Neuss: Weltwassertag – Sauberes Abwasser ist Schutz für unser Trinkwasser

Ihre Unterstützung zählt!

Geschätzter Leser, Sie finden die Veröffentlichungen hier interessant und nützlich? Das ist erfreulich!

Wenn nur 10% der Leser regelmäßig 20 Cent pro Tag zahlen, können davon die laufenden Betriebskosten gedeckt, die Berichterstattung ausgeweitet sowie ggf. zusätzliche Redakteure beschäftigt werden.

Sie können Ihre Zuwendung über z. B. "PayPal" oder per Banküberweisung tätigen. Gerne nenne ich Ihnen die Bankverbindung. Bitte fragen Sie nach. Weitere Informationen finden Sie hier.

Danke
Robert Schilken, Herausgeber



Neuss – Lebensmittel, Erfrischung, Genuss: Wasser ist lebens­not­wen­dig, kost­bar und in vie­len Teilen der Erde rar. 

Daran soll der Weltwassertag erin­nern, der seit 1993 jähr­lich am 22. März began­gen wird. In die­sem Jahr steht er unter dem Motto „Abwasser und Abwassernutzung“. Denn wer das Trinkwasser schüt­zen will, muss aufs Abwasser achten.

Das durch den mensch­li­chen Gebrauch ver­schmutzte Trinkwasser lan­det übli­cher­weise voll­stän­dig in der Kanalisation“, erläu­tert Joachim Wittau, Abteilungsleiter für den Bereich Kläranlagen und Sonderbauwerke bei der Infra-​Struktur Neuss (ISN). Doch Wittau weiß auch: Immer noch lan­det aus Unkenntnis eini­ges im Abwasser, was gar nicht in die Kanalisation gehört.

So kön­nen zum Beispiel Feuchttücher Probleme berei­ten. „Sie sind reiß­fest und zer­fa­sern nicht so wie Toilettenpapier“, so der Ingenieur, der auf Siedlungswasserwirtschaft spe­zia­li­siert ist. Die Folge: Die Pumpen kön­nen die reiß­fes­ten Tücher zum Teil nicht rich­tig oder gar nicht zer­schred­dern. Pumpen und die Kanalisation kön­nen ver­stop­fen. Wittau rät daher, Feuchttücher über den Hausmüll zu entsorgen.

Medikamente, Lacke oder Chemikalien nicht ins Klo

Abwasser ist kein Müll, son­dern Ressource. Das will auch der Weltwassertag in die­sem Jahr the­ma­ti­sie­ren. Denn offen­bar unter­lie­gen noch viele Menschen die­sem Irrglauben. „Noch vor 30 Jahren gelangte über den Gulli in die Kanalisation, was irgend­wie rein­passte – ob Autoreifen oder Kanthölzer“, sagt Wittau.

Heute sind es sel­ten der­art sper­rige Gegenstände, doch auch ver­meint­lich kleine kön­nen der Kanalisation scha­den und die im Abwasserbereich täti­gen Mitarbeiter gefähr­den. Rasierklingen, Haarnadeln oder Spritzen gehö­ren ebenso wenig in die Toilette wie Medikamente, Chemikalien, Lösungsmittel, Farben, Lacke oder Nitroverdünner. „Das sind Stoffe, die über den Hausmüll oder die Schadstoffsammlung ent­sorgt wer­den soll­ten“, so Wittau.

Abwasser pro Tag so teuer wie ein Frühstücksei

Wir kön­nen zwar sämt­li­che Schadstoffe aus dem Abwasser ent­fer­nen, aber diese Prozesse müs­sen auch wirt­schaft­lich blei­ben“, erklärt Wittau. Denn beim Thema Abwassergebühr reagie­ren Verbraucher schnell emp­find­lich. „Trinkwassermenge gleich Abwassermenge“ – nach die­ser ein­fa­chen Formel errech­net sich der Preis für die Abwasserentsorgung. Dieser liegt in Neuss der­zeit bei 2,92 Euro für einen Kubikmeter Abwasser.

Dafür bekomme ich gerade mal einen Kasten Mineralwasser mit neun Litern im Supermarkt“, rech­net Wittau gegen. „Für den­sel­ben Preis ent­sor­gen und berei­ten wir aber 1.000 Liter Abwasser auf.“ Dahinter steht ein immenser Service: Die ISN hält die gesamte Infrastruktur vor, um jeg­li­ches Abwasser auto­ma­tisch abzu­füh­ren, auf­wen­dig zu rei­ni­gen und schließ­lich Rhein oder Erft und damit letzt­lich dem Grundwasser wie­der zuzuführen.

Dafür zahlt jeder Verbraucher durch­schnitt­lich 35 Cent pro Tag – gerade mal so viel wie für ein Frühstücksei. Und das für einen Wasserkreislauf, der nach­hal­ti­ger nicht sein könnte.

(6 Ansichten gesamt, 1 Leser heute)