Jüchen: Baumfällungen im Gemeindegebiet

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Robert Schilken, Herausgeber



Jüchen – Die Gemeinde Jüchen weist aus aktu­el­lem Anlass dar­auf hin, dass zuwei­len die Fällung von Altbäumen auf öffent­li­chen Flächen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit bzw. zur Vermeidung von Schäden an bau­li­chen Anlagen unver­meid­bar ist.

So musste kürz­lich der statt­li­che Urweltmammutbaum am Hallenbad in Hochneukirch ent­fernt wer­den, weil er die Abwasserleitungen beschä­digt hatte und wegen sei­nes Standortes unmit­tel­bar vor der Gebäudefassade wei­tere bau­li­che Schäden droh­ten. Der Spielraum für sein unge­hin­der­tes Dicken- und Wurzelwachstum war im Laufe der Jahrzehnte immer knap­per gewor­den, so dass sein Erhalt nicht mehr mög­lich war.

Wenn im Rahmen der regel­mä­ßi­gen visu­el­len Baumkontrollen fest­ge­stellt wird, dass die Stand- oder Bruchsicherheit eines Baumes ins­be­son­dere an öffent­li­chen Straßen, Wegen und Plätzen nicht mehr gege­ben ist, wird zunächst geprüft, ob durch geeig­nete Rückschnitt- und Pflegearbeiten die Verkehrssicherheit wie­der her­ge­stellt wer­den kann. Ist dies aller­dings auf­grund eines star­ken Befalls mit Holz zer­set­zen­den Pilzen oder Bakterien nicht der Fall, muss der Baum besei­tigt wer­den. Akut gefähr­det sind z.B. Rosskastanien, die nicht nur unter kon­ti­nu­ier­li­chem Befall der Miniermotte lei­den, son­dern zudem durch das Bakterium Pseudomonas syringae inner­halb kur­zer Zeiträume zum Absterben ver­ur­teilt sind. Eine betrof­fene Rosskastanie auf der Schulstraße in Gierath musste aus die­sem Grunde gefällt werden.

Im Schmölderpark hin­ge­gen konnte 2016 eine ca. 150 Jahre alte Blutbuche geret­tet wer­den, indem die Standsicherheit durch die Herabsenkung des Schwerpunktes und durch eine Verringerung der Windangriffsfläche wie­der gewähr­leis­tet wer­den konnte. Um die­ses Ziel zu errei­chen, wurde die Baumkrone in ihrer Höhe und der seit­li­chen Ausdehnung um rund ein Drittel reduziert.

Sofern Bäume auf pri­va­ten Flächen vom Eigentümer ent­fernt wer­den, ist oft­mals nicht auf Anhieb erkenn­bar, was hierzu den Anlass gege­ben hat. Geschieht dies, weil der Baum zu einem Sicherheitsrisiko gewor­den ist, so han­delt der Eigentümer ver­ant­wor­tungs­voll. Wird der Baum jedoch gefällt, weil der Eigentümer den Pflegeaufwand scheut oder die Laubmassen im Herbst nicht mehr bewäl­ti­gen möchte, so stößt eine sol­che Maßnahme oft auf Unverständnis.

Die Gemeinde hat in die­sen Fällen keine Möglichkeit, dies zu unter­sa­gen, da Bäume in Haus- und Kleingärten nur dann ganz­jäh­rig geschützt sind, wenn sie eine Fortpflanzungs- und Ruhestätte wild leben­der Tiere (z.B. Greifvögel, Eulen, Fledermäuse) dar­stel­len. Sofern von einem sol­chen Baum im Zusammenhang mit pri­va­ten Gründen eine unzu­mut­bare Belastung für den Eigentümer aus­geht, ist eine arten­schutz­recht­li­che Befreiung bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-​Kreises Neuss zu beantragen.

Die ent­lang von Bundes‑, Landes- und Kreisstraßen vor­ge­nom­me­nen Baumfällungen erfol­gen in Verantwortung des jewei­li­gen Straßenbaulastträgers, StraßenNRW, bzw. Rhein-​Kreis Neuss und sind durch die Gemeinde Jüchen nicht beeinflussbar.

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