VBE: In NRW feh­len min­des­tens 30.000 Lehrkräfte

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Robert Schilken, Herausgeber



VBE – Die Hoffnung der alten Landesregierung, dass der zur­zeit in NRW bestehende Lehrermangel ein vor­über­ge­hen­des Phänomen ist, hat sich heute, mit den von der Bertelsmann Stiftung vor­ge­leg­ten Zahlen als rea­li­täts­fremd erwiesen. 

Vor dem Hintergrund der Bertelsmann-​Daten, in denen NRW bei der Schülerentwicklung und somit beim Lehrerbedarf im Mittelfeld der west­li­chen Flächenstaaten liegt, bedeu­tet das hoch­ge­rech­net, dass bis 2030 ein zusätz­li­cher Lehrerbedarf von min­des­tens 11.000 Lehrkräften – mit dem Schwerpunkt auf der Grundschule – besteht. Das schätzt der Verband Bildung und Erziehung (VBENRW.

Zu dem von der Bertelsmann Studie pro­gnos­ti­zier­ten, auf NRW hoch­ge­rech­ne­ten Lehrerbedarf, kom­men wei­tere Anforderungen hinzu, die sich zum Teil aus dem Koalitionsvertrag ergeben:

Bis zu 1.800 Lehrerstellen für die Rückkehr zu G9, bis zu 400 Lehrerstellen für den Erhalt klei­ner Förderschulen, bis zu 7.000 zusätz­li­che Stellen um sicher­zu­stel­len, dass Inklusion auch an den Regelschulen qua­li­ta­tiv gelingt; rund 10.000 Lehrerstellen um die in Aussicht gestellte Besetzung der Schulen von 105 Prozent – zur Vermeidung von Unterrichtsausfall – sicherzustellen. 

Hochgerechnet benö­tigt NRW in den kom­men­den zehn Jahren dem­nach min­des­tens 30.000 Lehrerstellen mehr als heute. Die Absenkung der Lerngruppengröße sowie der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Da es in der Regel min­des­tens sie­ben Jahre von Aufnahme des Studiums bis zur Anstellung in der Schule dau­ert, bedarf es nach Ansicht des VBE drin­gend einer Lehrerausbildungsoffensive. Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW, betont: „Es ist nicht fünf vor zwölf son­dern bereits fünf nach zwölf. Wer mehr Lehrer haben will, muss für eine höhere Attraktivität des Berufs und aus­rei­chende Studienplatzkapazitäten sorgen.

Vor die­ser Kulisse ist es ein fata­ler Fehler der neuen Landesregierung, dass sie im Koalitionsvertrag zu einer Einstiegsbesoldung nach A13/​EG13 für alle Lehrkräfte schweigt.“

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