Rhein-​Kreis Neuss: Kreisdirektor Dirk Brügge zu IÖW Ökostudie – Kohleausstieg ohne Job-​Verluste unrealistisch

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Laut einer aktu­el­len Studie des Berliner Instituts für öko­lo­gi­sche Wirtschaftsforschung (IÖW) soll der Ausstieg aus der Braunkohle im Rheinland bis 2030 ohne nega­tive Folgen für den Arbeitsmarkt mög­lich sein. 

Dem wider­spricht Kreisdirektor und Kreiswirtschaftsdezernent Dirk Brügge, der tau­sende Arbeitsplätze und die Sicherheit der Energieversorgung gefähr­det sieht.

Nach Schätzungen sind im Rheinischen Revier der­zeit rund 9 000 Menschen in der Energiewirtschaft beschäf­tigt. Die im Auftrag des Ökostrom-​Anbieters Greenpeace Energy erstellte Studie geht davon aus, dass allein durch den Ausbau erneu­er­ba­rer Energien in den nächs­ten 13 Jahren ein gro­ßer Teil der Braunkohle-​Arbeitsplätze ersetzt wer­den kann. Das hält Brügge für ein Trugbild. Zum einen, weil der Ausbau von Windenergieanlagen schon jetzt auf zuneh­men­den Widerstand in der Bevölkerung trifft, zum ande­ren seien Fragen der Speicher- und Grundlastfähigkeit von Wind- und Solarenergie noch nicht hin­rei­chend beant­wor­tet, so dass sie allein die Versorgungslast nicht tra­gen können.

Es ist ja nicht so, dass nur ein Hebel umge­legt wer­den muss, damit anstelle von Energie aus Braunkohle Wind- und Solarstrom in Haushalte und Unternehmen flie­ßen.“ Die Energiewende und der Braunkohleausstieg müss­ten aber ohne Strukturbrüche gestal­tet wer­den kön­nen. „Das geht nicht, ohne eine sichere, aus­ge­wo­gene und bezahl­bare Energieversorgung, die Braunkohle als Brückentechnologie ein­schließt. Neben dem Klimaschutz muss die Versorgungssicherheit gewähr­leis­tet sein. Dies ist allein mit erneu­er­ba­ren Energien nicht zu schaf­fen“, erklärt Brügge.

So sei es auch gerade die Nähe zur Braunkohle, warum zum Beispiel Unternehmen der Aluminium- und Chemie-​Industrie im Rhein-​Kreis Neuss so stark ver­tre­ten sind. „Allein in die­sen Branchen arbei­ten bei uns über 10 000 Menschen. Die Energiewirtschaft und die ener­gie­in­ten­si­ven Unternehmen brau­chen daher auch Planungssicherheit.“ 

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