Neuss: „Belcanto & Demenz” sin­gend mit Menschen kommunizieren

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[rsnip­pet id=„7” name=„Ne”]Ein ganz beson­de­res Projekt hat der aka­de­mi­sche Wiener Gesangscoach und Opernsänger Peter A. Leussink initi­iert und entwickelt: 

Belcanto & Demenz“ heißt die akkre­di­tierte Fortbildung, die Interessierten, Fachkräften und Angehörigen lehrt, wie Kommunikation mit Menschen mit Demenz funk­tio­niert – und zwar mit Musik, singend.

Dagmar Wilgo, Präsidentin Soroptimist International Club Neuss (Mitte), über­gab Dr. Andrea Kuckert-​Wöstheinrich und Manfred Steiner vom St. Augustinus Memory-​Zentrum den Spendenscheck für „Belcanto & Demenz”. Foto: St. Augustinus-Fachkliniken

Am 19. und 20. Mai bie­tet nun das St. Augustinus Memory-​Zentrum, Steinhausstraße 40, die span­nende Fortbildung an. Finanziell wird es dabei unter­stützt vom Soroptimist International Club Neuss, der die Veranstaltung mit 2.000 Euro sponsert.

Demenz als Herausforderung
Demenz ist eine der gro­ßen Herausforderungen unse­rer Zeit. Derzeit leben rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, bis zum Jahr 2050 wer­den es rund drei Millionen sein. Gesellschaft und Gesundheitssystem müs­sen sich auf die­sen demo­gra­fi­schen Wandel ein­stel­len, damit Menschen mit Demenz wei­ter­hin am Leben teil­ha­ben kön­nen. Doch wie gelingt es, Betroffene zu inte­grie­ren und ein­zu­bin­den, wenn eine Kommunikation nur noch schwer oder über­haupt nicht mehr mög­lich ist?

Austausch erleich­tern und ermöglichen
Das Projekt „Belcanto & Demenz“ setzt an die­sem wich­ti­gen Punkt an: Die akkre­di­tierte Fortbildung ver­mit­telt, wie es mög­lich ist, sin­gend mit Menschen mit Demenz zu kom­mu­ni­zie­ren und in Kontakt zu kom­men. Bereits seit 10 Jahren ist Initiator Peter A. Leussink mit „Belcanto & Demenz“ österreich- und deutsch­land­weit unter­wegs. Grundlage für den Kurs ist die ita­lie­ni­sche Gesangstechnik Bel Canto, die sich vor allem durch lange, mit­ein­an­der ver­bun­den gesun­gene Töne aus­zeich­net. „Es begeis­tert mich immer wie­der aufs Neue wenn ich mit­er­lebe, wozu Menschen mit Demenz wirk­lich in der Lage sind, wenn sie mit­hilfe von Belcanto und den prak­ti­schen Erfahrungen aus der Opern- und Bühnenpraxis, sin­gend und spre­chend kom­mu­ni­zie­ren. Mit Belcanto wird eine Brücke gebaut von der Person, über die Erinnerung und das Hier und Jetzt hin zu einer sinn­vol­len Zukunft“, so Initiator Peter A. Leussink über das Projekt. In der Fortbildung beob­ach­ten die Teilnehmenden zunächst in Probetrainings, wie die Technik ange­wen­det funk­tio­niert. In einem zwei­ten Teil, im Train-​the-​Trainer-​Seminar, wer­den sie dann selbst aktiv und erler­nen die prak­ti­sche Umsetzung.

Für Alltag und Praxis
Die erlern­ten Techniken aus dem Seminar sol­len schließ­lich in der Praxis und dem Alltag wei­ter­hel­fen. „Wir waren von Anfang an begeis­tert vom Projekt und der Idee, die Fortbildung im St. Augustinus Memory-​Zentrum statt­fin­den zu las­sen. Als Quartiershaus haben wir die Vision, dass Menschen mit Demenz so lange es geht, am gesell­schaft­li­chen Leben teil­ha­ben soll­ten. Und das gelingt, wenn alle wis­sen, wie sie mit Betroffenen umge­hen, wie sie sie anspre­chen und errei­chen kön­nen. Die Möglichkeiten der Kommunikation zu erwei­tern ist dabei ein guter Ansatz. Denn Kommunikation ist schließ­lich wesent­lich bei sozia­ler Interaktion“, so Projektleiterin Dr. Andrea Kuckert-​Wöstheinrich zu Motivation. Die Fortbildung rich­tet sich daher an alle, die beruf­lich, sozial oder pri­vat mit Menschen mit Demenz Kontakt haben, etwa Fachund Hilfskräfte aus Pflege und Sozialem Dienst, Ehrenamtliche oder Vertrauenspersonen, Studierende der Musik, Medizin, Sozial- und Pflegewissenschaften sowie Musiklehrer, Chorleiter, Sänger u.a.

Fortbildung Belcanto& Demenz 19./20. Mai
Im Zentrum der Fortbildung ste­hen die zwei zen­tra­len Fragen:

  • Kann Belcanto bei Menschen mit ver­schie­de­nen Formen und Stadien der Demenz zum qua­li­ta­tiv „guten“ Leben beitragen?
  • Wie gelingt eine Kommunikation mit Belcanto zwi­schen Menschen mit Demenz und ihrer Umgebung?

19. Mai, 17:30–20:00 Uhr: Internationales Diskussionforum und Get-​together (kos­ten­frei)
Auf dem Podium:

  • Peter A. Leussink
  • Max Weber, Leiter des Tageszentrums für Seniorinnen mit Demenz des Caritas
    Socialis Wien
  • Heidrun Mildner, Vorsitzende des Alzheimer-​Ethik Deutschland e.V.
  • Elisabeth von Lewila, Musikwissenschaftlerin

20. Mai, 9:30–17:00 Uhr: Probetrainings und Train-the-Trainer-Seminar
Ort. St. Augustinus Memory-​Zentrum, Steinhausstraße 40, 41462 Neuss
Kosten: 80 Euro pro Person für die Teilnahme am zwei­ten Seminartag
Anmeldung bis 12. Mai unter: T (02131) 5296–5296 oder m.steiner@ak-neuss.de

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