Rhein‐​Kreis Neuss: 26. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – Hülchrath und Straberg sind Kreissieger

Rhein-Kreis Neuss – Insgesamt 20 Dörfer aus sieben Kommunen im Rhein-Kreis Neuss haben sich für den 26. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ herausgeputzt.

Kaarst war diesmal nicht vertreten, dafür erstmalig Dormagen mit der Ortschaft Straberg, die gemeinsam mit Hülchrath auch gleich den Siegertitel holte (Preisgeld = je 1.500 Euro). Die leicht geänderten Wettbewerbsrichtlinien erlauben im diesjährigen Kreiswettbewerb erstmals zwei Kreissieger zum Landeswettbewerb 2018 zu melden.

Zuvor hatte eine neunköpfige Bewertungskommission fünf Tage lang die teilnehmenden Dörfer aus Neuss, Meerbusch, Dormagen, Grevenbroich, Korschenbroich, Rommerskirchen und Jüchen bereist.

Feier in Straberg, die Freude war groß.

Erste Preise (Preisgeld = 800 Euro) gehen an Wallrath, Allrath, Nierst, Steinforth-Rubbelrath und Elvekum.

Zweite Preise (Preisgeld = 600 Euro) erhalten Ossum-Bösinghoven, Gindorf, Anstel, Neurath, Eckum, Scherfhausen und Vanikum.

Dritte Preise (Preisgeld= 400 Euro) verzeichnen Mühlrath, Frixheim, Schlicherum, Frimmersdorf, Langwaden und Ilverich.

Außerdem wurden vier Sonderpreise (Preisgeld = 300 Euro) vergeben. Sie gehen an das Berufsförderungszentrum Schlicherum, die Dorfgemeinschaft Allrath aktiv, den Gartenbauverein Gindorf und die Dorfgemeinschaft Wallrath.

Der alle drei Jahre stattfindende Kreiswettbewerb ist die Vorentscheidung für den Landeswettbewerb 2018, dem ein Jahr später der Bundeswettbewerb folgt. „Der Wettbewerb lebt vom gemeinsamen Handeln der Bürgerinnen und Bürger, um gemeinschaftliche Perspektiven und Ideen für ihre Heimat zu entwickeln“, sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der Bekanntgabe der Preisträger im Kreishaus Grevenbroich.

Petrauschke lobte den Gestaltungswillen und das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger für ihre Heimat und betonte dabei auch die Bedeutung der Dörfer im ländlichen Raum für Erholung, Freizeit und Lebensqualität in der Region. Deshalb gingen auch alle am Wettbewerb teilnehmenden Dörfer und Ortschaften, deren Städte und Gemeinden wie auch der Rhein-Kreis Neuss letztlich als Sieger aus dem Wettbewerb hervor.

Aus den Jury-Begründungen:

Kreissieger Hülchrath (Grevenbroich) ist schon zum sechsten Mal Kreissieger. Das Dorf überzeugte mit der sehr aktiven Dorfgemeinschaft und dem vielfältigen Vereinsleben, der Konzeption zur Dorfentwicklung im Rahmen der Agenda 2030, die Aktivitäten zur Dorfbegrünung mit der Anlage einer Streuobstwiese und die Herstellung grüner Stadttore an historischen Stellen. Hinzu kommen die Integration der wirtschaftlichen Aktivitäten des Schlosses mit dem Dorfleben, das Engagement der Dorfgemeinschaft zur Erhaltung und Aufwertung des Sport- und-Bolzplatzes, die einfühlsame Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit, die Erhaltung und schrittweise Wiederherstellung historischer Bausubstanz wie die Rekonstruktion der Windfahne auf der Vorburg Schloss Hülchrath und die Reparatur der Kirchturmuhr. Auch die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft zur Verbesserung der Fußgängerverkehrs flossen in die Jury-Bewertung ein.

Kreissieger Straberg (Dormagen) punktete bei der Bewertungskommission ebenfalls mit einem vielfältigen und engagierten Vereinsleben in der Dorfgemeinschaft. Überzeugt haben außerdem die Erhaltung des Gemeindehauses „Alfred Delp Haus“ durch den Förderverein, die gute Integration von Neubürgern in die Dorfgemeinschaft, die Herstellung des neuen Waldstadions mit Hilfe von Spendengeldern und Eigenleistung, die beispielhafte Jugendarbeit der Vereine - insbesondere des Fördervereins Jugend und Sozialarbeit Straberg -, die vielfältigen Aktivitäten der Fördervereine „Schule am Kronenpützchen“ und „Straberger Pänz“, die hervorragende Arbeit der Sportvereine, insbesondere des FC Straberg, das Engagement des NABU Dormagen und der Waldjugend für die Naturschutzarbeit und Naturbildung, die herausragenden Aktivitäten der St. Hubertus Schützenbruderschaft für die Brauchtumspflege und die gelebte Kameradschaft der Feuerwehr Straberg.

