Dormagen: „Starenkasten“ soll die Kreuzung L280/​L380 entschärfen

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen – Mit die­sen hohen Zahlen an Geschwindigkeitsüberschreitungen hat­ten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dann doch nicht gerech­net, als sie die ver­deck­ten Geschwindigkeitsmessungen im Vorfeld der Ampelkreuzung L280/​L380 und Franz-​Gerstner-​Straße auswerteten. 

Das Ordnungsamt führte eine Woche lang Messungen an Fahrzeugen aus Richtung Nievenheim kom­mend durch, da es an der stark befah­re­nen Kreuzung immer wie­der zu schwe­ren Unfällen kommt.

36 290 Fahrzeuge pas­sier­ten den Messpunkt, der in dem Bereich vor der Ampelkreuzung auf­ge­stellt wurde, wo nur 50 km/​h erlaubt sind – in Spitzenzeiten sogar bis zu 517 Fahrzeuge pro Stunde. Mit durch­schnitt­lich 39 km/​h näher­ten sich rund 85 Prozent der Autofahrer der Kreuzung, egal ob bei Grün oder Rot.

Insgesamt wur­den dort 2.239 Geschwindigkeitsverstöße fest­ge­stellt. Davon fuh­ren 834 Fahrzeugführer schon schnel­ler als 60 km/​h und beweg­ten sich damit im Bußgeldbereich. Mit 70 km/​h, und damit deut­lich zu schnell für diese unüber­sicht­li­che Kreuzung, fuh­ren 399 Fahrzeuge. Mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/​h und damit im Bereich von Fahrverbot und „Flensburg-​Punkt“ ras­ten 29 Fahrerinnen und Fahrer in unver­ant­wort­li­cher Weise auf die Kreuzung zu und über­quer­ten diese. Gefährdet wer­den durch die­ses rück­sichts­lose Fahrverhalten beson­ders Abbieger in Richtung Delhoven.

In Anbetracht der Unfalllage an der Kreuzung kann ich das Verhalten eini­ger Autofahrer nicht nach­voll­zie­hen, die mit ihrer Fahrweise Menschen in Gefahr brin­gen. Den soge­nann­ten „Vogel“ schoss aber ein Autofahrer mit einer an einem Dienstagnachmittag gemes­se­nen Höchstgeschwindigkeit von 167 Km/​h ab. Das ist schlicht und ein­fach unver­ant­wort­lich und nicht akzep­ta­bel“, macht sich Bürgermeister Erik Lierenfeld Luft über den Raser.

Die Stadt will der Raserei im Interesse und zum Schutz der ande­ren Verkehrsteilnehmer mit einer orts­fes­ten Blitzanlage ein Ende set­zen. Je nach Anbieter belau­fen sich die Kosten für das 24-​monatige Leasing eines Starenkastens im mitt­le­ren fünf­stel­li­gen Bereich. Genauere Zahlen wer­den die Preisanfragen an die Anbieterfirmen erge­ben. „Das ist viel Geld, was nicht nötig wäre, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeit hal­ten wür­den. Es ist aber erfor­der­lich, um die unfall­träch­tige Kreuzung zu ent­schär­fen“, erläu­tert der Bürgermeister.

Aus der Verwaltung her­aus geht nun der Vorschlag an den Hauptausschuss, dass die­ser die Mittel für einen Starenkasten auf der L380, aus Richtung Nievenheim kom­mend, frei­gibt. Die nächste Sitzung des Gremiums fin­det am Dienstag, 13. Juni statt. Folgt der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltung wird es noch etwas dau­ern, bis die orts­feste Blitzanlage steht. Das dann beauf­tragte Unternehmen wird erst bau­li­che Vorbereitungen tref­fen müs­sen, damit die Anlage rei­bungs­los funktioniert.

In den monat­li­chen Leasingraten sind alle Kosten für Wartung, Pflege und die Behebung von mög­li­chen Schäden enthalten.

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