastrukturmaßnahmen bei. Es war deut­lich erkenn­bar, dass die Mehrheit im Regionalrat keine Verantwortung wahr­neh­men wollte. Sie trägt nun aller­dings die Verantwortung für das Ergebnis“, so Thiel.

Mehrere Gutachten zei­gen: Konverter statt Kiesabbau in Kaarst wäre mög­lich gewesen

Gutachten von Land, den Bürgermeistern im Süden des Rhein-​Kreises Neuss und von Amprion haben gezeigt, dass die bis­he­rige Belegung der ‚Dreiecksfläche‘ mit dem Abbau von Bodenschätzen nicht ohne wei­tere Prüfung Vorrang vor Bauten der Energiewende, also dem Konverter, haben darf. Doch alle Fakten, Daten und Argumente wur­den im Regionalrat von der Mehrheit völ­lig ignoriert.“

Die Ergebnisse bzw. viel­mehr Konsequenzen aus die­sem Nicht-​Handeln von CDU und FDP sind dabei laut Thiel klar: „Jetzt kommt ein Standort, der näher an der Wohnbebauung ist und bei Meerbusch oder Kaarst liegt. Von Amprion favo­ri­siert wird Meerbusch Osterath mit einem Abstand von rund 200 Metern, was eine deut­li­che Verschlechterung gegen­über der ‚Dreiecksfläche‘ bedeutet.“

(759 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)