 

Wallrath (Jüchen) Gründe für den ersten Preis sind die vielfältigen Aktivitäten der Dorfgemeinschaft und des Geselligkeitsvereins Wallrath, die sehr gute Einbeziehung des Dorfes in die umgebende Kulturlandschaft durch Pflanzung von Einzelbäumen, Alleen und die Anlage von Streuobstwiesen, die Aktivitäten des Arbeitskreises Internet zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, die historische Aufarbeitung der Dorfgeschichte über die Projekte Schul- und Dorfchronik, die Aufwertung der Aufenthaltsqualität durch die Neugestaltung und nachhaltige Pflege der Pflanzflächen auf dem Dorfplatz am Denkmal, die Aufwertung des Spiel- und Freizeitplatzes durch die Dorfgemeinschaft.

Allrath (Grevenbroich) Gründe für den ersten Preis sind das vielfältige Engagement der Dorfgemeinschaft Allrath aktiv für eine gemeinsames Miteinander mit hoher Lebensqualität, die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft zur Erhaltung des Schulgebäudes und zur Entwicklung des Forums Alte Schule Allrath mit einem vielfältigen und attraktiven Angebot für die Freizeitgestaltung der Dorfjugend und für sportliche und musische Aktivitäten aller Dorfbewohner, die Maßnahmen zur Grüngestaltung des Dorfes, insbesondere des Mellerparks und der Grünanlage an der neuen Schwengelpumpe, die Gestaltung und Nutzung des Dorfplatzes mit Wochenmarkt und Dorf-Cafe, das Engagement des Kirchenvorstandes und der Dorfgemeinschaft zur Erhaltung der Kirche und deren alternativer Umnutzung, die generationsübergreifenden Maßnahmen und Projekte für ein lebendiges Dorf wie beispielsweise die Begrüßungsmappe für Neubürger und der kreativ gestaltete Bücherschrank.

Nierst (Meerbusch) Gründe für den ersten Preis sind die beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit des Nierster Bürgervereins mit einem vielfältigen und attraktiven Angebot in den Räumen des Kindergartens „Mullewap“ und auf den verschiedenen Außenplätzen, die gelungene Integration der Neubebauung sowie die Maßnahmen der Bürgerschaft zur Weiterentwicklung der „Neuen Mitte Nierst“, die aktive Brauchtumspflege auch für die Kinder und Jugend durch den Karnevalsverein, die Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung der Streuobstwiesen am Dorfrand, die aktive Sportgemeinschaft und die vielfältigen Initiativen des Fußballvereins FC Adler Nierst zur Pflege und Weiterentwicklung des Sportplatzes und der Boulebahn.

Steinforth-Rubbelrath (Korschenbroich) Gründe für den ersten Preis sind das bürgerschaftliche breite Engagement der St. Sebastianus Bruderschaft auch für die Dorfjugend und Senioren, die historische Aufarbeitung der Dorfgeschichte über die Dorfchronik 850 Jahre Steinforth-Rubbelrath, die hochwertige Pflege der Grünanlagen und Plätze, die Erhaltung und Entwicklung der Dorfschule als Dorfgemeinschaftshaus, das attraktive und nachhaltige Angebot des Turnvereins, die gute Durchgrünung des Ortes mit altem Baumbestand und die landschaftliche Einbindung durch Pflanzungen und Streuobstwiesen.

Elvekum (Neuss) Gründe für den ersten Preis sind das bürgerschaftliche Engagement des Heimatvereins, die Pflege und Entwicklung der Grünanlagen und Wegekreuze, die vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten der Dorfgemeinschaft, die Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der St. Aloysiuskapelle durch den Kapellenverein, die Weiterentwicklung des Kirmesplatzes und Ausstattung mit Freizeitanlagen, die Erhaltung und Pflege des historischen Erbes insbesondere auch der Wegekreuze, des Ehrenmals und Heiligenhäuschens.

 

Sonderpreis-Begründung:

Berufsförderungszentrum Schlicherum für das beispielhafte Engagement zur Integration junger Menschen ins Berufsleben;

Dorfgemeinschaft Allrath aktiv für das herausragende bürgerschaftliche Engagement im Rahmen des Forums Alte Schule Allrath;

Gartenbauverein Gindorf für die beispielhafte Grün- und Freiraumgestaltung über das Projekt „Neugestaltung der Ladestraße und angrenzender Provinzstraße“;

Dorfgemeinschaft Wallrath für das herausragende Engagement der Dorfgemeinschaft bei der Pflege und Weiterentwicklung der Grünanlagen und des historischen Erbes.

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