Neuss: Taschendiebe spio­nie­ren Bankkundin aus und erbeu­ten 2.000 Euro – 90-​jähriges Opfer berichtet

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Rhein-​Kreis Neuss, Neuss, Dormagen (ots) – Im Rhein-​Kreis Neuss wer­den der Polizei immer wie­der Fälle von Taschendiebstählen bekannt, bei denen der Verdacht im Raum steht, dass die Täter ihre Opfer bereits beim Geldabheben beob­ach­tet haben, um anschlie­ßend bei güns­ti­ger Gelegenheit „zuzu­grei­fen”.

In Dormagen erbeu­te­ten Diebe in einem Fall sogar 30.000 Euro, die kurz zuvor bei einem Kreditinstitut an die Kontoinhaberin aus­ge­zahlt wor­den waren. In Neuss erlang­ten Täter 2.000 beim Griff in die Tasche einer Seniorin.

Ich denke so oft noch daran und schlafe seit dem schlecht”, berich­tet die 90-​jährige Neusserin, die auch knapp einen Monat spä­ter noch deut­lich unter dem Eindruck des­sen steht, was ihr am Montag, dem 12.06.2017, in der Innenstadt wider­fuhr. Zusammen mit ihrer 63-​jährigen Bekannten, die sie als soge­nannte Alltagshelferin bei Besorgungen unter­stützt, suchte die Seniorin an die­sem Tag ein Geldinstitut an der Michaelstraße auf.

Foto: Polizei

Die bei­den Damen ahn­ten nicht, dass sie bereits ins Visier von Taschendieben gera­ten waren. „Ich habe ganz nor­mal am Schalter Geld abge­ho­ben, ins­ge­samt 2.000 Euro. Anschließend im Parkhaus, hat sich ein Mann im Fahrstuhl an mir vor­bei­ge­drängt. Das kam mir schon komisch vor. Als er aus­ge­stie­gen war, haben wir dann bemerkt, dass der Geldumschlag aus der Tasche ver­schwun­den war. Meine Bekannte ist dem Dieb noch hin­ter­her­ge­lau­fen und hat laut geru­fen. Der Vorsprung war aber zu groß. Dann haben wir die Polizei verständigt.”

Nach Eingang des Notrufs bei der Leitstelle der Polizei, nah­men Streifenwagen die Fahndung auf, wäh­rend zwei Beamte die bei­den Frauen befrag­ten und die Beschreibung des Flüchtigen an ihre Kollegen wei­ter­ga­ben. Der etwa 45 bis 50 Jahre alte Verdächtige war circa 185 Zentimeter groß und von kräf­ti­ger Statur. Sein Erscheinungsbild beschrie­ben die Zeuginnen als „Deutsch”. Der Täter hatte einen grau melier­ten Haarkranz und trug hell­blaue Oberbekleidung. Die poli­zei­li­che Fahndung am Tattag ver­lief ohne Erfolg. Die anschlie­ßen­den Ermittlungen der Kriminalpolizei sind bis heute noch nicht abgeschlossen.

Für die betagte Neusserin wiegt der Verlust des Geldes schwer. Zwar kann sie sich auf die Unterstützung ihrer Familie ver­las­sen, aber für die Zukunft hat sie sich vor­ge­nom­men, kein leich­tes Opfer mehr für Taschendiebe zu sein.

Im Gespräch mit Kriminalhauptkommissar Thomas Gilleßen, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz bei der Polizei im Rhein-​Kreis Neuss, konnte die Seniorin einige Tipps gegen Taschendiebe mitnehmen.

Seit Jahr und Tag mache ich das so. Wenn die Rente da ist, hole ich sie ab und komme den gan­zen Monat damit aus. Aber das werde ich jetzt ändern. Zukünftig werde ich in unre­gel­mä­ßi­gen Abständen nur noch kleine Beträge abhe­ben. Ich werde auch beson­ders gut dar­auf ach­ten, dass mich nie­mand beim Geldabheben beob­ach­tet oder mir anschlie­ßend zu nahe kommt.”

Kriminalhauptkommissar Gilleßen unter­stützt diese Vorhaben. „Es ist durch­aus mög­lich, beim Kreditinstitut darum zu bit­ten, dass grö­ßere Bargeldbeträge in einem sicht­ge­schütz­ten Raum aus­ge­zahlt wer­den. Grundsätzlich ist es aber nie rat­sam, mit hohen Geldsummen in der Tasche unter­wegs zu sein. Das schafft einen sehr hohen Tatanreiz für mög­li­che Diebe oder gege­be­nen­falls sogar Räuber.”
Ein wei­te­rer Tipp des Experten: „Ruhig auf Distanz zu Fremden gehen. Das ist nicht unhöf­lich, son­dern umsich­tig. Es braucht ein biss­chen Mut, aber man kann Unbekannte durch­aus auf­for­dern, einen gebüh­ren­den Abstand zu halten.”

Taschendiebe suchen regel­mä­ßig engen Kontakt, ent­we­der im Gedränge (z.B. im Aufzug oder in öffent­li­chen Verkehrsmitteln) oder unter einem Vorwand (z.B. der Bitte Geld zu wech­seln, oder den Weg auf einer Karte zu erklären).

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