Neuss: Sexuelle Belästigung – Weitere Betroffene – Rheinische Post Mediengruppe – „Wir distan­zie­ren uns”

Neuss – Wie es bisher bei Klartext-NE.de zu lesen war, liegen erhebliche Verdachtsmomente gegen den Redaktionsleiter des Neuss Werbeanzeigers Stadt-Kurier, Frank M., wegen einer möglicherweise sexuellen Belästigung von minderjährigen Schutzbefohlenen vor.

In seiner damaligen Tätigkeit als Pressesprecher der Malteser in Neuss soll er junge, weibliche Hilfskräfte sexuell belästigt haben. Das bisher jüngste bekannte Opfer, wie Klartext-NE.de berichtete, soll erst 12 Jahre alt gewesen sein. Dies ergaben vorliegende Unterlagen/ Zeugenaussagen.

Inzwischen hat die Kriminalpolizei Ermittlungen aufgenommen. Diese gehen, nach Auskunft einer Polizeisprecherin, in alle Richtungen. Möglicherweise finden ebenfalls staatsanwaltschaftliche Untersuchungen statt. Die zuständigen Ansprechpartner waren, am Freitag den 02.06.2017, leider nicht erreichbar.

Über soziale Medien verbreiten sich inzwischen Meldungen, in denen die Rheinische Post Mediengruppe zu den Verdachtsmomenten Stellung bezieht. Folgender Text wurde, am Freitag den 02.06.2017 auf Seite C4, veröffentlicht: (Auszugsweise)

Polizei ermittelt wegen sexueller Belästigung bei Neusser Maltesern

NEUSS (NGZ) Die Kreispolizeibehörde hat Ermittlungen zu sexuellen Belästigungen bei den Maltesern in Neuss aufgenommen. Hintergrund sind anonyme Schreiben mit konkreten Vorwürfen zu Vorkommnissen aus den Jahren 2011 und 2012.

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Er gehört zur Redaktion des Neusser Stadtkuriers, einem Unternehmen der Rheinische Post Mediengruppe, die sich von den Vorkommnissen distanziert und Aufklärung angekündigt hat.

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Soll der Eindruck erweckt werden, die "Bösen" wären "die Malteser"? Nach uns vorliegenden Unterlagen und Gesprächen finden sich möglicherweise Schuldige in den Reihen der Hilfeorganisation, dies ist unstrittig. Hierbei handelt es sich jedoch wenn, nur um einige wenige Personen. Zum direkten Kreis der Informierten sollen der Neusser Stadtbeauftragte Andreas Degelmann sowie Ansgar Kesting - Bundespräventionsbeauftragter (beide Malteser) gehören, so der Inhalt des vorliegenden Dokumentes. Dessen Wahrhaftigkeit bestätigte Kai Vogelmann, Pressesprecher der Malteser, in seinem Kommentar auf unserer Internetseite.

Die überwiegende Mehrheit der Hilfskräfte und Verantwortlichen im Malteser Hilfsdienst sind unbescholten und leisten eine, zum Teil ehrenamtliche, hervorragende Arbeit. Hier jetzt, aufgrund der Verfehlungen einiger Personen, eine Schuld zu kreieren, wäre unanständig und unrichtig.

Es verdichten sich immer weiter Anhaltspunkte zu einem möglichen Ablauf wie in unserem Artikel beschrieben. Betroffenen haben sich bei der Redaktion von Klartext gemeldet.

Eine seinerzeit 16-Jährige schildert Ihre Begegnung mit Frank M. wie folgend:

„.. ca. im Jahre 2012: Wir hatten einen Ausbildungsabend, bei dem wir die Blutdruckmessung übten. Herr M. war auch dabei und wollte unbedingt, dass ich die Blutdruckmessung an ihm durchführe. Das wollte ich nicht und es war mir unangenehm, da ich mich zu dieser Zeit schon, …, vor ihm ekelte. Um nicht in Erklärungsnot zu geraten, habe ich es jedoch gemacht. Dabei berührte mich Herr M. mehrmals unnötigerweise und starrte mir mit einem sehr erregten Blick in den Ausschnitt. In dem Moment wäre ich am liebsten weinend aus dem Raum gelaufen.“

Eine weitere junge Dame berichtete, außerhalb des Hilfsdienstes, von unsittlichen Angeboten des Herrn M.. Diese Inhalte werden hier jedoch nicht wiedergegeben.

Es erschien zwischenzeitlich eine Seite in einem sozialen Netzwerk, die sich "Neusser Landbote" nennt, mit einer ähnlichen Telefonnummer des Pressehauses in Neuss. Der Schreibstil in diesem Text ähnelt ebenfalls verblüffend dem von Herrn M. und so könnte er vermutlich seine Identität freiwillig preisgegeben haben.

Die Redaktion von Klartext-NE.de wird weiter berichten.

Quelle: Facebook
Quelle: Facebook

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