Rhein-​Kreis Neuss: Jodtabletten-​Verteilung – Informationstermin im Juni 2017

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Robert Schilken, Herausgeber



Rhein-​Kreis Neuss – Das des Landes will im Juni bei einem aus­führ­li­chen Informationstermin für die Hauptverwaltungsbeamten und zustän­di­gen Beigeordneten Klarheit schaf­fen über die Verteilung von Jodtabletten zum Schutz vor den Folgen von Reaktorunfällen.

Das geht aus einem Schreiben aus dem Haus von Minister Ralf Jäger an Landrat Hans-​Jürgen Petrauschke her­vor. „Wir sind gespannt auf die wei­te­ren Hinweise, die wir bekom­men wer­den“, so Petrauschke.

In der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Bevölkerungsschutz“ des Landkreistags hat die zustän­dige Abteilungsleiterin des Ministeriums unter­des­sen aus­ge­führt, dass eine Vorverteilung von Jodtabletten nur über die Apotheken erfol­gen dürfe, die Informationen über den Kreis der Bezugsberechtigten von den Kommunen und ent­spre­chende Beipackzettel benö­tig­ten. Außerdem wie die Expertin dar­auf hin, dass Jodtabletten auf Grund der Lagerbedingungen in den pri­va­ten Haushalten eine Verfallszeit von fünf Jahren haben und danach erneut ver­teilt wer­den müss­ten. Die Nebenwirkungen bei einer zu frü­hen Einnahme der Medikamente kamen ebenso zur Sprache wie die Tatsache, dass kein ande­res Bundesland eine Vorverteilung zulässt.

AKW-Tihange-Huy-koeltorens-von-Michielverbeek-CC-BY-SA‑3.0‑über-Wikimedia-Commons

Im Rhein-​Kreis Neuss stand das Thema sowohl in der Bürgermeisterkonferenz als auch im Ausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz auf der Tagesordnung. Hintergrund sind die umstrit­te­nen Atomkraftwerke Tihange und Doel in Belgien, deren Stilllegung der Kreistag in einer Resolution gefor­dert hatte. Nach den von der Strahlenschutzkommission ver­fass­ten Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kern­tech­ni­scher Anlagen liegt der Rhein-​Kreis Neuss mit mehr als 100 Kilometern Entfernung nicht in einer soge­nann­ten Zentral‑, Mittel- oder Außenzone.

Für ihn und ver­gleich­bare Gebiete ist bei einem Reaktorunglück aber vor­ge­se­hen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere mit Jodtabletten zur Herstellung einer Jodblockade zu ver­sor­gen. Das Land Nordrhein-​Westfalen hat diese Tabletten beschafft und dem Rhein-​Kreis Neuss 67.000 Pillen-​Päckchen zur Verfügung gestellt.

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