Dormagen: Landesfeier zum Volkstrauertag fin­det 2020 auf dem Klosterfriedhof in Knechtsteden statt

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Robert Schilken, Herausgeber



Dormagen-​Knechtsteden – Ordensbrüder und Soldaten – auf dem Klosterfriedhof in Knechtsteden haben sie gemein­sam den letz­ten Frieden gefunden. 

Zwischen Basilika und Waldrand befin­det sich auf einem sanft abfal­len­den Hügel eine der geschichts­träch­tigs­ten Begräbnisstätten des Rheinlands. Steinerne Kreuze erin­nern hier nicht nur an die Mitglieder des Spiritanerordens, die nach ihrer Missionsarbeit in Afrika und Lateinamerika – oft von schwe­ren Krankheiten gezeich­net – nach Knechtsteden heim­kehr­ten, um dort den Lebensabend im Kreise ihrer Mitbrüder zu verbringen.

Im unte­ren Bereich des Friedhofs exis­tiert auch eine Kriegsgräberstätte für mehr als 150 Gefallene des Zweiten Weltkriegs. In Knechtsteden war von 1940 bis 1945 ein Lazarett unter­ge­bracht. Hier wur­den bis zu 750 Soldaten ver­sorgt – dar­un­ter viele Schwerstverwundete mit Hirnverletzungen. Wie die Ordensbrüder wur­den auch die Kriegstoten auf ihrem letz­ten Weg aus der Klosterkirche durch das gegen­über­lie­gende Friedhofsportal getragen.

Gemeinsam haben Landtag, Landesregierung und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) jetzt ent­schie­den, dass in Knechtsteden die zen­trale Feier des Landes Nordrhein-​Westfalen zum Volkstrauertag 2020 statt­fin­det. „Ich freue mich, dass unser Vorschlag Zustimmung gefun­den hat, denn der Klosterfriedhof bie­tet einen ein­drucks­vol­len und sehr wür­di­gen Ort für die Landesfeier“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld als Vorsitzender des VDK-​Ortsverbandes Dormagen. Die Bewerbung für Knechtsteden hatte er zusam­men mit dem inzwi­schen pen­sio­nier­ten Geschäftsführer Guido Schenk auf den Weg gebracht. Bei der Umsetzung vor Ort wird nun der neue Geschäftsführer Olaf Moll die drei Träger der Landesfeier unter­stüt­zen. „Termin wird der 14. November 2020 sein – das ist der Samstag vor dem Volkstrauertag“, berich­tet Landesgeschäftsführer Peter Bülter.

Wer auf­merk­sam über den Friedhof in Knechtsteden geht, wird übri­gens ent­de­cken, dass Kriege auch unter den Mitgliedern des Spiritanerordens einen hohen Blutzoll for­der­ten. Auf einem Hochkreuz in der Mitte ste­hen die Namen von 151 Ordensbrüdern, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg star­ben. „Auch sie wer­den durch die Entscheidung des Landes geehrt, bei uns die Zentralfeier aus­zu­rich­ten“, sagt der Knechtstedener Superior, Pater Hartmut Straubinger.

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