Rhein-​Kreis Neuss: Digitalisierungsoffensive an Kreisschulen

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das Ende der „Kreide-​Zeit“ soll an Kreisschulen schnell kom­men. Mit einer Digitalisierungsoffensive will der Rhein-​Kreis Neuss in den nächs­ten vier Jahren seine Schulen fit machen. 

Alle Berufsschulen und Förderschulen sol­len des­halb bis 2020 u.a. Glasfaseranschluss und ein flä­chen­de­cken­des WLAN erhal­ten. 7,4 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ will der Kreis kom­plett in seine Digitalisierungsoffensive ste­cken. Das machte Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke bei einem Pressetermin im Berufsbildungszentrum (BBZ) Neuss-​Hammfeld deutlich.

Ein Schwerpunkt bil­den die vier Berufsbildungszentren des Kreises in Neuss, Dormagen und Grevenbroich mit mehr als 9 000 Schülern. Um die Attraktivität der dua­len Berufsausbildung zu erhö­hen, sol­len hier alleine in die­sem Jahr zwei Millionen Euro aus dem Kreishaushalt in die bau­li­che Ausstattung fließen.

Die Digitalisierung schüt­telt das Arbeitsleben kräf­tig durch­ein­an­der. Das gilt für Menschen, die in Büros arbei­ten, genauso wie für Handwerker. Darauf müs­sen wir die Schülerinnen und Schüler vor­be­rei­ten“, betont Landrat Petrauschke.

Als erste der vier Berufsschulen soll das BBZ Neuss-​Hammfeld digi­tal aus­ge­stat­tet wer­den. Dort wer­den rund 2 000 Schüler in den Schwerpunkten Elektro‑, Metallbau- und Informationstechnik unter­rich­tet. Künftig sol­len Lehrkräfte und Schüler am BBZ auf eine digi­tale Lernumwelt zugrei­fen kön­nen. „Wir sehen unser Engagement auch als Qualitätsoffensive für die duale Ausbildung. Schülerinnen und Schüler wer­den auf die Entwicklung der Industrie 4.0 vor­be­rei­tet, in der sich Produktion mit moderns­ter Informations- und Kommunikationstechnik ver­zahnt“, hebt Kreisschuldezernent Tillmann Lonnes hervor.

Auch ein strik­tes Handy-​Verbot in Schulen gehört dann der Vergangenheit an. „Im Gegenteil“ sagt Lonnes. Künftig sol­len Schüler am BBZ im Rahmen eines Pilotprojektes Smartphones oder Laptops mit in den Unterricht neh­men dür­fen. Das Konzept nennt sich „bring your own device“, was so viel bedeu­tet wie: „Bring dein eige­nes Gerät mit“. Texte schrei­ben am Laptop, Tafelbilder auf dem Tablet, Internetrecherche mit dem Smartphone: Digitales Lernen soll zen­tral im Unterricht ver­an­kert wer­den: „So sol­len Schülerinnen und Schüler ler­nen, kom­pe­tent mit digi­ta­len Technologien umzu­ge­hen“, ergänzt BBZ-​Schulleiter Bert Vennen.

Der Kreis will hierzu auch digi­tale Schulbücher tes­ten und hat des­halb seine Bereitschaft erklärt, bei einem ent­spre­chen­den Landesprojekt für die Berufskollegs teil­zu­neh­men. Die Digitalisierungsoffensive des Kreises sieht auch ein umfang­rei­ches Fortbildungsprogramm zum digi­ta­len Unterrichten für Lehrer beim Kreismedienzentrum vor. Von den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt am BBZ-​Hammfeld sol­len spä­ter auch die ande­ren Berufsschulen des Kreises profitieren. 

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