Rommerskirchen: Abstand zwi­schen Wohngebieten und Windkraftanlagen – Regionalrat igno­riert neuen Koalitionsvertrag

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Robert Schilken, Herausgeber



Rommerskirchen – Der Regionalrat hat in sei­ner Sitzung am 06. Juli 2017 auch über die geplan­ten Windvorrangzonen in der Gemeinde Rommerskirchen beraten. 

Die Bezirksregierung sieht für den neuen Regionalplan groß­flä­chige Bereiche für poten­zi­elle Winderzeugung in der Gillbach-​Gemeinde vor.

Hiergegen hat­ten sich Bürger, Rat und Bürgermeister gewehrt:

Die Gemeinde Rommerskirchen trägt seit jeher Verantwortung für die natio­nale Energieerzeugung. Ob Braunkohlekraftwerke, Hochspannungsleitungen, Erdgaspipeline oder eben auch Rheinwassertransportleitung und Photovoltaik. Es kann jedoch nicht sein, dass Rommerskirchen auch noch zum Schwerpunktbereich für die Windenergie in der Region aus­ge­baut wird. So, wie Regionalrat und Bezirksregierung das pla­nen, müss­ten wir hier unter extre­mer Verspargelung der Landschaft lei­den. Dagegen weh­ren wir uns.” fasst Bürgermeister Dr. Martin Mertens die bis­he­ri­gen Gespräche mit Ratsmitgliedern und Bürgerschaft zusammen.

Deswegen ist Bürgermeister Dr. Martin Mertens seit sei­nem Amtsantritt sehr enga­giert dabei, das Thema Windkraft auf allen Ebenen kri­tisch zu beglei­ten und die Bedenken der Bürger ernstzunehmen.

Die gest­rige Entscheidung des Regionalrats sehen wir mit gemisch­ten Gefühlen: Während viele klei­nere, ursprüng­lich von der Bezirksregierung geplante Windvorrangzonen in der Gemeinde aus dem Regionalplanentwurf weg­fal­len, sieht der Regionalrat nach wie vor die zen­trale Fläche zwi­schen Sinsteden, Oekoven, Evinghoven, Nettesheim und Eckum im Muhrental als guten Standort für die Windenergie. Damit ver­kennt er jedoch nicht nur den Bürgerwillen, son­dern auch den Planungsstand der Gemeinde, die bereits in ihrem letz­ten offen­ge­leg­ten Entwurf für die Flächennutzungsplanänderung ‚Windkraft Rommerskirchen” die Fläche im Muhrental nicht mehr vor­sieht. Schon bei der Erörterung des Regionalplanentwurfs im Mai hat die Gemeinde die Herausnahme des Muhrentals gefor­dert. Unserer Stellungnahme wurde jedoch nicht gefolgt.“ so Mertens.

Bemerkenswert sei, dass der Regionalrat unter CDU-​Vorsitz damit auch den Koalitionsvertrag der neuen schwarz-​gelben Landesregierung, der den deut­lich höhe­rer Mindestabstand von 1500 Metern zwi­schen Windrädern und Wohnbebauung vor­sieht, miss­achte. Auch hier hatte Mertens gemein­sam mit Bürgerinnen und Bürgern an den Regionalrat appel­liert. Bislang ohne Reaktion. „Ich hoffe, dass die neue Laschet-​Regierung sich an ihre Versprechen von vor drei Wochen gehal­ten fühlt und schnellst­mög­lich recht­li­che Rahmenbedingungen schafft, damit die­ser Abstand ein­ge­hal­ten wird. Das würde eine Verspargelung unse­rer Landschaft verhindern.

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